J-Boat-Neuauflage

Drei Jahre nach Produktionsende: zweites Leben für die J 109

Sie zählte nach Stückzahlen wie nach Regatta-Silber zu den erfolgreichsten Cruiser/Racern weltweit. Jetzt legt J Boats die J 109 noch einmal neu auf

Jochen Rieker am 16.02.2017
J/109
YACHT/H.-G. Kiesel

Die J/109 wird von J-Boats neu aufgelegt

Ende Januar kursierte die Idee auf der boot Düsseldorf noch in vertraulicher Runde. Key Yachting, der rührige J-Boats-Händler in England, hatte sich vehement dafür ausgesprochen, die J 109 zu reaktivieren. Auf den britischen Inseln gibt es große und aktiv gesegelte One-Design-Flotten – und von langjährigen Eignern unverändert Nachfrage nach dem erstmals 2002 vorgestellten 35-Fuß-Cruiser/Racer.

J/109

Relativ schmales Heck, breite Laufdecks, moderates Freibord – die J 109 wirkt zeitlos

Dem Drängen gab J Composites jetzt nach. Die Werft in Les Sables d’Olonne, europäischer Partner der erfolgreichen US-Marke und Wegbereiter des Modells, nimmt die J 109 erneut ins Programm auf – drei Jahre, nachdem die letzte Yacht das Gelände verlassen hatte. Damit avanciert sie zu den Evergreens am Markt mit immerhin 15 Jahren Produktionszeit – gerade im Regattabereich ist das bei Booten dieser Größe höchst ungewöhnlich.

Doch der Schritt ist durchaus logisch. Als Nachfolger hat J Boats zwei Modelle entwickelt – die sehr reduziert ausgebaute, besonders leistungsfähige J 111 und die voriges Jahr präsentierte J 112 E. Bis sich auch nur um eines der beiden Boote ähnlich starke Felder bilden, wie sie die J 109 derzeit bietet, werden noch Jahre vergehen. Daher tendieren einige Eigner dazu, lieber das bewährte Boot neu zu kaufen.

J/109

Blick unter Deck. Klassische Kajütaufteilung – und ein Hauptschott aus GFK-Sandwich 

Von den Linien her ist die J 109 ohnehin zeitlos. Ihr gemäßigter Freibord, der leichte Decksprung und das verjüngte Heck entsprechen zwar nicht mehr der aktuellen Mode, wirken aber heute noch sehr harmonisch.

Technisch zählte sie ohnehin zu den Besten am Markt: Der Sandwich-Rumpf wird im Scrimp-Verfahren unter Vakuum laminiert; die Werft gibt zehn Jahre Garantie gegen Osmose. Der Bleikiel mit Niro-Finne ist in Machart, Güte und Shape beispiellos. Rodrigging und hydraulischer Achterspanner zählen zum Standard, ebenso perfekt dimensionierte Winschen und Fallenstopper. Alles Merkmale, die anderswo entweder gar nicht oder nur gegen Aufpreis erhältlich sind.

J Composites hat für die "Reinkarnation" ein durchaus attraktives Komplettangebot geschnürt. Mit modernster B&G-Navigationselektronik inklusive Zeus-Plotter und einem Satz Regattasegel von North Sails aus feinstem 3Di-Race-Material kostet das neu aufgelegte Boot 249.000 Euro ab Werft. Der Einstieg in die Klasse lässt sich mit einer J 109 aus zweiter Hand allerdings auch schon für die Hälfte oder weniger realisieren.

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Jochen Rieker am 16.02.2017

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