38ft ORC Lake Racer

Hightech und Innovation gebündelt

09.05.2012 Michael Good, Fotos: judel/vrolijk & Co. - Judel/Vrolijk & Co zeichnen einen ultra-heißen ORC Racer speziell für Bodensee-Verhältnisse. Gebaut wurde das Boot vor Ort bei Speedwave

37 Ft. Lake Racer
Fotograf: © judel/vrolijk & Co.

38ft Lake Racer

Nach vielen Jahren Regatta-Erfahrung mit Serienbooten reifte beim Eigner der Wunsch, sich ein Schiff konstruieren und bauen zu lassen, das speziell auf das am Bodensee übliche ORC-Rating sowie für Leichtwind- und Flachwasser-Bedingungen optimiert sein sollte. Mit der Konstruktion wurde das Bremerhavener Konstruktionsbüro Judel/Vrolijk & Co beauftragt. Der Fokus bei der Optimierung des Leichtwind-Racers lag auf der Rumpfform und der Gewichtsverteilung der Crew. Mit dem hausinternen CFD-Tool (Computational Fluid Dynamics beziehungsweise numerische Strömungsdynamik) haben die Konstrukteure bei Judel/Vrolijk & Co insgesamt 18 Konfigurationen und mehrere Rumpfgeometrien am Rechner getestet, bevor die endgültige Rumpfform feststand.

Der Lake Racer fällt vor allem durch die spezielle Form des Hecks auf. Das hat zum einen mit dem ORC-Rating zu tut, zum anderen mit der Annahme, dass das Schiff am Bodensee vorwiegend bei Leichtwindverhältnissen und deshalb mehrheitlich mit wenig Krängung gesegelt wird. Durch die starke Einschnürung der Wasserlinie soll die benetzte Oberfläche stark verringert werden, zugleich bleibt das Boot hinten breit und ausladend, um trotzdem noch mit Crewgewicht Druck auf der Kante aufzubauen. Bestraft wird dies nach ORC kaum. Gebaut wurde der 38ft ORC Lake Racer bei der Yachtwerft Speedwave Rudi Magg & Co. GmbH in Kressbronn-Gohren am Bodensee, und zwar in Vollcarbon-Leichtbauweise mit Prepreg-Materialien und im Vacuum-Verfahren. 

37 Ft. Lake Racer
Fotograf: © judel/vrolijk & Co.

38ft Lake Racer

Für eine gute Segelperformance sorgen das Kohlerigg mit einem hohen Streckungsverhältnis (aspect ratio) sowie die tiefen, schlanken und CFD-optimierten Rumpfanhänge. Mit einem Ballastanteil von über 40 Prozent bietet das Konzept ein hohes Performancepotenzial. Das Boot wird raumschots mit einem knapp 100 Quadratmeter messenden Gennaker gesegelt. Dafür ist ein fester Bugrüssel angebaut. 

Das große, nach hinten komplett offene Cockpit bietet der Crew einen optimalen Arbeitsbereich. Beim Layout der Beschläge und der Führung von Schoten, Streckern und Fallen wurde darauf geachtet, möglichst viele Leinen unter Deck zu führen, um so das Deck möglichst unverbaut zu halten. Unter Deck ist der 38ft Lake Racer weitgehend leer, deshalb ist auch kein eigentlicher Kajütaufbau vorgesehen. Das soll den Windwiderstand verringern und zudem Gewicht einsparen. 

37 Ft. Lake Racer
Fotograf: © judel/vrolijk & Co.

38ft Lake Racer

Das Eignerschiff kam vor wenigen Tagen probeweise zu Wasser, wurde geriggt und hat auch schon die ersten paar gesegelten Seemeilen hinter sich. Derzeit erhält der Renner eine bunte Beklebung und soll schon zum kommenden Wochenende am internationalen Drei-Länder-Cup zeigen, was er draufhat. 

Die technischen Daten: 
Lüa (Rumpflänge): 11,30 m 
LWL (Wasserlinienlänge): 10,50 m
Breite: 3,40 m
Tiefgang: 2,49 m 
Gewicht: 4,71 t 
Ballast/-anteil:  2,5 t/53 %
Segelfläche am Wind: 85,6 qm
Segelfläche vor dem Wind: 185,0 qm

37 Ft. Lake Racer
Fotograf: © judel/vrolijk & Co.

38ft Lake Racer

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