Extremsegeln

Antarcticlab: Sedlacek startet zweiten Versuch

Der Wiener Profisegler will den Globus vertikal und horizontal mit einem eigens dafür gebauten Open-60-Derivat umrunden

Fridtjof Gunkel am 27.03.2019
"Innovation Yachts" beim Start zur Weltumsegelung.
Ant Arctic Lab

Das Projekt bleibt ambitioniert: Mit Start in Les Sables d’Olonne, wo üblicherweise das Nonstop-Weltrennen Vendée Globe angeschossen wird, will Sedlacek den Nordatlantik überqueren und die Nord-West-Passage schaffen. Das ist ihm im vergangenen Jahr aufgrund der Eissituation versagt gewesen, wo nur ein Boot und dies in einem anderen Zeitfenster den Weg vom Atlantik in den Pazifik nördlich von Kanada geschafft hat. 

Fotostrecke: Open 60 "Innovation Yachts"

Weiter soll es nach Süden an der amerikanischen Küste entlang gehen, es folgen die Passage von Kap Hoorn, eine Umrundung  der Antarktis in West-Ost-Richtung und schließlich der Aufstieg retour nach Europa. Das zu diesem Zweck gebaute Boot, eine Konstruktion von Sedlaceks Frau Marion Koch, entstand in der eigenen Werft aus Vulkanfaser und anderen biologisch abbaubaren oder bereits recycelten Werkstoffen (s. auch „Das Besondere Boot“, Heft 16/2018). Der Neubau verfügt über zwei Elektromotoren, die im Segelmodus Strom liefern sollen, und weitere innovative Systeme. Mehrere kleine Probleme an Bord führten zum Abbruch im vergangenen Jahr nur drei Tag nach dem Start. Nun ist das Boot modifiziert, kleine Schäden sowie absehbare Bruchstellen behoben, und es schwimmt seit heute wieder.

Sedlacek zu YACHT online zu den Maßnahmen: „Im Rigg haben wir einige Materialmängel beseitigt und die Technik am Mastkopf teilweise getauscht. Unter anderem hatte ich den Prototypen einer digitalen Windfahne, welcher leider der Belastung durch einen Open 60 nicht standhielt. Wir haben zwei Blöcke getauscht, die schon Zerfallserscheinungen hatten, und wir haben Scheuerstellen abgesichert.“ Weiter seien die Hydrogeneratoren grundlegend verbessert worden, ebenso die Solaranlage. „In Summe“, so der Einhand-Skipper, „viele Kleinigkeiten, aber auch einige Anzeichen möglicher wesentlicher Mängel, die bei der Länge des Törns den Mast hätten kosten können.“

Jetzt folgen Rigg- und Trimmarbeiten, dann am 11. Mai eine Probefahrt zu den Azoren, und am 21. Juli startet das große Abenteuer, an dessen Ende eine Erstleistung stehen soll: Die Reise um Amerika und die Antarktis nonstop und einhand. 

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Fridtjof Gunkel am 27.03.2019

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