Flaar 37

Hauptsache schnell: neues Raketenboot vom Plattensee

Kohlefaser-Racer von Flaar Performance Sailing aus Ungarn. Das Geschoss soll schon dieses Jahr die Pokale der großen Binnensee-Klassiker abräumen

Michael Good am 07.03.2017
Flaar 37
Flaar Performance Sailing

Flaar 37

Über elf Meter lang, mehr als 3,30 Meter breit und trotzdem nur gerade 2,2 Tonnen schwer, und das bei einem Ballastanteil von stattlichen 56 Prozent: Die Zahlen werden die einen faszinieren, andere eher beängstigen. Denn die neue Flaar 37 von Flaar Performance Sailing in Ungarn wird schon für dieses Jahr als der großer Abräumer bei den Langstreckenklassikern Kékszalag am Balaton, Rundum am Bodensee, Bol d'Or am Genfer See und Centomiglia am Gardasee gehandelt.

Dementsprechend wurde der Racer von Sportboot-Konstrukteur und Flaar-Miteigentümer Attila Déry sehr konsequent auf den Einsatz bei schwachen bis mittleren Windstärken optimiert. Die besten Ergebnisse sollen bei zwischen 2 und 15 Knoten Wind erreicht werden. Dafür wird der Racer mit einem über 16 Meter hohen Carbon-Rigg von Pauger und reichlich Segelfläche bestückt. Die Segeltragezahl (Segelfläche im Verhältnis zum segelfertigen Gesamtgewicht) liegt bei einem schon fast rekordverdächtigen Wert von 9,6. Im Vergleich: Für "normale" Performance-Boote üblich ist eine Segeltragezahl ab 5,0.

Der erste Prototyp der Flaar 37 ist bereits fertig gebaut und wurde Ende Februar auf der Budapest Boatshow in Ungarn als Premiere präsentiert. Derzeit wird das Boot auf dem Plattensee ersten Werfttest unterzogen. Flaar Performance Sailing hat für den Bau seines neuen Racers ausnahmslos Kohlefaserverbindungen verwendet. Rumpf und Deck sind als Sandwich-Konstruktion mit Schaumkern und Epoxid gebaut, im Vakuum-Infusionsverfahren. Der schlanke T-Kiel kann für das Liegen im Hafen um 60 Zentimeter aufgeholt werden. Damit reduziert sich der Tiefgang von 2,20 auf 1,60 Meter. Und für den Transport lässt sich der Kiel auch komplett abnehmen.

Flaar 37

Der Bugspriet für den Gennaker ist bis auf eine Länge von knapp drei Metern (vor der Bugspitze) ausfahrbar

Die Flaar 37 wird mit zwei Wasserballasttanks von jeweils 460 Liter Inhalt ausgestattet. Dazu (oder stattdessen) können sich die Käufer auch für einen Canting-Kiel mit zusätzlichen Schwertern entscheiden. Ebenfalls machbar sind seitliche ausfahrbare DSS-Foils, welche zusätzlich für aufrichtendes Moment sorgen sollen. Der Machbarkeit ist bei Flaar Performance also scheinbar kaum eine Grenze gesetzt.

Nicht uninteressant ist die erste Preisansage. Rund 210.000 Euro soll die Flaar 37 in der Standard-Ausführung mit Hubkiel und Kohlefaser-Rigg kosten, inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer, aber noch ohne Segel, ohne die Elektronik und ohne Einbaumaschine. 

Die Webseite der Werft

Technische Daten Flaar 37
Lüa (Rumpflänge) 11,28 m
LWL (Länge Wasserlinie) 11,28 m
Gesamtlänge (mit Bugspriet) 14,20 
Breite  3,32 m
Tiefgang (Hubkiel) 1,60–2,20 m
Gewicht  2280 kg 
Ballast/-anteil 1280 kg / 56 %
Segelfläche am Wind 158 qm
Gennaker  128 qm
Masthöhe über WL  16,70 m
Wasserballast  2 x 450 l

Auch vom Balaton: Code 8 im Test bei YACHT-TV

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Michael Good am 07.03.2017

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