Neues Fluggerät

Bekommt der Mothquito einen Stich im Foilermarkt?

Der Mothquito ist ein neuer Foiler-Katamaran, bei dem das Heck ausgefahren werden kann, was bessere Segeleigenschaften verspricht

Lars Bolle am 22.02.2018
Mothquito
mothquito.com

Zu Ehren der International Moth, einem der Vorreiter in Sachen Foiltechnologie, benannte Designer Toni Blanc seinen Entwurf Mothquito, ein Wortspiel aus Motte (Moth) und Mücke (Mosquito). Wichtigstes Merkmal dieses neuen Fluggerätes ist das sogenannte IFS (Increased Foiling System). Es besteht aus den beiden Hauptfoils sowie einer ausfahrbaren Heckpartie.

Die Hauptfoils sollen beide permanent im Wasser bleiben und einerseits für Auftrieb, das Fliegen, sorgen. Zugleich erhöht das leewärtige Foil wegen seiner weiten Ausstellung nach Lee das aufrichtende Moment, womit eine größere Segelfläche möglich wird, als es bei einem Boot dieser Länge normal wäre.

Fotostrecke: Mothquito

Die beiden T-Ruder sind an einer Art Gestänge angebracht, das ausgefahren werden kann. Voll ausgefahren erhöht sich die Länge von 3,05 auf 4,5 Meter und zugleich der Abstand zwischen Hauptfoils und T-Rudern. Dieser große Abstand soll die Gefahr eines Eintauchens der Buge mit anschließendem Überschlag verhindern, falls der Auftrieb verloren geht und der Mothquito abstürzt. Der Steuermann kann sich weiter nach achtern setzen, sein Gewicht verlagern, ohne dass zu viel Last auf die Ruder kommt. Außerdem sind die Hauptfoils relativ weit vorn angebracht, was die Gefahr eines Überschlags zusätzlich minimieren sollte.

Der größere Abstand der Ruderblätter von den Hauptfoils soll zudem das Steuerverhalten verbessern, das ein großes Problem beim Foilen sein kann. Wegen der hohen Geschwindigkeit bewirken selbst kleinste Ruderausschläge starke Kursveränderungen. Dies umso mehr, je dichter die Ruder hinter dem Foil sitzen, der Drehradius wird umso kleiner. Bei den International Moths wird unter anderem deshalb der Pinnenausschlag oft mittels Gummistropps begrenzt, zusätzlich ist das Ruder an einem nach achtern ragenden Gestänge montiert.

Der Mothquito wird ständig auf vier "Beinen", den beiden Hauptfoils sowie den beiden T-Rudern gesegelt, was es vor allem Foiling-Anfängern ermöglichen soll, schnell zu einem Erfolgserlebnis zu gelangen. Alle Anhänge sind zum Slippen oder Beachen einziehbar, auf Trapeze wurde verzichtet.

Der Mothquito wird in Spanien gebaut, derzeit ist der Prototyp in der Fertigung, der Jungfernflug ist für das Frühjahr 2018 geplant. Ein Preis wurde für das Carbongeschoss noch nicht genannt.

mothquito.com

Mothquito Daten
 Länge 3,05 m
Länge mit Foils 4,5 m
Breite 1,8 m
Breite mit Foils 4,8 m
Rumpfgewicht 25–35 kg
Crew 1–2
   
Optionen:  
Selbstwendefock  
Carbonbaum  
Konventionelle Schwerter und Ruder, ohne Foilen  
Junior-Großsegel  
   
   




 

Lars Bolle am 22.02.2018

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