Foiling für Anfänger

Fliegendes Dinghy, "so einfach wie ein Laser"

Eine neue deutsche Einhandjolle soll das Foilen an die Basis bringen – ein Dinghy für jedermann, für unter 10.000 Euro

Lars Bolle am 06.02.2018
The Foiling Dinghy
AST - Advanced Sailing Technologies

Das Foiling Dinghy soll so einfach wie ein Laser zu segeln sein

Der Name ist so einfach wie das Konzept: The Foiling Dinghy. Mehr Worte braucht es laut Thilo Keller (30) nicht, um seine Neuentwicklung zu beschreiben. Keller, erfolgreicher A-Cat-Segler und Schiffbauingenieur, hat einen Foil-Mechanismus erfunden, der es jedermann ermöglichen soll, den Flugmodus zu erreichen. "Wir haben herausgefunden, dass es eine Marktlücke gibt", so Keller, Geschäftsführer der im Juni 2017 gegründeten Advanced Sailing Technologies GmbH (AST) in Potsdam. "Vielen Interessierten ist das Foilen zu anspruchsvoll, erfordert zu viel Training. Diese Zeit können oder wollen die meisten nach Feierabend oder am Wochenende nicht aufbringen, zumal auch der Wind nicht immer mitspielt. Sie wollen sich einfach draufsetzen und lossegeln. Genau dafür ist unser Dinghy konzipiert: Wer geradeso mit einer Jolle geradeaus fahren kann, wird auch mit dem Foiling Dinghy umgehen können. Es ist so einfach, wie mit einem Laser zu segeln."

Fotostrecke: The Foiling Dinghy

Herzstück des Dinghys ist ein patentierter automatischer Schwertmechanismus, der erfolgreich im A-Cat getestet wurde und im vergangenen Jahr mit dem Foiling-Innovationspreis der Foiling Week ausgezeichnet wurde, einer weltweiten Veranstaltung mit drei Events für Foiling-Neukonstruktionen. Zwei L-Schwerter sind mechanisch miteinander verbunden, das luvwärtige steht etwas senkrechter und verhindert Abdrift, das Leeschwert etwas waagerechter für Auftrieb und aufrichtendes Moment. Zusätzlich sorgt ein T-Ruder für Auftrieb und Stabilität. "In Manövern muss der Steuermann wie gewohnt nur die Schot bedienen, alles andere erfolgt automatisch, er muss nichts einstellen", so Keller. Es würden keine Abtastsysteme wie etwa bei der International Moth (Motte) benötigt.

Die 3,8 Meter lange und 1,8 Meter breite Jolle (2,10 Meter mit ausgefahrenen Foils) wird mit Glasfaser und Epoxidharz im Sandwichverfahren gebaut, der Rumpf soll 30 Kilogramm, das komplette Boot 55 Kilogramm wiegen. Einzig die Foils und das Ruder sind aus Kohlefaser, teilweise im 3D-Druckverfahren hergestellt. Ab sieben Knoten hebt es sich aus dem Wasser und könnte bis zu 25 Knoten schnell sein, würde dabei in die Regionen der Motte vorstoßen. Die Foils reichen nur 1,10 Meter tief, die Jolle wäre also auch ideal für seichte Gewässer.

Das Foiling Dinghy soll für 9.900 Euro auf den Markt kommen. Die erste öffentliche Vorstellung ist auf der Wassersportmesse Hiswa in Amsterdam in der zweiten Märzwoche geplant, außerdem soll das Dinghy an der Foiling Week auf dem Gardasee Ende Juni teilnehmen.

www.facebook.com/foilingdinghy/ 

Lars Bolle am 06.02.2018

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