Cruiser/Racer

Erste Fotos der neuen Pogo 30

26.04.2013 Jochen Rieker, Fotos: Pogo Structures, YACHT - Bekannt geworden ist die kleine Werft mit Mini-Transat-Rennern und Class 40. Jetzt stellt Structures ihr neues ziviles Einsteigermodell vor

Pogo 30 beim Einwassern April 2013
Fotograf: © Pogo Structures

Pogo 30 beim Einwassern April 2013

Eine Neuentwicklung pro Jahr, mehr gibt es bei Pogo Structures in Benodet nicht. Die kleine Werft, deren Wurzeln in der Hochseerennszene liegen, lässt sich bewusst Zeit und Raum für ihre Modelle. Allein das macht jedes Boot, das Premiere feiert, zu etwas Besonderem. Mehr aber noch das innovative Konzept, das Christian Bouroullec verfolgt.

Seine "Cruiser" vereinen viele Eigenschaften, die man sonst von Minis, Class 40 und Open 60 kennt: Sie sind sehr breit, ziemlich leicht, haben tiefgehende Kiele, Doppelruder, ausgeprägte Kimmkanten, Carbonriggs, vergleichsweise viel Segelfläche und einen kargen Innenausbau. Aber: Sie sind dabei voll tourentauglich, lassen sich leicht bedienen, auch von Ein- oder Zweimann-Crews, und verfügen über erstaunlich viel Volumen unter Deck.

Jüngstes Modell der Bretonen ist die Pogo 30. Sie war eigentlich schon für Dezember angekündigt und sollte auch auf der boot in Düsseldorf stehen. Doch die Entwicklung des Topmodells Pogo 50 hat zu einer Verschiebung der ursprünglichen Pläne geführt. Jetzt endlich ist es so weit. Gestern ging das Neun-Meter-Boot zu Wasser und durchlief die ersten Stabilitätstests. Erste Probeschläge sind für Anfang Mai angesetzt. 

Auffällig gelungen sind die Proportionen der Kleinen. Sie sieht ungemein potent und gemessen an der enormen Breite von 3,70 Metern dennoch wohlproportioniert aus. Die Chines laufen bis zum Steven vor, sorgen für mehr Auftrieb und zusätzliche Formstabilität.

Baunummer 1 verfügt über den elektrohydraulisch betätigten Schwenkkiel, für den die zivile Baureihe der Werft bekannt ist und den auch 10.50, 12.50 und die Pogo 50 haben. Damit lässt sich der Tiefgang von 2,50 Meter auf 1,05 Meter verringern. Bei der Pogo 30 ist er aber nur gegen Aufpreis lieferbar (6700 Euro), ebenso wie Kohlefasermast und Bugspriet. Standard sind ein Festkiel mit 1,93 Meter Tiefgang und ein Alurigg. Das Boot kostet in dieser Grundkonfiguration ab Werft 98.700 Euro.

Darin noch nicht enthalten sind Segel, Antifouling und Übergabe, für die man noch einmal rund 10.000 bis 15.000 Euro kalkulieren muss. Mit einigen Komfort-Extras und Navigationselektronik kommt eine einigermaßen komplett ausgestatte Pogo 30 also etwa 120.000 bis 130.000 Euro teuer; es wird mit Schwenkkiel, Carbonmast und hochwertiger Segelgarderobe aber auch kein Problem sein, dafür 150.000 Euro auszugeben.

Das erscheint sehr viel für ein Boot von nur 9,14 Meter Rumpflänge. In Relation zu dem zu erwartenden Leistungspotenzial, der sorgfältig ausgeführten Sandwich-Konstruktion und dem fahrtentauglichen Interieur ist es aber durchaus angemessen – zumal es am Markt kaum Vergleichbares gibt. 

Weitere Werft-Informationen in Englisch hier! Ein umfangreicher YACHT-Test ist für Ausgabe 14 geplant (ab 19. Juni am Kiosk).

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