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Supergau

Flaute in Valencia. Spekulationen über einen Schwenkkiel von Alinghi

(16.04.2007/ck) Schlimmer kann es nicht kommen. Die ganze Welt schaut nach Valencia und dort wird nicht gesegelt. Alle Rennen wurden heute abgesagt und auf Freitag verschoben. Das ZDF musste vorproduziertes Material senden und brach die Übertragung zur Hälfte ab.

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Bild vergrößernArbeitet Alinghi an einer Geheimwaffe?
© ACM 2007/C. Borlenghi
Schade. Das ist der Supergau. Wieder einmal wurde der Welt die Risiken einer Live Berichterstattung über das Segeln vor Augen geführt. Dabei sollte in Valencia alles besser werden. Garantiert genug Wind, garantiertes Einhalten der TV Übertragungszeiten. Aber die Hoffnung stirbt nie.

Immerhin scheint die Sonne wieder in Valencia und mehrere 10.000 Besucher im Hafen ließen sich den schönen Tag nicht verderben. Die Aussichten für morgen sind besser.

Schließlich gibt es genug anderen Gesprächsstoff im America´s Cup Hafen. Pünktlich zum Start des Louis Vuitton Cups wollen zwei Kommentatoren Indizien für eine Geheimwaffe wie den „Hula“ Rumpfanhang der Neuseeländer 2003 entdeckt haben.

Der neuseeländische Cup-Spezialist Peter Lester glaubt, aus Fragen an den Vermesser eine solche Absicht eines Teams zu erkennen. Wenn ein Designer eine Verbesserungs-Idee für sein Team und Zweifel an der Legalität hat, kann er Chefvermesser Ken Mac Alpine danach fragen. Das war schon immer so. Aber in diesem Cup müssen erstmals die Anfragen öffentlich gemacht werden, wenn auch anonym.

Lesters Analyse einer solchen Frage ergab, dass ein Team an einer Art Schwenk-Kiel arbeitet. Dabei geht es nicht um einen Mechanismus, der die Volvo Ocean Racer beschleunigt, sondern um eine Bewegungs des Kiels an seiner Wurzel um wenige Zentimeter.

Der britische Kommentator Matthew Sheahan glaubt, dass es sich bei dem fraglichen Team um Alinghi handelt. Er hat bei der neuen SUI 100 eine Verdickung an der Kielwurzel festgestellt.

Es ist völlig unklar, ob eine solche Vorrichtung legal wäre. Aber sicher ist, dass ein Cupper deutlich schneller würde, wenn man das Biegen der 4,10 Meter langen Kielfinne nach Lee nur um wenige Grad verringert könnte. Bei einem Krängungswinkel von bis zu 35 Grad und einer etwa 20 Tonnen schweren Bombe ist die Biegung kaum zu vermeiden.

Wie wäre das zu erreichen? Sheahan glaubt, dass das Rigg mit dem Kiel verbunden sein könnte. Vielleicht wird der Zug des Luvwants auf den Kiel umgeleitet?

Es ist nur eine Spekulation. Und sie passt nicht zur bisherigen Alinghi Philosophie, mit einem konservativen Ansatz Rennen gewinnen zu wollen. Aber wer weiß. Eine Art Notbremse ist vorstellbar. Falls ein Herausforderer deutlich schneller sein sollte hätte man eine Antwort parat. Die Rennen würden dann allerdings sehr langweilig.

 
 
 

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