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Abenteuer Afrika: unterwegs auf dem Gambia River, Teil II

Krokodile, Flusspferde, Schimpansen, Paviane: Friederike und Martin Finkbeiner sind mit ihrer "Aracanga" weiter auf spannender Flussfahrt. Ihr aktueller Bericht

Martin Finkbeiner am 23.04.2019
Aracanga auf dem Gambia im Sonnenuntergang
M. Finkbeiner

Sonnenuntergangsstimmung auf dem Gambia River

Über zwei Monate sind wir jetzt in Gambia auf dem gleichnamigen Fluss unterwegs und haben in der ganzen Zeit kein anderes Segelboot getroffen. Der Abstecher nach Afrika ist für uns etwas ganz Besonderes. Wir leben hautnah mit der Natur und lernen Orte kennen, die kaum von anderen Seglern oder Touristen besucht werden. Obwohl wir in einem Land unterwegs sind, das zu den ärmsten der Welt zählt, haben wir seit Monaten unser Boot nicht mehr abgeschlossen.

Gambia ist ein kleines Paradies für Fahrtensegler, deren Drang nach Abenteuer groß ist.

400 Kilometer tuckern wir den Gambia River ins Landesinnere, von Banjul an der Küste bis kurz vor Basse weit im Landesinneren. Die Reise auf dem Fluss ist von Extremen geprägt: Entweder liegen wir allein inmitten der schönsten Natur vor Anker und genießen die Ruhe, die Tier- und Pflanzenwelt um uns herum. Oder aber wir werden in den Dörfern und Ortschaften am Fluss von riesigen Kinderscharen begleitet.

Kindertagesstätte "Aracanga"

Jareng Badala liegt an einem schmalen Seitenarm des Gambia River, in den wir auf gut Glück fahren. Wir haben keine Wassertiefen für den Flussarm und verlassen uns auf die Aussage eines Fischers, dass er tief genug sei. Es lohnt sich. Das Dorf ist mit seinen traditionellen palmgedeckten Lehmhäusern nicht nur der schönste Ort bisher, sondern bereitet uns wegen seiner Abgeschiedenheit auch einen unvergesslichen Empfang.

Fotostrecke: "Aracanga" auf dem Gambia – Kinder, Kinder

Sobald wir mit unserem Beiboot zwischen den vielen Einbäumen der Fischer anlanden, werden wir auch schon von einer Schar Kinder entdeckt, die laut "Toubab" schreien, wie wir hier genannt werden. Sie nehmen uns an die Hand, an jeden Finger eines, und wer keinen Finger mehr bekommt, nimmt einfach das nächste Kind an die Hand, hält uns am T-Shirt fest oder steckt kurzerhand seine Hand in unsere Hosentasche. Vom Landeplatz am Fluss sind es etwa 200 Meter bis zum Dorf, die wir von immer mehr lachenden Kindern begleitet werden, die uns nach unseren Namen fragen, sich um unsere Finger raufen und einheimische Lieder singen.

Wonach wir von allen Kindern gefragt werden, sind leere Plastikflaschen, in denen sie Trinkwasser abfüllen können. Davon haben wir ein paar an Bord, und wir freuen uns über diese Art von Recycling.

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Martin Finkbeiner am 23.04.2019

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