Messe

boot-Premiere V: Winner 900

Mit der neuen „Kleinen" will die Werft aus Enkhuizen Kunden an die Marke heranführen. Das gelingt eindrücklich, wie die boot belegt

Alexander Worms am 23.01.2013
winner 900

Hübsch: Die neue Winner 900 auf der Messe in Düsseldorf

„Wir haben bislang drei Schiffe verkauft", sagte Winner-Boss Remco Sol am Montag auf der Messe sehr zufrieden. „Das ist super, wir freuen uns riesig, zeigt es doch, dass die Entscheidung für ein Einstiegsmodell genau richtig war." Denn das war die Überlegung: Als Ergänzung zu den bereits vorhandenen 10.20 und 12.20 ein 13-Meter-Schiff bauen oder eben an der kleineren Seite des Spektrums nachlegen? Es ist also die 900 geworden. 

Alles da auf neun Metern

Neun mal drei. Das sind die Außenmaße der Winner 900. Nun ja, der Name lässt es vermuten, aber die Werft hat sich konsequent an die für viele Yachthäfen und einigerorts gar für die Besteuerung wichtige Neun-Meter-Marke gehalten. Und mit 296 Zentimetern in der Breite passt die kleine Winner auch in schmale Boxen. Dass das nicht heißt, dass auch innen Schmalhans regiert, kann ein jeder in Halle 16 bewundern: Ein ordentlicher Salon, breite und vor allem lange Kojen (vorn wie achtern über 2,05 Meter), 1,90 Meter Stehhöhe, Navitisch (!!!), WC-Raum mit auf Wunsch beheiztem Ölzeugschapp und eine ausreichend große L-Pantry. Alles da, alles drin, was Segler zum Leben zu viert an Bord benötigen.

Raumausnutzung in Vollendung

Winner baut in Handarbeit und mithin sehr exakt. Größere Toleranzen, die eine industrielle Fertigung in großen Stückzahlen erfordert, seien nicht vonnöten. „So können wir jeden Millimeter ausnutzen. Auf einem Boot dieser Größe ist das elementar", kommentiert Sol. Genau so ist es: Überall geht die Werft bis maximal an die Außenhaut. Das schafft Raum im Inneren bei sehr ansehnlichen Linien außen, bedeutet aber auch, dass da, wo größere Schiffe Stauraum haben, bei der Winner schon irgendetwas verbaut ist. Da bleibt das Stauraumangebot eher knapp. Das ist allerdings so ziemlich das Einzige, was es am Layout auszusetzen gibt.

Fotostrecke: Winner 9.00

Wandlungsfähig zum Mitwachsen

Auf dem Stand der Werft stehen in Düsseldorf anderthalb Winner 900: eine Ganze und eine, von der nur das Hinterteil zu sehen ist. Denn da zeigt sich eine der vielen Wahlmöglichkeiten: Pinne oder Rad. In der „Welcome Edition", die es schon für rund 80.000 Euro gibt, liegt kein Teak im Cockpit, und es ragt eben die Pinne aus der Plicht anstelle der teureren Räder. Räder? Keine Angst, die Winner verfällt nicht dem Doppelsteuerwahn, gemeint ist die Möglichkeit, zwischen einem festen und dem auf der Messe gezeigten seitlich verstellbaren Steuer zu wählen. Weiterhin lassen sich alle Optionen auch nachträglich einbauen, das Schiff kann also mit Anspruch und Geldbeutel des Eigners mitwachsen. Weitere Wahlmöglichkeiten: Drei Tiefgänge (1,25 bis 1,90 Meter) und drei verschiedene Riggs (12,50 bis 15,50 Meter).

winner 900

Altervative mit Pinne und mobilen Stauboxen im Heck: Die Winner 900

Ob sie auch gut segelt?

Wie könnte man diese Frage auf einer Messe beantworten? Genau, gar nicht. Deshalb hat die YACHT sich die Winner kurz vor Weihnachten mal auf dem Wasser vorgenommen. Der Test erscheint in Kürze. Nur so viel: Auch die 900 ist eine echte Winner. Und deren Segelleistung stehen außer Frage, das Designbüro Van de Stadt hat einen guten Job abgeliefert.

Die Winner 900 ist als Weltpremiere in Halle 16, Stand A 37 zu sehen.

Technische Daten Winner 900  
Lüa (Rumpflänge)  9,00 m
Gesamtlänge  9,00 m
LWL (Länge Wasserlinie) 8,00 m
Breite  2,96 m
Tiefgang Standard  1,60 m
Gewicht  3,0 t
Ballast/-anteil  1,2 t / 40 % 
Großsegel Standard 28 qm
High-Aspect-Fock 19 qm
Gennaker  45 qm
Motorisierung 14 PS 
CE-Entwurfskategorie  A (Hochsee)
Alexander Worms am 23.01.2013

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