Viko Yachts

Hanseboot-Premiere VIII: Viko 30S

Am Stand der polnischen Werft wartet eine Überraschung auf Besucher: schöne Linien statt wie bisher maximale Raumausbeute. Die Hintergründe

Andreas Fritsch am 02.11.2013
Hanseboot-Premiere VIII: Viko 30 S

Hanseboot-Premiere VIII: Viko 30S

Man muss schon zweimal hinschauen, um zu erkennen, dass es sich wirklich um eine neue Viko handelt, denn die Schiffe aus der polnischen Werft sind bislang vor allem durch kompromisslose Raumausbeute aufgefallen. Das heißt enorm viel Freibord: Die Vikos gehören mit zum Hochbordigsten, was zurzeit im Kleinkreuzer-Segment gebaut wird. Und zum günstigsten. Die Polen haben sich ihren Marktanteil in Deutschland durch ebenfalls kompromisslos günstige Preise erkämpft. 

Und dann das: Die Viko 30S ist deutlich flacher als die bisherigen Modelle, glänzt mit harmonischen Deckslinien und wirkt geradezu schick. Doch über den Preis wollen die Polen immer noch punkten: 29.900 Euro für ein 31-Fuß-Schiff, steht am Bug. Das wäre tatsächlich eine Sensation. Also, was ist da los? Deutschland-Importeur André Hochfeld enträtselt zunächst die Design-Wandlung. "Die Werft will eine zweite Linie etablieren, deshalb der Stilwechsel. Die 30S ist ein Design des Italieners Sergio Lupoli, der auch für Comar Yachts arbeitet."

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Genau genommen ist die Viko 30S dasselbe Design wie die Comet 31s, sie wurde aber in vielen Details von Viko verändert. Und tatsächlich ist das erst der Anfang, wie Hochfeld erzählt: "Die Werft hat ausgebaut und in größere Hallen investiert, in Zukunft soll auch eine 35er, 40er und sogar 50er folgen." Die alte Range der sehr voluminösen Boote wird aber nicht etwa abgelöst, sie soll weiter parallel produziert werden.

Weg von den Plänen, rauf aufs Boot. Dort entpuppt sich ein weiterer vermeintlicher Preishammer der Messe als geschickter Marketing-Schachzug: Die Viko kostet 29.900 Euro zwar segelfertig – aber ohne Motor! Wer will, kann das Boot mit einem kräftigen Außenborder an einer Heckspiegel-Aufhängung bestücken; sinnvoller erscheint aber ein Einbaudiesel, der Design- und bauseitig auch vorbereitet ist. Den klassischen Diesel gibt es in verschiedenen Versionen ab 9.000 Euro Aufpreis, auch ein Elektro-Inborder ist möglich. Dazu kommt, dass die günstige Grundversion viele Dinge nicht beinhaltet, die bei anderen Werften Standard sind, ein Blick in die Optionenliste ist also angeraten. 

An Bord gibt es einige Überraschungen, etwa die riesige Achterkammer mit einer Liegefläche quer zur Schiffsachse und enorm viel Platz, in der sogar ausgemachte Riesen bequem Platz finden. Die Vorschiffskoje ist nur mit zwei einfachen Holz-Klapptüren abgetrennt. Die Pantry ist mit einem zweiflammigen Spirituskocher spartanisch gehalten, der Salon wirkt dagegen sehr geräumig und großzügig. Die Nasszelle ist für die Bootsgröße sehr komfortabel. 

Wer das Boot unter die Lupe nehmen will, findet den Viko-Stand in Halle B6, Stand 5a.

Andreas Fritsch am 02.11.2013

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