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  Testbericht

Hallberg-Rassy 62

Rassys Traum

Mit der neuen 62 hat sich Christoph Rassy einen Lebenswunsch erfüllt: ein riesiges Schiff, das schon mit einer Mini-Crew zu beherrschen ist. Die YACHT war an Bord auf der Jungfernfahrt - Ziel Düsseldorf.

 

Den kompletten YACHT-Testbericht als PDF downloaden!

 
YACHT-Testleiter Michael Naujok erlebte die neue HR 62 auf ihrer Jungfernfahrt.
© M. Naujok
Alle Laufflächen sind mit rutschfesten Teakstäben belegt, sauber vergossen, exakt verschliffen. Das Elvström-Großsegel wird hydraulisch ein- und ausgefahren und kann per Knopfdruck je nach Windeinfallswinkel in der Tiefe feinfühlig verstellt werden.
© M. Naujok
Unter Deck gediegene Eleganz: formschön, ergonomisch und sauber verarbeitet.
© M. Naujok
Modische Schnörkel und Extras wird man bei Rassy vergeblich suchen - die Zweckmäßigkeit steht stets im Vordergrund.
© M. Naujok
 
 

  YACHT-Bewertung

Als Junge habe ich oft in den Abendstunden am Ufer des Bodensees gesessen und aufs Wasser geschaut. Wenn ich dann die Augen etwas zugekniffen habe, dann sahen die weißen Bojen wie kleine Traumschiffe aus. Daß ich nun - etwa fünfzig Jahre später - auf meinem eigenen Traumschiff sitzen würde, konnte ich damals natürlich nicht ahnen.

Christoph Rassy sitzt versonnen im Cockpit seiner brandneuen 62er, sein Blick verliert sich im Morgendunst des weiten Haringvliet südlich von Rotterdam. Für einige Minuten merkt man diesem deutsch-schwedischen Urgestein eine leichte Müdigkeit an. Über 600 kalte Nordsee-Seemeilen liegen hinter ihm und seinem Mitsegler und Mitarbeiter Magnus Lundgren.

Von Ellös in Westschweden ging es nonstop übers Skagerrak, die Nordsee herunter, an Helgoland und Amsterdam vorbei bis in die südholländischen Wasserarme. Ihr Endziel: Düsseldorf am Rhein. Es ist genau 10 Uhr morgens, die neue Hallberg-Rassy 62 passiert die Seeschleuse des Haringvliet. Wir wollen exklusiv einen Tagestörn auf der HR miterleben auf dem Weg zur boot ’98, wo das Flaggschiff seine Weltpremiere feiern soll. Rassys Verschnaufpause ist nur kurz, schon wenige Meter nach der Schleuse nehmen wir Fahrt auf, gehen auf gute 8,5 Knoten Marschfahrt Richtung 120 Grad. Obwohl die Temperatur nur zwei Grad über dem Gefrierpunkt liegt und die tiefstehende Dezembersonne zwar gleißendes Licht, aber kaum Wärme spendet, fühlen wir uns wohl unter dem teilverglasten Deckshaus. Der Motor brummt kaum hörbar vor sich hin. Ganze 1500 Umdrehungen in der Minute reichen aus, um mit dem 30x22 Zoll starken Gori-Dreiflügler in Overdrive-Stellung auf Marschfahrt zu beschleunigen.

Die obligatorische Schallpegelmessung bestätigt unser subjektives Empfinden: Nicht einmal 65 Dezibel (A) zeigt unser Meßgerät im Cockpit an. "Verdammt leise." Rassy nickt und setzt sein bekanntes Siegerlächeln auf: "Dieser 6-Zylinder-Volvo hat ein schwimmendes Fundament. Das ist eine Erfindung von unseren Technikern. Wir lassen alle mal in den Motorraum reinschauen, aber wie es genau funktioniert, sagen wir natürlich nicht." Ich bin beeindruckt ...

 

© www.nomendesign.de
Typische Frers-Linien für gute Seesegeleigenschaften. Unter Deck: eine großzügige Aufteilung mit viel Bewegungsfreiraum. Viele Ausbau-Varianten sind möglich.

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