Beneteau Figaro 3

Fabelpreis für den Großserien-Foiler? Na ja, fast!

Jetzt heißt es, stark sein – oder auf den Weihnachtsmann hoffen. Der Preis für die erste Hochsee-Serienyacht mit Foils steht fest: 184.450 Euro, mindestens

Jochen Rieker am 04.12.2017
Beneteau Figaro3 La Rochelle 2017
EYOTY/Julien Girardot

Seit die ersten Daten und Computer-Illustrationen der Figaro 3 vor einem Jahr bekannt wurden, macht das VPLP-Design Furore. Selbst außerhalb der französischen Rennserie, für die es eigentlich gedacht ist, weckt das Boot allerorten Begehrlichkeiten. Denn es ist die bisher kleinste Hochsee-Rennyacht mit Foils, die in Großserie gebaut wird.

Nur der Preis blieb bis zum vergangenen Wochenende im Vagen. Etwa so viel wie ihre Vorgängerin solle die Neue kosten, hieß es nebelig in Unternehmenskreisen. Allerdings wiesen Insider wie "Monsieur Figaro" Eric Ingouf, der zuständige Entwicklungsleiter bei Weltmarktführer Beneteau, stets darauf hin, dass das keine einfache Aufgabe werde angesichts zahlreicher Kohlefaser-Bauteile.

So sind die Tragflügel die teuersten Komponenten, wohlgemerkt teurer noch als Mast und Motor. Sie werden bei Multiplast komplett aus Carbon-Gelegen laminiert und aufwändig getempert, ohne Sandwich-Bestandteile.

Es nimmt folglich kaum Wunder, dass der Preis der Figaro 3 eben doch um einiges über dem der Figaro 2 liegt. Und es gibt auch nicht nur einen, sondern gleich deren zwei. Die 50 Boote der ersten Serie, die für aktive Mitglieder der Klasse reserviert sind und Anfang 2019 ausgeliefert werden, kosten quasi mit "Einführungsrabatt" schon 184.450 Euro; das sind 40.000 Euro mehr als die letzten Exemplare des Vorgängers.

Danach erhöht sich der Basispreis ab Werft nochmals um fast 25.000 Euro auf dann 208.250 Euro – inklusive Mehrwertsteuer, aber exklusive Segel und Elektronik. Wer die Ausrüstung auf höchstem Niveau ordert, wird insgesamt also an die 250.000 Euro für eine Figaro 3 hinblättern müssen. Ein Volks-Foiler ist das definitiv nicht mehr. 

Für so viel Geld bekommt man auch eine sehr gute gebrauchte Class 40, um einen sportlichen Vergleich zu bemühen. Die verursacht allerdings höhere Folgekosten. Und sie hat, natürlich, keine Foils. 

Beneteau erklärt den Preissprung gegenüber der Figaro 2 übrigens mit der allgemeinen Teuerungsrate. Rechne man die seit 2003 hinzu, als die Vorgängerin debütierte, sei die Neue keineswegs kostspieliger. Arithmetisch zumindest stimmt das. Nur haben sich die Neupreise für Yachten nicht in gleichem Maße verteuert wie der allgemeine Warenkorb. Aber mit dem Argument wird man den Händler seines Vertrauens kaum zu nennenswerten Nachlässen bewegen können. Denn vorerst ist und bleibt die Figaro 3 am Markt konkurrenzlos. 

Jochen Rieker am 04.12.2017

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