Sun Odyssey 319

Jeanneau setzt wieder auf das kleine Boot

Exklusiv: Die Franzosen arbeiten an einem kompakten Tourer deutlich unter zehn Meter Rumpflänge. Die erste Sun Odyssey 319 soll schon diesen Sommer fertig sein

Michael Good am 13.07.2017
Sun Odyssey 319
Chantiers Jeanneau

Ja, die Nachfrage nach kleinen und kompakten Fahrtenbooten sei wieder deutlich größer geworden, sagt Jeanneau-Produkt-Manager Erik Stromberg. Die Entwickler beim Großserien-Produzenten in Les Herbiers an der französischen Westküste stecken derzeit bis über beide Ohren in Arbeit: Jeanneau plant die Komplett-Erneuerung ihrer Tourenlinie. Den Auftakt in das überarbeitete Programm macht jetzt die Jeanneau Sun Odyssey 440, die mit einer ganzen Menge von interessanten Details aufwartet. Der umfangreiche Exklusiv-Test erscheint bereits in der nächsten YACHT, Ausgabe 16/2016. Das Heft ist ab nächsten Mittwoch, dem 19. Juli am Kiosk erhältlich. 

Und jetzt die große Überraschung: Jeanneau bringt auch wieder ein kleines Boot um 30 Fuß Rumpflänge. Die Franzosen haben das kompakte Marktsegment früher schon mal bedient und damals sogar gleich doppelt besetzt, mit der Sun Odyssey 30i (Test in YACHT 15/2008) und mit der etwas größeren Sun Odyssey 32i (7/2006). Beide Modelle wurden aber wieder vom Markt genommen. Bis dato war und ist die Sun Odyssey 349 (Test 6/2014) mit rund zehn Meter Rumpflänge das kleinste Boot aus Jeanneaus Fahrtenreihe.

Sun Odyssey 319

Sun Odyssey 319 

Die neue Sun Odyssey 319 zeigt nun ebenfalls ein breiteres Heck und wird deshalb auch mit zwei Ruderblättern bestückt. Zudem wird man das Boot wahlweise mit Festkiel oder Schwenkkiel und variablem Tiefgang bestellen können. Der Segelplan ist einfach gehalten. Heißt: kurze Genua (105 Prozent Überlappung), dazu ein reguläres Großsegel ohne nennenswerte Überrundung, dafür ein verstellbares Achterstag. Eine Selbstwendefock wird als Option ebenfalls machbar sein. Auch wird der kleinen Jeanneau ein fester Bugspriet, eine sogenannte Delphinière, mit angebaut. Daran können zusätzliche Segel wie ein Code Zero oder ein Gennaker angeschlagen werden. 

Das Cockpit zeigt ein herkömmliches, einfaches  Layout mit Fallenwinschen seitlich am Niedergang und Schotwinschen auf dem hinteren Cockpitsüll. Im Gegensatz zur rund 50 Zentimeter längeren Sun Odyssey 349 wird die Neue aber nicht mit zwei, sondern nur mit einem Steuerrad ausgestattet; eine Pinnensteuerung ist nicht vorgesehen. 

Das Layout unter Deck  sieht den Ausbau mit zwei abgetrennten Doppelkabinen vor, eine achtern, eine im Vorschiff. Dazu kommt eine kleine Pantry-Einheit sowie eine Nasszelle und eine kleine Navigation. Die beiden Sitzbänke im Salon können ebenfalls als Kojen genutzt werden. Damit bietet der 30-Fußer insgesamt sechs Schlafplätze. 

Sun Odyssey 319

Sun Odyssey 319: Layout mit zwei abgetrennten Kabinen und insgesamt sechs Kojenplätzen

Spannend dürfte sein, was auf dem Preisschild steht; die Werft arbeitet derzeit an den Spezifikationen und an den detaillierten Beträgen. Diese Informationen werden wir an dieser Stelle baldmöglichst nachreichen. Der Prototyp der Sun Odyssey 319 wird schon diesen Sommer fertig sein und dann auch von der Test-Redaktion der YACHT auf den Prüfstand genommen werden. Die kleine Jeanneau wird als Deutschland-Premiere im Januar 2018 auf der Messe in Düsseldorf präsentiert. 

Technische Daten Sun Odyssey 319
Lüa (Rumpflänge) 9,44 m
LWL (Länge Wasserlinie) 9,09 m
Breite  3,46 m
Tiefgang (Standard Festkiel) 1,85 m
Tiefgang (Schwenkkiel optional) 0,75–1,70 m
Gewicht  5,1 t
Segelfläche am Wind  47,6 qm
Motorisierung (Yanmar Einbau) 15 kW / 21 PS
Kapazität Treibstoff 100 l
Kapazität Frischwasser  150 l
CE-Entwurfskategorie A
Konstrukteur Jeanneau Design

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Michael Good am 13.07.2017

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