DGzRS
2015: weniger Segler in Not

Die Zwischenbilanz der Seenotretter zum Herbst, nach Ende der Sportbootsaison, fällt positiv aus. Die Zahl der Einsätze sank gegenüber 2014

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 09.11.2015

DGzRS

Vor einigen Tagen hatte die DGzRS in ihrer alljährlichen Herbstbilanz die – gewohnt hohen – Einsatzzahlen für die ersten zehn Monate des Jahres 2015 präsentiert. Für Wassersportler und speziell für Segler sind diese Angaben jedoch kaum relevant, da sie undifferenziert Einsätze nicht nur für in Gefahr geratene Wassersportler, sondern auch für Berufsseeleute, ja sogar für Strandspaziergänger, Wattläufer oder erkrankte Halligbewohner umfassen.

Nun jedoch liegen der YACHT die Zahlen der speziell für Segler gefahrenen DGzRS-Einsätze vor. Demnach hat sich die Situation nach dem drastischen Anstieg der Notfälle im Vorjahr wieder normalisiert. Statt fast 800-mal 2014 mussten die Seenotretter bis Mitte Oktober dieses Jahres lediglich knapp 650-mal ausrücken. Das entspricht in etwa dem Niveau von 2013 und 2012. Da die Saison hierzulande für die überwiegende Mehrheit der Segler zudem längst beendet ist, dürfte sich die Zahl für dieses Jahr bis Silvester auch kaum noch grundlegend erhöhen.

Ursache für den Rückgang der Notfälle dürfte die vergleichsweise moderate Sommersaison gewesen sein. Insbesondere starkwindige Wochenenden, wie es sie 2014 vermehrt gegeben hatte, waren 2015 kaum zu verzeichnen. Oder aber viele Segler blieben wegen des zeitweise doch arg verregneten Sommers gleich im Hafen.

YACHT/DGzRS Einsatzzahlen für den Wassersport der DGzRS von 2012 bis Herbst 2015

Die, die in eine Notlage gerieten, waren zumeist entweder auf Grund gelaufen und mussten freigeschleppt werden. Oder sie hatten Probleme mit ihren Motoren und benötigten technische oder gleichfalls Schlepphilfe. Dagegen gingen die Zahlen der DGzRS-Einsätze in Folge von Kenterungen wie auch von Mastbrüchen deutlich zurück, die auf Grund abgetriebener Boote oder aber Ruderschäden nahmen hingegen signifikant zu. Die obige Grafik zeigt die 15 häufigsten Einsatzursachen für den gesamten Wassersportbereich, der neben Seglern allerdings auch Motorbootfahrer, Kiter, Surfer, Paddler und Schwimmer umfasst.

Wesentliche Unterstützung erfuhren die Seenotretter in den vergangenen Monaten durch ihren diesjährigen ehrenamtlichen "Bootschafter", die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen. Musiker des Orchesters hatten nun auch die Einsatzzwischenbilanz 2015 der Seenotretter in Bremen der Öffentlichkeit vorgestellt.

YACHT/DGzRS Einsatzzahlen gesamt der DGzRS von 2012 bis Herbst 2015

Demnach haben vom 1. Januar bis 23. Oktober 2015 die Besatzungen der rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote in Nord- und Ostsee bei insgesamt 1.892 Einsätzen
55 Menschen aus Seenot gerettet,
436 Menschen aus drohender Gefahr befreit,
317 Mal erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland transportiert,
48 Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt,
886 Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art erbracht sowie
513 Einsatzanläufe und Sicherungsfahrten absolviert.

Neuer Seenotretter-"Bootschafter" für das Jahr 2016 wird der Schauspieler Markus Knüfken. Einem größeren Kinopublikum ist er unter anderem durch den Ruhrgebietsfilm "Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding" bekannt geworden. Fernsehzuschauern ist sein Gesicht aus Rollen in zahlreichen Folgen deutscher Erfolgsserien wie "Notruf Hafenkante" vertraut. Auch auf der Theaterbühne ist Knüfken zu Hause.


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