zur Startseite
 
 Facebook
 Twitter
 Newsfeed
 Newsletter
 Test & Technik
   Bootskauf
   T&T - News
   Tests online A-Z
   PDF-Tests-Download
   Gewusst wie...
   Musterverträge
   Test-Listen
   Forum-Technik
   Forum-Flohmarkt
   Versicherung
   Galerie
 YACHT Newsletter
 YACHT tv
 Ausrüstung
 Chartern
 Reviere
 Specials
 Regatta
 News allgemein
 Galerie
 Links
 Wetter
 Kontakt/Impressum
 Forum
 Service/Termine
 BuchShop
 Abo-Service
 Anzeigen-Service
 YACHT Heft-Archiv
 TV-Tipps
 Suchen:
 Quicklink:
 

  News

Traumschiff auf Raten

Selten waren die Zinsen so niedrig wie heute. Davon profitieren auch Segler, die über wenig Erspartes, aber eine gute Bonität verfügen. Die Kreditangebote im Überblick

(02.09.2008) Auf den Bootsmessen im vergangenen Winterhalbjahr war es kaum noch zu übersehen: Schiffsfinanzierungen kommen immer mehr in Mode. Kaum ein Stand, an dem nicht mit angeblich unschlagbar günstigen Darlehenskonditionen für den Kauf auf Pump geworben wurde. Kaum ein Händler, der auf Wunsch des Käufers nicht mit einem versierten Finanzexperten zur Hand war. Daran ist nichts Verwerfliches. Im Gegenteil.

Warum sollen sich Segler ihren Traum vom Schiff nicht genauso mit geliehenem Geld von der Bank verwirklichen, wie das Haus- und Wohnungseigentümer seit Jahr und Tag tun, um an eine Immobilie zu gelangen? Auch ohne große Barschaft. Konservative Zeitgenossen wenden ein, dass Segeln reines Freizeitvergnügen sei, für das es sich keinesfalls zu verschulden lohne. Noch dazu in der momentan angespannten wirtschaftlichen Lage, in der niemand sicher sein könne, ob er morgen noch seinen Arbeitsplatz habe. Das klingt plausibel. Zumal sich die Finanzierung eines Schiffs in der Regel in gänzlich anderen, ungleich höheren Dimensionen abspielt als etwa der Ratenkauf für den neuen Breitbildfernseher oder die Einbauküche.

Dennoch: Die Chance, eine Segelyacht mithilfe eines Bankkredits zu erwerben, sollte nicht rundheraus verteufelt werden. Wer kühlen Kopf bewahrt, sich Zeit für den Vergleich verschiedener Darlehensangebote nimmt und deren Vor- und Nachteile gegeneinander abwägt, ist fast schon auf der sicheren Seite.

Zunehmend sind hierzulande Eigner anscheinend bereit, diesen Weg einzuschlagen. Dafür spricht zumindest das Finanzierungsvolumen der Banken auf dem maritimen Freizeitsektor wie auch die Zahl der Kreditanbieter. In beiden Bereichen verzeichnete die Branche zuletzt kräftige Steigerungen. So werden beispielsweise allein über die Berliner Geschäftsstelle der BHW Bank im Schnitt pro Tag zwei bis drei Kreditverträge von Wassersportlern unterzeichnet. Mal geht es um ein flottes Motorboot, mal um eine gebrauchte Segelyacht, mal schlicht um ein neues Dingi. „Dabei reden wir in der Mehrzahl von Beträgen um die 20 000 Euro“, sagt Dirk Buchholz. Er hat vor vier Jahren das maritime Geschäftsfeld bei der BHW aus der Taufe gehoben. „Die Zeit dafür war reif“, meint er.

Noch beschränkt sich das Angebot zwar auf Darlehen bis maximal 50 000 Euro. „Das ist schnell und unkompliziert abzuwickeln“, so Buchholz, der bundesweit nach eigenen Angaben mit 220 Bootshändlern zusammenarbeitet. Möglichst bald schon will er aber auch höhere Kredite anbieten können.

Andere sind weiter. Der niederländische Yachtversicherungsmakler Eerdmans stieß ebenfalls vor vier Jahren in den Finanzierungsbereich vor. Zwischen 70 und 80 Bootshypotheken vermittelt er inzwischen pro Jahr, viele davon an deutsche Kunden. Die Eerdmans’sche Obergrenze liegt bei 250 000 Euro Kreditvolumen. Die Mehrzahl der Darlehensnehmer würde allerdings Auszahlungsbeträge von rund 75 000 Euro benötigen. Ganz ähnlich das Bild beim Konkurrenten Kuiper Verzekeringen, ebenfalls ursprünglich ein reines Assekuranzbüro aus dem Nachbarland, das viele Deutsche betreut, seine Konditionen allerdings nur auf individuelle Nachfrage preisgibt.

