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Hanseboot-Premieren II: Solaris One 37

29.10.2011 Jochen Rieker, Fotos: YACHT/B. Scheurer - Als Swans des Südens gelten die Yachten der Werft aus Aquileia. Sportlich, elegant, von seltener Qualität. Das gilt auch für die kleinste

Solaris One 37
Fotograf: © YACHT/B. Scheurer
Serigis Neue gehört zu den schönsten Neuheiten in Hamburg

Serigi gelingt, was Nautor schon gar nicht mehr versucht: sportliche Boote der Luxusklasse zu bauen, die in jede Marina passen. Mit 11,40 Meter ist die neue One 37 ein Unikat auf dem Markt. So "klein" und so erlesen fertigt sonst kaum eine der Nobelwerften, die moderne, leistungsorientierte Yachten im Programm führen. Das aktuelle Swan-Angebot, um nur ein Beispiel zu nennen, beginnt inzwischen bei 60 Fuß. 

Schon deshalb besitzt die Solaris eine Sonderstellung unter den Hanseboot-Premieren. Und sie erfüllt die Erwartungen, die man in sie setzt, souverän. Die Linien von Konstrukteur Javier Soto Acebal wirken auf eine unprätentiöse Art elegant, dynamisch und markant.

Zwar ist der Freibord recht hoch geraten, wie bei fast allen Booten mittlerweile. Doch überschreitet das Design nirgends jenes Maß, ab dem die Proportionen verloren gehen, was anderswo schon mal vorkommt. Zwei flache, lange Rumpffenster strecken die Rumpflinie zudem, und auch die sehr hoch liegenden Kimmkanten helfen bei der Strukturierung.  

Besonders die Decks- und Cockpitgestaltung sieht bemerkenswert gut aus. Man fühlt sich fast ein wenig an die bereits erwähnte Swan 60 erinnert, die vor zwei Jahren Maßstäbe setzte, oder – bald zehn Jahre und eine Generation zurück – an die Sweden Yachts 45, die seinerzeit vielen Kennern als Stilikone galt. Bündig eingelassene Luken, sauber strakende Linien, ein unverbautes Deck: so schier und schön wie bei den größeren Schwestern, der One 44 und 48, ist auch die 37er gezeichnet.

Nur ein Detail stört: Der Rudergänger hat hinter den beiden Steuersäulen wenig Fläche zum Stehen, weil das offene Achterschiff direkt hinter ihm um 15 Zentimeter angehoben ist. Das schafft zwar mächtig Raum in der darunter liegenden Backskiste, begrenzt aber den Aktionsradius beim Steuern etwas.

Mit 7,1 Tonnen Verdrängung zählt die Solaris nicht zu den ganz leichten Booten. Kein Wunder bei dem vollwertigen Ausbau unter Deck, auf den wir gleich noch zu sprechen kommen. Das hohe Sparcraft-Rigg mit kurzer Genua – die Püttinge liegen außen am Rumpf und lassen keine weit überlappenden Vorsegel zu – bietet mit insgesamt 78 Quadratmetern aber zumindest der Theorie nach genug Segelfläche, um engagierte Fahrtensegler zufrieden zu stellen. Die Segeltragezahl liegt bei 4,6 und damit im sportlichen, wenn auch sicher nicht im High-End-Bereich. Diese Werte beziehen sich auf den Standardkiel, der mit 2,40 Meter für diese Bootsgröße sehr tief geht. Alternativ gibt es die One 37 auch mit nur 2,10 Meter Tiefgang.

Außer schön segeln kann man auf der Solaris auch schöner wohnen. Der Ausbau in gebürsteter, matt lackierter Eiche könnte Traditionalisten ein wenig kühl erscheinen. Doch wer das Boot selbst erlebt und ertastet, wird kaum ein mehr oder weniger ausgeprägtes Staunen unterdrücken können. Umso mehr, weil auch die Raumaufteilung ausgesprochen gelungen erscheint. Sowohl die Eignerkammer vorn mit Inselkoje als auch Achterkammer und die ungewöhnlich große Nasszelle lassen kaum Wünsche offen. Gleiches gilt für den Salon, der dank der Rumpffenster noch zusätzlich eine gefühlte Weite und Offenheit erlangt.

Fraglos ein Boot mit Wow-Effekt. Nicht laut, aufdringlich oder protzig, sondern edel im besten Sinne.

Was sich, Sie ahnen es bestimmt schon, auch in der Preisliste widerspiegelt. Nein, so eine Yacht gibt es nicht von der Stange. Das ist erlesene Handarbeit. Folglich muss man gegenüber der Großserie mit Kosten um den Faktor 3 kalkulieren. Heißt: irgendwo um, vermutlich eher oberhalb von 300.000 Euro, je nach Extras. Dafür wartet dann am Steg aber auch ein ebenso exquisites wie exklusives Vergnügen.

Neugierig? Halle A1, Stand B 170.

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