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Seascape plant 27-Fuß-Cruiser/Racer

Trailerbar, tourentauglich, gleitfähig: Die Neuentwicklung aus Slowenien verspricht eins der interessantesten Boote Jahrgang 2012 zu werden

Jochen Rieker am 13.12.2011
Seascape 27

Seascape 27: Kimmkanten bis weit vorn, gemäßigter Freibord, kantiger Aufbau

Die neue folgt ihrer kleinen Schwester, der Seascape 18. Diese hatte gleich nach ihrem Debüt 2009 den Titel Europas Yacht des Jahres geholt – ein einfacher Kleinkreuzer mit großem seglerischem Potenzial und Camping-Komfort. Mehr als 150 Boote wurden in den vergangenen zwei Jahren verkauft – ein Erfolgsmodell. Jetzt arbeitet das Team an einer Fortsetzung des Konzepts. Und vieles spricht dafür, dass das zweite Boot der Marke nicht minder spannend wird.

Wie Initiator Andraz Mihelin gegenüber YACHT online bestätigte, wird die Seascape 27 im Spätsommer 2012 auf den Markt kommen. Es ist ein Boot nach CE-Entwurfskategorie B, gebaut für küstenferne Fahrt. Die Rahmendaten weisen hohe Verwandtschaftsgrade zur Seascape 18 auf, die wiederum angelehnt ist an die Entwicklungen der Minitransat-Renner.

Ein moderner, voll gleitfähiger Rumpf aus GFK-Sandwich, Kimmkanten, Schwenkkiel, offenes Cockpit, Doppelruder und Kohlefasermast kennzeichnen die Seascape 27 konstruktiv. Das Besondere aber: Sie ist trotz der konsequenten Leistungsorientierung voll trailerbar; mit Hänger soll sie sogar in einem 40-Fuß-Container verschifft bzw. verladen werden können. Das hilft, die Auslieferungskosten zu minimieren und ermöglicht Eignern, ihr Boot auf Urlaubstörn in ferne Reviere oder gar in Übersee mitzunehmen. Deshalb misst der Delta-förmige Rumpf bei einer Länge von acht Metern auch "nur" 2,54 Meter. Er hätte andernfalls durchaus noch breiter ausfallen können.  

Seascape 27

Heckansicht der Seascape 27: außen angehängte Doppelruder, Staufach für Rettungsinsel im Heck

Das Carbonrigg mit zwei stark gepfeilten Salingspaaren kommt ohne Achterstag oder Backstagen aus. Entsprechend kann die Seascape ein Squaretopp-Großsegel mit diagonaler Topplatte tragen. Die Segelgarderobe besteht aus einer Genua, einer Stagfock für Starkwind sowie Gennaker, der an einem ausfahrbaren Kohlefaser-Bugspriet angeschlagen wird. 

Unter Deck wird die Seascape 27 relativ karg ausgestattet sein. Zwei Längskojen, die auch als Sitzbänke fungieren, ein Salontisch, der sich zur Navizentrale umnutzen lässt, sowie eine geräumige Doppelkoje im Bug und eine dazwischenliegende Nasszelle mit Toilette sind geplant. Das Bad erfüllt dabei einen Doppelnutzen: Es dient auch als Segellast für Vorsegel und Gennaker. Als Hilfsmotor sieht das Konzept einen Außenborder vor, der in einem Schacht im Cockpit gefahren und dort beim Segeln auch flach liegend gestaut werden kann.

Seascape 27

Arbeit am Dummy: das Seascape-Projektteam mit 1:1-Sperrholz-Modell

Der Preis steht noch nicht genau fest. Andraz Mihelin spricht von "40- bis 45.000 Euro ohne Segel und Mehrwertsteuer". Ein segelfertiges Boot wird also mit etwa 60.000 Euro zu Buche schlagen. Viel Geld gemessen an der Größe, nicht aber an der Ausstattung und am zu erwartenden Segelspaß. 

Jochen Rieker am 13.12.2011

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