Auch aus Dänemark, Frankreich und Österreich dringen seit kurzem Finanzinstitute, Geldvermittler und Yacht-Leasinggesellschaften auf den hiesigen Markt. Maritimfinanz aus dem dänischen Silkeborg, CG Mer, Tochtergesellschaft der französischen Bank Société Générale, oder die Hypo-Alpe-Adria- Bank mit Stammsitz in Klagenfurt und nunmehr einer ersten Niederlassung in München gehören dazu.

Selbst ursprünglich auf den Megayacht- Bereich spezialisierte Anbieter entdecken den Fahrtensegler- Sektor als künftigen Massenmarkt. Beispiel Ciris Capital. Das niederländische Unternehmen wickelt Finanzierungen in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro pro Schiff ab. Das durchschnittliche Auszahlungsvolumen liegt immerhin bei knapp zwei Millionen Euro. „Trotzdem macht uns ein Geschäft in der Größenordnung von 150 000 Euro genauso viel Spaß“, beteuert Ciris-Manager Remco Immink.

Auch er registriert zunehmend Anfragen deutscher Fahrtensegler. Die Crux für den Kunden liegt angesichts dieser Vielzahl von Anbietern in der Informationsbeschaffung. Die ist mit nicht ganz unerheblichem Aufwand verbunden. Schließlich klingen die Finanzierungskonzepte oft ähnlich, manchmal sind sie es auch. Teilweise differieren sie aber stark. Allen gemein ist: Für Laien stellen sich die Offerten auf den ersten Blick stets überzeugend gut dar.

Kein Wunder. Einschränkungen, Zusatzkosten und andere Fallstricke offenbaren sich erst bei näherem Hinsehen beziehungsweise auf hartnäckiges Nachfragen. Oft ist es aber auch schlicht eine zu hohe Meinung von den eigenen finanziellen Möglichkeiten, die im schlimmsten Fall den Weg in die Schuldenfalle ebnet. Da lohnt der Gang zum auf Bootsdarlehen spezialisierten Berater. Zumal, wenn es um viel Geld geht.

Die Hamburger Firma Köhler & Partner beispielsweise ist seit 15 Jahren am Markt – mittlerweile in Kooperation mit der in Berlin ansässigen Sailpartners Yachtfinanz. Geschäftsführer Uwe Sobotka kennt so ziemlich jede Finanzierungsvariante, mit der sich der Traum vom Boot realisieren lässt – vom simplen Konsumentenkredit über Hypothekendarlehen oder Darlehen mit Sicherungsübereignung bis hin zu den diversen Leasing-Offerten.

Allerdings weiß er auch sehr genau, wann der Traum zum Alptraum wird. „Wenn ein Angebot aufgrund zu langer oder kurzer Laufzeiten, zu hohen monatlichen Belastungen, zu niedrigen Anzahlungen oder versteckten Zusatzkosten nicht mit den Wünschen und Möglichkeiten des Kunden harmoniert, wird es unter Umständen kritisch. Gleiches gilt, wenn es beim Kreditnehmer an der erforderlichen Bonität mangelt“, so Sobotka.

Und auch Andreas Kempf, Chef der Mönchengladbacher Firma Euro-Finanzkonzepte, die ebenfalls mit mehreren unterschiedlichen Banken und Leasing-Gesellschaften zusammenarbeitet, warnt: „Allein etwa auf einen niedrigen Zinssatz zu schielen wäre falsch. Die restlichen Konditionen und Voraussetzungen seitens der Bank wie auch seitens des Kunden müssen ebenfalls stimmen.“ Wie die im Optimalfall aussehen, ließe sich oftmals nur persönlich in einem Gespräch mit dem angehenden Yachteigner ermitteln, betont Kempf.

Ein paar eigene Gedanken kann sich dennoch jeder selber vorab machen, um herauszufinden, wie es um seine finanzielle Situation bestellt ist. Wer beispielsweise annimmt, dass er mühelos jeden Monat 500 Euro für die Ratenrückzahlung eines Kredits aufbringen kann, sollte dies einfach mal versuchen und die Summe regelmäßig beiseite legen – gewissermaßen auf Probe. Nach wenigen Monaten wird sich zeigen, ob das funktioniert. Falls nicht, besser das Traumschiff eine Nummer kleiner wählen oder mit dem Kauf noch ein wenig warten.

