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Wird Oracle BMW Racing zum Drachen?

Das amerikanische Team hat in den vergangenen Tagen ein Kite-Segel auf dem Hauraki-Golf getestet

(19.12.2002) Nach den neuen Anhängen, die einen "falschen Rumpf" simulieren sollen, scheint sich eine weitere technische Revolution anzubahnen. Oracle testet ein Kite-Segel, das besonders bei leichten Winden einen Vorteil schaffen könnte.

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Bild vergrößernDer Drachen über dem Oracle Boot
© Photo wave/Louis Vuitton

"Segeln in der dritten Dimension" könnte das Motto lauten, unter dem Oracle BMW Racing offenbar sein Segelprogramm weiter entwickelt. Während der Woche wurde das Team dabei beobachtet, wie es einen mit Windbändseln übersäten Drachen setzte. Das so genannte Kite-Surfing (kite=Drachen) ist eine neue Sportart, die Surfen, Gleitschirmfliegen und Drachenbau verbindet. Der Sportler steht dabei auf einer Art Surfbrett und führt über zwei Leinen einen Lenkdrachen. Nur dass im fall Oracle das Surfbrett ein 25 Tonnen schweres Boot ist.

Die Theorie hinter dem Segel: Je höher, desto mehr Wind. "An Tagen, wo auf dem Hauraki Golf wegen Flaute nicht gesegelt wurde, waren in 200 bis 300 Fuß Höhe 20 bis 30 Knoten Wind", erklärte Ian Burns, Oracle Navigator. Wer an diesen Wind heran kommt, hat also einen klaren Vorteil. Ob dieser jedoch die Vorteile eines normalen Spinnakers, wie besseres Handling, schnelleres Setzen und Bergen sowie schnellere Reaktionsmöglichkeit, aufwiegt, ist noch unklar. Man stelle sich einmal vor, ein Boot unter normalem Spinnaker luvt ein Boot unter Kite bis in den Wind. Was passiert dann wohl mit dem Kite-Boot?

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Bild vergrößernBeim Setzen: die vielen Windbändsel sind zu erkennen
© Photo wave/Louis Vuitton
Wie nicht anders zu erwarten hat das neue Segel eine Regeldiskussion ausgelöst. Auf Grund einer vertraulichen Erklärung, die beim Technischen Direktor des America's Cups, Ken McAlpine, wurde dieses Segel bereits seit weit vor April 2001 erforscht. Die Quelle verlangte demnach eine Aufklärung über die Legalität des Segels und Klarheit darüber, wie es bedient werden darf. So wurde gefragt, ob ein Spinnaker höher als dessen Fall-Beschlag am Masttopp gefahren werden darf, ob es Einschränkungen darüber gibt, was als Segel-Kopf, -Hals und Schothorn gilt und ob der Segel-Kopf über Schot und Horn gefahren werden muss.

Oracles Segel stand 100 Fuß über der Mastspitze und war am Boot mit einem Fall und zwei Schoten befestigt. Es hatte außerdem eine Einholleine, die jedoch nach den Klassenregeln nicht zur Segelführung, sondern nur zum Bergen benutzt werden darf (einige Teams haben dazu im Vorschiff eine Winsch, die von den Grindern angetrieben wird und den Spi rasant vom Himmel holt).

Oracle hat mit dem fotografierten Segel angeblich nur ein Modell gezeigt, das echte soll wesentlich größer sein. Einige Beobachter vermuten jedoch, dass es sich bei dem Segel um einen Witz, um ein Ablenkungsmanöver handelt um Verwirrung zu stiften. Burns dazu: "Einige Leute zeigten auch auf den Flügelkiel der 'Australia II' und meinten, das sei ein komischen Ding. Heute haben alle Boote Flügelkiele. Die heutigen Ergebnisse sind jedenfalls interessant."

Ob der Drachen zum Einsatz kommt, darf ebenso wie der Einsatz des "falschen Rumpfes" mit Spannung erwartet werden.

 
 

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