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Hanseboot-Premiere I – XP-50

Sie ist eine der größten Neuerscheinungen in Hamburger. Und auch sonst ein Traum. Zu Besuch auf X-Yachts derzeitigem Topmodell der XP-Reihe

Jochen Rieker am 28.10.2012
X-Yachts XP 50

Deutschland-Premiere auf der Hanseboot 2012: Die neue XP-50

Die Dänen haben nicht nur den wohl schönsten Stand in Halle A1. Mit der neuen XP-50 können sie den Besuchern auch einen echten Star präsentieren. Ganz außen steht sie, reckt selbstbewusst ihren Carbon-Vorbau, der zugleich als Ankerbeschlag dient, nach vorn. Und am Bug prangt stolz das Logo von Europas Yacht des Jahres 2012/13, wofür sie nominiert ist.  

In der Unübersichtlichkeit von Messehallen ist es mitunter schwer, die Linien einer Yacht zu lesen. Zumal von unten, wo die Perspektive so stark vom üblichen Bild im Wasser schwimmender Schiffe abweicht. Doch selbst hier überstrahlt die von Niels Jeppesen und seinem Konstrukteursteam in Southampton entwickelte Yacht viele andere Entwürfe um Längen.

Fotostrecke: Hanseboot-Premiere: XP-50

Im Bootsbau lösen ja derzeit moderne, flächige Designs die eher technisch anmutenden, verschnörkelteren Konstruktionen der Vergangenheit ab. Schon vor zehn Jahren sind nach und nach die Lochprofile der Alu-Fußrelings verschwunden. Seit kurzem ersetzen langgezogene Fenster die einzeln gefassten Scheiben im Aufbau. Die Cockpits sind offener und klarer strukturiert. Alles wirkt schierer, glatter, reduzierter.

Die XP-Reihe nimmt diese Entwicklungen nicht nur auf, sie führt sie auf ein neues Niveau und setzt sich so klar von der Vorgängerlinie ab – und von vielen Konkurrenten. Wer diesen Trend mag, wird nicht umhin kommen, die 50er zu lieben. Sie ist, zumal auf See, eine selten schöne, stimmige, ungemein elegante und zugleich kraftvolle Erscheinung. Und so segelt sie auch.

Bei den ersten Tests zu Europas Yacht des Jahres in Südengland erwies sie sich als fein austarierte, hoch potente Waffe. Sie zu steuern ist ein Privileg. Die mit Kohlefaser verstärkte Bodengruppe verleiht dem Boot eine extreme Festigkeit – Eigenschaften, die auch schon die kleineren Schwestern der XP-Reihe auszeichnen.

Jede Zunahme von Winddruck setzt sie sofort spürbar in Vortrieb um. Das Gewicht, das X-Yachts durch einen leichteren Ausbau und konsequente Konstruktion im Rumpf eingespart hat, steckte die Werft in die Kielbombe, weshalb die XP-50 sehr steif wirkt.

Mithilfe optionaler Elektrowinden lässt sich ihre immense Kraft auch von kleiner Crew bändigen; Erfahrung und einen Hang zum sportlichen Segeln sollten Eigner aber schon mitbringen. Und auch ein wenig Bereitschaft zum Verzicht.

Denn unter Deck ist sie eher einfach gehalten – für einen 50-Fußer der Extraklasse zumindest. Die Kajütaufteilung erscheint logisch, alle wesentlichen Komfortmaße fanden Berücksichtigung. Aber signifikant mehr Raum oder Luxus als die 44er bietet die XP-50 kaum. Selbst die absenkbare Navi-Ecke ist geblieben – eine Lösung, die eher zu kompakten Großserienbooten passt. Das ist dann aber auch schon die einzige Einschränkung, die man in Kauf nehmen muss. 

Für alle, die sich leichten Herzens von 592.650 Euro trennen können – und noch von ein bisschen mehr für Segel, Elektronik und andere Extras –, muss diese Traumyacht kein Traum bleiben. Alle anderen können sie in Halle A1 zumindest mal aus der Nähe betrachten.

Jochen Rieker am 28.10.2012

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