An einer Bonitätsprüfung seitens des Kreditgebers kommt niemand vorbei. Das Mindeste, was der verlangt, ist ein Gehaltsnachweis und die Einwilligung zur Schufa-Auskunft. Auch kann es vorkommen, dass Angaben zur Miete oder sonstigen regelmäßigen finanziellen Verpflichtungen gemacht werden müssen. Selbstständige werden aufgefordert, ihre Bilanzen der vergangenen Jahre oder ihre Steuererklärung offenzulegen.

Was der Kreditgeber jedoch nicht wissen kann, ist, ob auf den Kunden weitere Ausgaben zukommen. Fehlt es etwa beim Neuboot an wichtiger Zusatzausrüstung, müssen Liegeplatz und Versicherungen bezahlt werden, werden bei einem Gebrauchtboot umfangreiche Instandsetzungsarbeiten fällig, dann sollte dafür trotz des Kredits ein ausreichend großes Polster vorhanden sein. Gleiches gilt für Belastungen, die mit dem Schiffskauf gar nichts zu tun haben. Steht etwa das mit Kosten verbundene Studium eines Kindes an, gibt in absehbarer Zeit das Auto seinen Geist auf oder ist ein Umzug geplant? Wer seine Kreditmöglichkeiten bis an die Grenzen auslotet, erleidet im übertragenen Sinn bei unvorhergesehenen oder nicht mit in die Kalkulation einbezogenen absehbaren Ausgaben schnell Schiffbruch.

Ist der eigene finanzielle Rahmen geklärt, stellt sich die Frage nach der optimalen Form der Finanzierung. In Zeiten niedriger Zinsen lohnt als Erstes ein Blick auf die Konsumenten-Kreditofferten der Filial-, insbesondere aber auf die der Telefon- und Internetbanken. Sie sind günstiger als manche herkömmliche Hausbank oder ein Schiffshypotheken- beziehungsweise -darlehensanbieter.

So warb etwa schon einmal Tchibo mit einem Effektivzins von wahrlich unschlagbaren 4,9 Prozent bei kurzer Laufzeit. Der Kaffeeröster verkauft außer frischen Bohnen und allerlei Haushaltswaren über die Royal Bank of Scotland hierzulande seit geraumer Zeit auch Konsumentenkredite. Dieses Angebot ist zwar ausgelaufen, doch selbst mit den 5,47 Prozent effektiv für 50 000 Euro über 72 Monate, wie sie die PSD Bank Berlin- Brandenburg derzeit anpreist, ist man bestens bedient.

Lohnend für alle, die sich lediglich einen kleinen Kajütkreuzer oder Ähnliches anzuschaffen gedenken, aber momentan keine 25 000 oder gar 50 000 Euro frei zur Verfügung auf dem Konto haben. Gewarnt sei vor Lockangeboten. Nicht wenige Banken blenden mit auf den ersten Blick attraktiv niedrigen Zinsen. Die gibt es dann aber nur für geringe Beträge und kurze Laufzeiten. Die Mehrheit der Kunden ist aber in der Regel an hohen, lang laufenden Krediten interessiert. Wer nicht aufpasst, unterschreibt unversehens einen Vertrag, in dem dann ein viel schlechterer Zinssatz drinsteht.

Zudem gibt es einen handfesten Nachteil bei den Direktbanken: Der Kreditnehmer erhält oftmals gar keine Beratung oder er muss sich mit E-Mail-Antworten beziehungsweise telefonischen Ratschlägen, die noch dazu meist kostenpflichtig sind, begnügen. „In dieser Beziehung haben wir die Nase vorn“, hält BHW-Wassersport-Mann Buchholz dagegen. „Unser Zins ist zwar mit 6,9 Prozent etwas höher, dafür sind wir näher dran am Kunden.“

In der Tat ist der rührige Berliner wie auch viele seiner Mitwettbewerber aus der Branche auf jeder Bootsmesse präsent und steht Interessenten mit Rat zur Seite. Den herkömmlichen, nicht an ein bestimmtes Kaufobjekt gebundenen Warenkredit – Banker sprechen vom Darlehen ohne Zweckbindung –, noch dazu, wenn es schnell und unkompliziert gehen soll, gibt es ohne zusätzliche Sicherheiten generell nur bis zu einem Betrag von 50 000 Euro. Wer eine größere Anschaffung plant und dazu wie im Vergleich beispielsweise 100 000 Euro aufnehmen will, muss mehr als eine gute Bonität aufweisen können – etwa eine eintragbare Grundschuld auf eine Immobilie, abtretbare Lebensversicherungspolicen oder ein gut gefülltes Aktiendepot.

