Blauwasser-Blog

Abenteuer Afrika – Unter Segeln in den Senegal – Teil 3

Martin Finkbeiner am 06.02.2019

Flussfahrt

Casamance ist der Name der südlichsten Region des Senegals und des gleichnamigen Flusses. Die Region grenzt im Süden an Guinea-Bissau, im Norden an Gambia. Das Streben nach Autonomie hat vor einigen Jahren zu politischen Unruhen und Kämpfen zwischen Rebellengruppen und der Regierung geführt. Heute gilt die Gegend als sicher, und in den letzten Jahren hat sich wieder ein zaghafter Tourismus entwickelt.

Aracanga in Afrika

Ankern im Päckchen auf der Casamance

Hier in der Casamance gibt es wenige andere Segler und nur ein paar Touristen. An unserem letzten Ankerplatz haben wir ein belgisches Pärchen getroffen, die mit ihrem großen Katamaran bereits seit vielen Jahren in der Region unterwegs sind. Die beiden haben unseren bisherigen Eindruck bestätigt und uns eine kurze Anekdote ihrer Reise erzählt: Selbst wenn sie den ganzen Tag nicht an Bord sind, lassen sie alles offen stehen, es ist noch nie etwas abhanden gekommen. Ganz im Gegenteil: Als ein Kind im Dorf vor Kurzem Geld in einem Umschlag gefunden hat, hat es diesen seinen Eltern und diese wiederum an den Häuptling gegeben, der daraufhin die
Segler zu sich gebeten hat, um sie zu fragen, ob der Umschlag mit Geld ihnen gehöre.

Wir fühlen uns also weiterhin willkommen. Auf jedem Landgang lernt man neue Menschen und Freunde kennen, wodurch sich sehr schnell ein Netzwerk aufbaut und jeder ein Auge aufeinander und auch auf unser Boot hat. Würde etwas gestohlen, wäre es eine Schande für das ganze Dorf.

Aracanga in Afrika

Anglerglück

Für Segler bietet der Fluss ein weitverzweigtes Netz an Seitenarmen und einsamen Ankerplätzen inmitten sattgrüner Mangroven und Palmen. Die hiesige Bevölkerung, das stolze Volk der Djola, ist äußerst gastfreundlich und hilfsbereit.

Das ist auch der Grund, warum wir uns entschieden haben, unseren Aufenthalt in Westafrika zu verlängern und stattdessen weniger Zeit in der Karibik zu verbringen. Hier finden wir alles, was wir suchen. Gleichzeitig ist das Leben sehr günstig. Für ein Mittagessen (in der Regel Reis, Bulgur oder Couscous mit Fisch) plus vier Kaffee zahlen wir umgerechnet rund vier Euro.

Aracanga in Afrika

Ort Elinkile

Von der Hauptstadt Dakar bis in die Casamance sind ungefähr 130 Seemeilen zu segeln. Die Einfahrt in den Fluss ist zwar flach, aber gut betonnt und bei steigender Tide sicher machbar. Wir kalkulieren für die Fahrt von Dakar genügend Zeit ein, da der Wind hier oftmals nur sehr schwach weht. Trotzdem waren wir deutlich schneller unterwegs als geplant und sind nur mit kleiner Besegelung und "angezogener Handbremse" gesegelt.

Morgens um acht Uhr geht es dann durch den gut betonnen Kanal in das Flussdelta der Casamance, wo wir gleich
nach der Einfahrt von vier sympathischen jungen Marinesoldaten kontrolliert werden. Sie wollen die Pässe, Bootspapiere und Zolldokumente aus Dakar sehen und lassen uns dann anstandslos die verbleibenden wenigen Meilen bis zu unserem Ziel in die Ortschaft Elinkine weiterfahren.

Aracanga in Afrika

Alles im Fluss

Wir haben uns von Anfang an in die Casamance verliebt, schon die ersten Meilen auf dem Fluss
waren wie die Fahrt in eine andere Welt.

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Martin Finkbeiner am 06.02.2019

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