Messe-Neuheiten Cannes, No. 4

Jeanneau Sun Odyssey 490: Topmodell der Fahrtenboot-Linie

Nach der Sun Odyssey 440 präsentierte Jeanneau in Cannes gleich die zweite neue Yacht aus dem Volumensegment. Vieles haben sie gemein – aber nicht alles

Jochen Rieker am 19.09.2017
Erste Fotos von der Weltpremiere der Jeanneau Sun Odyssey 490
YACHT/J. Rieker

Die beiden Debütantinnen lagen am Schwimmsteg von Jeanneau Seite an Seite. Hier die 440, direkt daneben die noch jüngere 490. Wer das Schild und die Modellbezeichnung am Heck übersah, konnte meinen, es handele sich um ein und dasselbe Boot. Denn die wichtigsten Besonderheiten – das ohne Hindernisse vom Cockpit aus erreichbare Seitendeck und die ausklappbaren Sülls – haben sie gemein. 

Sie zählten auch bei den Yachtfestspielen vorige Woche zu den Hauptattraktionen, die sich die meisten Besucher immer wieder demonstrieren ließen. Beide Innovationen sind clever umgesetzt und erleichtern bzw. erweitern die Nutzbarkeit der Boote insbesondere vor Anker oder im Hafen.

Fotostrecke: So sieht die neue Sun Odyssey 490 aus – Premierenfotos aus Cannes

Dass der Vorteil des abgesenkten Gangbords obsolet wird, sobald man die Rückenlehne der Duchten flachlegt und dadurch die Sitzbänke zur Liegewiese verwandelt, störte kaum jemand. Dann jedenfalls ist keine freie Passage mehr möglich, weil die Lehnen das Deck verbauen. Bleiben die Sülls dagegen in aufrechter Position, ist der freie Durchgang äußerst bequem – und beim Anlegen ein Segen, wenn man mit Festmachern, Fendern oder Muringleinen mal eben schnell nach vorn muss.

Unter Deck wirkt die Sun Odyssey 490 für Kenner der 440 sehr vertraut. Das liegt daran, dass die Module für Pantry und Salon weitestgehend identisch sind. Dafür gewinnt die größere Schwester in der Navi-Ecke enorm an Raum. Tatsächlich ist diese mit einer zweiten Bank vor dem Tischchen für den Skipper eher eine Art Miniatursalon – ideal übrigens für eine Partie Schach oder Bridge.

Und auch in der Eignerkammer tun sich große Unterschiede auf. Das Bad ist keine abgetrennte Nasszelle, sondern eine offene Walk-in-Nische – entsprechend dem Trend in der Architektur seit einigen Jahren. Das wirkt lässig und irgendwie luxuriös. Und es passt zu der Unkonventionalität, mit welcher die Jeanneau sich schon im Cockpit von der Masse anderer Großserienyachten abhebt.

Wer allerdings am Waschbecken steht, während sich der oder die Liebste noch im Inselbett flätzt, wird sich mangels einer Tür unweigerlich beobachtet fühlen. Es ist also eine Lösung für die gelebte Zweisamkeit. Immerhin liegt die Dusche seitlich versteckt und mithin uneinsehbar. Das bisschen Privatsphäre bleibt also dann doch. 

Technische Daten und weitere Informationen der Werft finden Sie hier! 

Und hier eine Übersicht über die weiteren Premieren, die wir noch ausführlich vorstellen:

  • Dufour 520 Grand Large – Was die umfangreiche Modellpflege gebracht hat
  • Grand Soleil 52 LC – Wie wandelbar die neue Fahrtenyacht von Cantiere del Pardo ist
Jochen Rieker am 19.09.2017

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