Bevor man sich darauf einlässt, sollten Yachtkäufer ihre Hausbank konsultieren. Die bietet bei entsprechenden Sicherheiten locker attraktivere Zinskonditionen an. Das ist aber noch nicht alles. Denn so schön die aufgelisteten Billigzinsen auf den ersten Blick auch sind – es ist nicht immer ganz einfach, sie auch in Anspruch zu nehmen.

Einige der aufgeführten Banken sind ausschließlich via Internet tätig, beispielsweise die NetBank. Andere Institute, wie etwa die BHW Bank, deren Wassersportsparte erst zur Postbank und jetzt zur Landesbank Berlin wanderte, bieten verschiedene Zinssätze an, je nachdem, ob der Kredit online, telefonisch, auf dem Postweg oder vor Ort in der Filiale beantragt wird. Dabei sind die Konditionen für den Abschluss via Internet regelmäßig am günstigsten für den Kunden.

Schließlich gibt es noch Kreditanbieter, die lediglich in bestimmten Regionen aktiv sind, wie die Sparda-Banken, örtliche Sparkassen oder die Post-, Spar- und Darlehens- (PSD) Banken. Letztere haben übrigens nichts mit der Postbank zu tun, sondern sind aus den genossenschaftlich organisierten Kassen der ehemaligen Bundespost-Mitarbeiter hervorgegangen. Die CreditPlus Bank wiederum staffelt Zinssätze in Abhängigkeit von der Bonität des Kunden. Nur wer über ein hohes Nettoeinkommen verfügt und geringe sonstige finanzielle Belastungen zu schultern hat, kommt bei diesem Institut in den Genuss der Top-Konditionen. Und schließlich sind vermehrt ausländische Banken, vor allem aus Holland, Großbritannien und Skandinavien, hierzulande ebenfalls im so genannten Consumer-Bereich tätig.

Doch keine Angst, der Umgang mit ihnen ist völlig unkompliziert, sie unterhalten meist deutschsprachige Internetseiten oder haben Filialen in Deutschland. Wer sich selbst einen Überblick über die gerade besten Anbieter für ein ganz spezielles Kreditvolumen verschaffen möchte, hat dazu im Internet die Möglichkeit. Unter www.manodienste.de bietet die unabhängige FMH-Finanzberatung aus Frankfurt am Main aktuelle Vergleiche über Spar- und Kreditzins- Konditionen an, und das sogar völlig kostenlos.

Soll die Neue oder die Gebrauchte deutlich mehr als 50 000 Euro kosten, führt der Weg fast unweigerlich zu einem Darlehen mit Sicherungsübereignung der Yacht beziehungsweise zu einer waschechten Schiffshypothek. Letztere ist von deutschen Banken so gut wie gar nicht zu haben. Sie kann jedoch über ausländische Anbieter abgeschlossen werden.

Der Grund für die Zurückhaltung von Hypothekenanbietern hierzulande ist schnell erklärt: Die Eintragung einer Yacht in ein deutsches Schiffsregister hat nicht den gleichen Stellenwert wie etwa ein Kfz-Brief oder ein Immobilieneintrag ins Grundbuch. Würde das Schiff ohne Wissen der Bank weiterverkauft und sich der Kreditnehmer aus dem Staub machen, hätte die Bank keinen Zugriff auf das Schiff. Sie bliebe auf ihrer Hypothek sitzen. Anders beispielsweise in den Niederlanden.

Dort dient die Eintragung ins Schiffsregister als eindeutiger Eigentumsnachweis und stellt für die Geldinstitute eine ausreichende Sicherheit dar. Aber: Außer den Kreditbearbeitungsgebühren, die im Effektivzins enthalten sind, fallen bei der Schiffshypothek weitere Kosten an. Die sind im Einzelfall nicht unerheblich und sollten bei der Gesamtbelastung berücksichtigt werden. Unter anderem muss der Käufer Notar- und Katastergebühren bezahlen, die für die Eintragung der Yacht in ein Schiffsregister anfallen. Außerdem hat er beim Kauf einer gebrauchten Yacht die Kosten für ein Wertgutachten aufzubringen. Unter Umständen wird ein Messbrief verlangt, der erst noch kostenpflichtig erstellt werden muss. Und schließlich kassieren die Anbieter unterschiedlich hohe Vermittlungsprovisionen, die bis zu zwei Prozent des Darlehensbetrags ausmachen.

Bei der Alternative „Darlehen mit Sicherungsübereignung der Yacht“ fallen diese Zusatzkosten normalerweise nicht an. Dabei wird der Bank Zugriff auf die Inhalte und den Stand der für das Schiff abgeschlossenen Vollkaskopolice gewährt. Sollte der Kreditnehmer plötzlich seine Versicherungsprämien nicht mehr bezahlen, würde die Bank sofort davon erfahren und könnte entsprechend handeln.

