Seenot
Alarm am Tag der Seenotretter

Die DGzRS-Aktion "Tag der Seenotretter" am Sonntag verzeichnete gleich zwei Rekorde: 30.000 Besucher kamen, und 40 echte Notfälle riefen zum Einsatz

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 01.08.2017
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Seenotretter .

Es sollte ein Tag werden, an dem Seenotretter an Stationen entlang der Nordsee- und Ostseeküste den über 30.000 Besuchern ihre Arbeit näherbrachten – doch wie so oft in dieser Saison wirbelten Gewitter über dem Wasser den Ablauf ordentlich durcheinander: Rund 40-mal mussten die Kreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger am Sonntag ausrücken, um Wassersportlern zu helfen. So unterbrachen eingehende Alarmierungen vielerorts die Aktionen des "Tag der Seenotretter" wie Schiffsbesichtigungen, Seenotübungen oder Rettungsdemonstrationen.

Seenotretter Besucherandrang auf dem Seenotrettungskreuzer "Nis Randers"

Der Schwerpunkt lag aufgrund eines durchziehenden Gewitters mit Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen bis 10 Beaufort am Nachmittag in Mecklenburg-Vorpommern zwischen dem Fischland und Rügen mit mehr als 30 Einsätzen innerhalb von dreieinhalb Stunden.

Auf dem Saaler Bodden bei Wustrow geriet ein Zeesboot mit 14 Menschen an Bord in Seenot, kenterte und lief dabei auf Grund. Drei Menschen wurden vom Seenotrettungsboot gerettet, fünf weitere von einem Schlauchboot der Freiwilligen Feuerwehr, die übrigen sechs, darunter ein Kind, nahm ein Motorboot auf. Das Zeesboot, von dem nur noch die Masten aus dem Wasser ragten, konnte in den Hafen von Wustrow geschleppt werden.

Wenige Kilometer weiter östlich, im Barther Bodden, kenterte ein Einhandsegler mit seinem Jollenkreuzer. Er fiel ins Wasser, konnte jedoch aus eigener Kraft wieder an Bord klettern. Mithilfe der Seenotretter konnte der Jolli wieder aufgerichtet und ebenfalls an Land geschleppt werden.

Auch vor Hiddensee setzten Gewitterböen mit Regen und Hagel den Seglern zu; Jollensegler kenterten, zwei Yachten lief aufs Flach und mussten freigeschleppt werden.

Seenotretter Demonstration im Hafen von Norderney

Bereits zum 19. Mal gab die DGzRS im Rahmen dieses Tages der Öffentlichkeit einen Einblick in ihre Arbeit – so einsatzreich wie am vergangenen Wochenende war er aber noch keinmal seit der ersten Veranstaltung im Jahr 1999. Besatzungen von rund 60 Seenotrettungskreuzern und -booten gaben einen Einblick in ihre Arbeit. Die meisten Besucher zählten in diesem Jahr die Stationen Fedderwardersiel, Maasholm, Laboe und Neustadt, Timmendorf und Zingst – allein dorthin kamen jeweils 2.000 bis 3.000 Menschen. Mancherorts erstreckte sich die Veranstaltung über zwei Tage.

Wer einen besonders intensiven Einblick in die Arbeit der Seenotretter bekommen möchte: Noch bis zum 8. August kann man sich im Rahmen der Initiative "Werde Seenotretter für einen Tag" bei der DGzRS bewerben.


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Themen: SeenotTag der Seenotretter

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