B-linghi für Deutschland
Hamburger Initiative für den America´s Cup
(08.11.2003/ck) Die Idee kam ihm in der Badewanne. Der Segelmacher und Spitzensegler Frank Schönfeldt (Clown Sails) hörte im Radio, dass die Verhandlungen von Michael Illbruck mit Audi gescheitert waren und ärgerte sich maßlos.
Wieder kein deutsches Team beim Cup. Dabei ist er 2007 so nahe wie nie.
Er setzte sich mit seinem Freund Tim Kröger zusammen, der Schwiegervater kreierte den genialen Namen B-Linghi und fertig war die Idee, etwas für eine deutsche AC Teilnahme zu tun. Schönfeldt bestellte für 5000 Euro T-Shirts und bedruckte sie mit dem Namen B-Linghi. Er eröffnete ein Konto, auf das zwei Euro vom Kaufpreis flossen und war kurz nach der hanseboot ausverkauft.
Seitdem steht das Telefon nicht mehr still. „Die Resonanz hat mich überwältigt. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas passieren könnte“, sagt der mehrfache Deutsche Meister im Piraten. „Wir haben offenbar einen Stein ins Rollen gebracht. Reeder und andere Leute aus der Wirtschaft rufen an und fragen, was sie noch mehr tun können. Die ganze Sache hat sich verselbständigt.“
Schönfeldt ist beeindruckt, wie das Segler Netzwerk hinter den Kulissen zu arbeitet. Bei dem Versuch Öffentlichkeit zu bekommen, scheine es keine Grenzen zu geben. „Jeder kennt einen, der einen kennt.“ So zum Beispiel den Manager von Stefan Raab. Über den hat der Segelmacher dem segelbegeisterten Moderator offiziell eine Herausforderung zur Eisarsch Regatta im Optimisten übermittelt. Wenn der für seine Serie „Raab in Gefahr“ eine echte Prüfung suche, stehe Schönfeldt zur Verfügung.
Ein anderer Kontakt versucht eine Saalwette bei Gottschalks „Wetten dass“ zu lancieren. Der Inhalt: Wetten, dass Sie es nicht schaffen, eine Millionen Mark für eine Deutsche America´s Cup Herausforderung zusammenzubringen.
Schönfeldt betont aber, dass die zwei Euro, die von den Einnahmen für die T-shirts auf ein Konto fließen, eher Symbolcharakter haben. „Damit zeigen wir, wie viel Interesse in Deutschland für den Cup besteht.“ Vielleicht lasse sich davon ein richtig großer Sponsor beeindrucken.
„Natürlich müsste ein Wunder geschehen, wenn das klappen sollte. Aber wenn es nichts wird, so haben wir es immerhin versucht.“ Das Geld solle dann an die DGzRS, an eine bedürftige Segler-Familie oder an Jugendabteilungen von Vereinen gehen. Alle Spender stimmen im Internet über die Verwendung ab. „Wenn wirklich ein paar Millionen zusammenkommen sollten, dann könnte man auch überlegen, das Geld für den folgenden Cup als Startkapital anzulegen.“
Frank Schönfeldt ist normalerweise immer für einen Spaß zu haben. Aber diese Initiative nimmt der Hamburger sehr ernst.
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