Langstrecken-Race

1000 Meilen: Premiere erfolgreich

Das Ecker Race ist tot, es lebe das Pitter 1000 Meilen Race. Die erste Neuauflage des Mittelmeer-Klassikers ist zu Ende – ein Resümee

Andreas Fritsch am 30.10.2015
Pitter Race

Zieleinlauf vor Biograd

Vor Biograd ging nach zwei Wochen und rund 1000 Seemeilen gestern die Wiedergeburt eines Klassikers erfolgreich zu Ende: "The Race 1000 Miles", die neue Charter-Fun-Regatta von Pitter Yachting. Als erste Yacht ging die Salona 44 "Samoa" von Skipper Robert Blecha über die Linie und war First Ship Home in der zweiten Etappe von Levkas nach Biograd. Sie war geprägt von langen Schwachwind-Phasen, die nach dem Start viele Schiffe zwei Tage lang im Griff hielt. Erst gegen Ende griff kräftiger Südwind den Crews unter die Arme. Das Feld der übrigen 38 Teilnehmer kämpfte sich über die Distanz und ging im Laufe der gestrigen Nacht dann allmählich durchs Ziel.

Die Regatta ist der Neustart für einen Langstrecken-Event für Chartercrews, nachdem durch die Pleite von Ecker Yachting deren 1000 Meilen Race nicht mehr stattfand und für viele Fans eine schmerzliche Lücke hinterließ. Die hat The Race nun erfolgreich geschlossen. Pitter Yachting organisierte das Rennen in zwei Etappen, die von Biograd nach Levkas und retour führte. Die Premiere unterstrich aber auch, dass das Race eigene Akzente setzen will, wie Klaus Pitter vor Ort erklärte: "Wir wollten keine Kopie machen, sondern unser eigenes Event, das uns entspricht. Das heißt: Auch Wertungsgruppen mit Spi und Gennaker, zwei One-Design-Klassen und Motoren wie beim Ecker Race ist nicht erlaubt!"

Die Teilnehmer wussten das zu schätzen, und so kam ein höchst gemischtes Feld aus eher sportlichen Crews, aber auch ganz normalen Fahrtenseglern zusammen, die ohne Spi starteten. Was die Sache aber nicht einfacher machte: Die erste Etappe von Biograd nach Levkas begann im Leichtwind, und die Crews kämpften sich gegen Südwind zunächst zäh gen Griechenland.

Pitter Race

Die Yachten beim Start vor Biograd

Auf Höhe von Split wurde das Rennen dann taktisch spannend: Einige blieben dicht unter Land der kroatischen Küste, andere segelten früher gen italienischer Seite der Adria, um mehr Wind und den nach Süd setzenden Strom früher zu nutzen. Setzte sich unter der Küste zunächst die First 47.7 "Abracadabra" von Rudi Rieder ab, kam das Feld auf der Höhe des italienischen Stiefel-Sporns wieder zusammen. Es folgte ein spannender Schlagabtausch, der praktisch bis kurz vor Korfu offen war. Dort parkte ein großer Teil des Feldes an Korfus Nordwestseite im Schwachwind ein. Ganz im Westen fanden die "Abracadabra" und die "Calante" (Salona 44) mit Skipper Marc Schinerl den meisten Wind und machten die erste Etappe unter sich aus – mit dem besseren Ende für die "Calante".

Dem legendären Ruf seines Vorgängers, auch harte Bedingungen mit sich zu bringen, wurde das 1000 Meilen Race dann auch noch gerecht: Das Gros des Feldes erlebte an Korfus Westseite diverse Gewitterstürme mit bis zu 55 Knoten Wind und drei bis vier Meter Welle. Alle Teilnehmer mussten sich den Weg ins Ziel hart gegen den Wind erkämpfen. Eine Yacht wurde sogar vom Blitz getroffen, zum Glück ohne Folgen für die Segler, drei weitere mussten wegen Schäden oder überforderter Crews abbrechen. Zu den ausführlichen Ergebnissen geht es hier.

Die Premiere ist erfolgreich über die Bühne gebracht, die Charter-Regatten-Szene hat damit wieder ihr lang ersehntes Langstrecken-Rennen. Eine ausführliche Geschichte zum Event lesen Sie in der YACHT Nr. 24/2015, ab dem 18.11. am Kiosk.

Andreas Fritsch am 30.10.2015

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