Golden Globe Race 2018

Abschiedsparty für Einhand-Abenteurer

Sicherheitschecks, Medienrummel, Aufbruchfieber: Den Seglern des Golden Globe Race bleiben gut 24 Stunden, dann fällt der Startschuss zur Nonstop-Weltumsegelung

Kristina Müller am 30.06.2018
Golden Globe Race 2018
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Noch sind sie umgeben von Menschenmassen, bald schon von totaler Einsamkeit – für 17 Skipper fällt am morgigen Sonntag der Startschuss für ein Abenteuer, das als Everest des Hochseesegelns gilt: Sie wollen einhand und nonstop um die Welt segeln. Den Startschuss wird um 12.05 Uhr Sir Robin Knox-Johnston von Bord seiner Ketsch "Suhaili" geben, mit der er als erster Mensch vor 50 Jahren allein und ohne einen Zwischenstopp den Globus unter Segeln umrundete.

Golden Globe Race 2018

Die Route der Nonstop-Regatta von West nach Ost um die Welt

Retro-Abenteuer auf alten Yachten

Anlässlich dieses Jubiläums des Golden Globe Race von 1968, bei dem neun Segler ihr Glück versuchten, sind es nun 18, die sich dem Abenteuer und den unwirtlichen Bedingungen im Southern Ocean stellen wollen. Schon steht aber fest, dass es nicht alle rechtzeitig zur Startlinie schaffen werden. Bis Mitternacht am gestrigen Freitag hatten die Teilnehmer Zeit, alle Sicherheitschecks ihrer alten Boote, die vor 1988 konstruiert worden sein müssen, zu bestehen.

Verspäteter Start

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Während einige Teilnehmer noch Qualifikationsmeilen absolvierten, segelten andere eine kleine Regatta vor dem Race-Village

Der Italiener Francesco Cappelletti hatte schon die Auftaktregatta von Falmouth nach Les Sables d’Olonne verpasst, sein Schiff kam dort erst vor wenigen Tagen auf dem Landweg an. Letzte Qualifikationsmeilen musste er dann noch absolvieren. Nun stehen noch finale Sicherheitsüberprüfungen bevor, die der Veranstalter fordert. Bis Samstag, den 7. Juli um 12 Uhr, können verspätete Starter aufbrechen, danach gibt es keine Startmöglichkeit mehr.

Unterstützung durch die Vorbilder

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Sir Robin Knox-Johnston (l.) und Alex Carozzo in Les Sables d'Olonne

Doch Cappeletti hat moralische Unterstützung in Les Sables d’Olonne: Neben Robin Knox-Johnston ist auch Alex Carozzo als weiterer Teilnehmer des Rennens von vor 50 Jahren vor Ort. Der heute 86-jährige Carozzo hatte damals die letzte Startmöglichkeit im Oktober 1968 genutzt. Anders als heute gab es keinen gemeinsamen Start, sondern ein Zeitfenster von fünf Monaten. Jeder Segler brach zudem für sich auf. Carozzos Vorbereitungen seines Schiffs waren jedoch nicht abgeschlossen – er ging direkt nach dem Auslaufen vor Anker, um letzte Arbeiten zu erledigen. Dennoch musste auch er wie nahezu alle weiteren Teilnehmer nach kurzer Zeit aufgeben.

Aufbruch ins Ungewisse

Besucher haben heute ein letztes Mal die Gelegenheit, die Schiffe und Teilnehmer am Vendée-Globe-Steg in Les Sables d’Olonne zu sehen. Neben Knox-Johnstons "Suhaili" ist auch Bernard Moitessiers "Joshua" vor Ort, ebenso wie zwei berühmte Yachten von Éric Tabarly, die "Pen Duick II" und "Pen Duick VI".

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Besuchermengen in Les Sables d'Olonne, wo das Rennen am Mittag des 1. Juli startet

Nach gut 14 Tagen Segelparty mit Interviews, Spaß-Regatten und letzten Optimierungen könnte der Kontrast für die Segler ab morgen nicht größer sein: Vom Trubel am Kai in der französischen Segelhochburg geht es für sie dann in die absolute Einsamkeit.

Die Skipper und ihre Boote sowie alles Wissenswerte rund um das Retro-Rennen um die Welt finden Sie in der aktuellen YACHT 14/2018.

Die Geschichte des Sunday Times Golden Globe Race von 1968, die seiner – mitunter tragischen – Helden sowie eine Einschätzung Robin Knox-Johnstons zur Wiederauflage der Extremfahrt lesen Sie in der aktuellen YACHT classic 2/2018.

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Kristina Müller am 30.06.2018

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