JK 28

Hanseboot-Premieren III: neuer Jolli

Mit dem JK 28 ist auf der Hanseboot die Neuinterpretation des Klassikers Jollenkreuzer zu sehen. Länger als ein 20er und mit Ballastschwert

Lars Bolle/Michael Good am 02.11.2015
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Das Projekt JK28 startete als private Initiative von Hans-Werner Zachariassen, Regattasegler aus Hamburg (Finn, Drachen). Er wünschte sich einen gut segelnden Jollenkreuzer, mit mehr Komfort als ein 20er und einfacher zu zweit segelbar. Das Konstruktionsbüro von Judel/Vrolijk & Co in Bremerhaven hatte einen eleganten 30er-Jollenkreuzer im Rechner. Der wurde für der Projekt in der Folge auf eine straßentaugliche Breite von 2,55 Meter und 8,50 Meter Länge angepasst.

Fotostrecke: JK 28

Gebaut wird das Boot bei Rega-Yachts in Polen, ausgebaut bei Thomas Bergner Bootsbau in Trappenkamp, nördlich von Hamburg. Die Werft ist bekannt für ihre schönen, formverleimten 20er-Jollenkreuzer aus Holz. Der JK 28 wird dagegen als GFK-Sandwichkonstruktion gebaut (Rumpf und Deck). Zur Aussteifung wird zusätzlich eine Strukturgruppe aus CNC-gefrästen Sperrholzplatten eingeklebt. Das gesparte Gewicht wandert als Bleifüllung in ein profiliertes 225 Kilogramm schweres Ballastschwert.

Das Rigg wurde vom H-Boot übernommen, jedoch um 10 Prozent hochskaliert. Anders als die herkömmlichen Jollenkreuzer verzichtet das Konzept des JK 28 auf den Einsatz einer kraftraubenden, weit überlappenden Genua. Stattdessen kommt ein kürzeres, dafür höheres Vorsegel zum Einsatz. Wahlweise machbar ist auch eine Selbstwendefock. Eine Rolleinrichtung für Fock oder Genua ist unter Deck eingebaut. An einem ausziehbaren Bugspriet aus Kohlefaser kann auf Wunsch auch ein Gennaker gefahren werden.

Zum Touren zeigt der JK 28 einen einfachen Innenausbau mit vier ausreichend großen Kojenplätzen. Dazu gibt es wahlweise und als Optionen eine Toilette sowie einen kleinen Pantryblock mit Kocher und Spüle. Das Konzept sieht vor, dass das Interieur nur zum Schlafen dienen soll, aber nicht zum Verweilen. Dafür kann die gesamte Plicht bei Schlechtwetter komplett mit einer in die Decksform integrierten Kuchenbude geschlossen werden. 

Mit dem vollständig aufholbaren Ballastschwert und dem angehängten Ruderblatt lässt sich der Tiefgang auf ein Minimum von 20 Zentimetern reduzieren. Damit kann der JK 28 bis direkt ans Ufer gefahren und über eine Rampe geslippt werden. Das 2,55 Meter breite und nur knapp über eine Tonne schwere Boot ist auf einem entsprechenden Straßentrailer ganz einfach zu transportieren. 

Das Boot ist in Halle B 6, Stand A 134 zu sehen. Der Test lesen Sie in der aktuellen YACHT 23, ab Mittwoch am Kiosk.

 Zusätzliche Informationen: www.JK28.org

Lars Bolle/Michael Good am 02.11.2015

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