In der Regel ist die Variante „Schiffshypothek“ beim Blick auf die Gesamtbelastung im Vergleich mit der Sicherungsübereignung günstiger. Doch das gilt nur eingeschränkt. Denn: „Die Hypothek gibt es in den Niederlanden beispielsweise nur in einem Umfang von maximal 50 Prozent des Kaufpreises“, erklärt Finanzexperte Andreas Kempf. Das setze bei teuren Booten sehr viel Eigenkapital voraus. Kempf dagegen besteht auf Anzahlungen von nur 20 Prozent, Köhler & Partner auf 25 Prozent des Kaufpreises.

Außerdem spielen die Banken in den Niederlanden nur mit, solange der Kreditnehmer jünger als 60 Jahre ist. Damit sind die dortigen Anbieter keine gute Adresse beispielsweise für all jene, die sich bei Erreichen der Rente mithilfe der dann oftmals fälligen Lebensversicherung ein Schiff kaufen wollen. Und: Laut Verträgen muss sich der Liegeplatz in den Niederlanden befinden. Unter der Hand wird zwar nicht selten nach ein paar Jahren gegen diese Auflage verstoßen. Die Geldgeber billigen dies bislang stillschweigend. Berufen kann sich darauf aber niemand.

Und schließlich muss noch eine Bankverbindung in Holland her, über die die Zahlungen abgewickelt werden. Dafür sind zusätzliche Kontoführungsgebühren zu berappen, welche die Gesamtbelastung weiter nach oben treiben.

Bei den dänischen Hypothekenanbietern sollte man wiederum auf die Zinsfestschreibung achten. „Die anfänglich vereinbarten Konditionen werden oft nach fünf Jahren den Bedingungen am Kapitalmarkt angepasst“, erklärt Kempf. Schlecht in Zeiten wie diesen, da künftig die Zinsen eigentlich nur noch steigen können. Einen nach fünf Jahren unter Umständen um ein bis zwei Prozentpunkte höheren Zinssatz sollte man daher in die Gesamtrechnung für ein Darlehen einbeziehen, das sich über zehn oder fünfzehn Jahre erstreckt.

Nur für ausgesprochen Mutige eignet sich die Vereinbarung eines variablen Zinssatzes, der mit der Entwicklung des Euribor steigt oder fällt. Das ist momentan zwar in der Tat lukrativer als ein Festzins-Darlehen. Sollte allerdings die Europäische Zentralbank das Geld für die Geschäftsbanken verteuern – sprich den Euribor-Satz anheben –, muss auch der Privatmann wieder tiefer in die Tasche greifen.

Zu guter Letzt gibt es da noch das Kleingedruckte in den Hypotheken- und Darlehensverträgen. Manche Anbieter kassieren Vorfälligkeitsentschädigungen, will der Kunde seine Schulden vor dem regulären Ablauf des Vertrags auf einen Schlag zurückzahlen. Auch für außerplanmäßige Sondertilgungen, die ebenfalls die Laufzeit des Kredits insgesamt verkürzen, bitten einige Banken zur Kasse.

Und: Nicht jedes Kreditinstitut ist bereit, Yachten zu finanzieren, die anschließend ganz oder teilweise verchartert werden sollen. All diese Punkte gilt es vor Vertragsschluss zu klären. Eine Alternative zu Kredit und Hypothek ist das Leasing oder der so genannte Mietkauf. Auch diese beiden Finanzierungsformen sind auf dem Vormarsch.

Zumal insbesondere ausländische Anbieter, wie etwa CG Mer, dabei mit teils enormen Mehrwertsteuer-Ersparnissen auftrumpfen. Da wird mitunter die gemietete und am Ende zum Restwert übernommene Yacht billiger, als wenn sie der Kunde direkt beim Händler bar bezahlt hätte – bei den Darlehensmodellen schlicht ein Ding der Unmöglichkeit. Nur leider: Die Sache hat auch einige Haken. Leasing ist nun einmal die für den Kunden mit Abstand am schwersten zu durchschauende Finanzierungsform – schade.
von Pascal Schürmann, erschienen in YACHT 10/25

 
 
 

zurück nach oben
zurück   nach oben



Copyright © 2008 YACHT online - Delius Klasing Verlag

 

YACHT abonnieren

Abo
25-mal YACHT und eine tolle Prämie für die Vermittlung

Schnäppchenmarkt

Schn?ppchenmarkt
Ausrüstung für YACHT-online-User günstiger