Jules Verne Trophy
"Groupama 3" am Kap Hoorn
Nach rund 32 Tagen, nur einige Stunden vor dem Rekordhalter "Orange II", hat der grüne Maxi-Tri von Franck Cammas gestern Abend die Spitze von Südamerika erreicht. Nach einer langen Zeit des Segelns in hoher, konfuser Welle, Wind bis zu 45 Knoten und Speed im hohen Dreißiger-Knoten-Bereich ging dem Sturm die Puste aus. Es wurde eine Passage im leichten Wind.
Es war ein langer, harter Weg für das französische Team zum berühmtesten Kap. Weit musste "Groupama 3" von der kürzesten Route zum südlichsten Wendepunkt der Reise nach Norden abweichen, um dem großen Sturmtief aus dem Weg zu gehen. Der Vorsprung schmolz von 550 auf gerade noch 200 Seemeilen zusammen.
"Der Southern Ocean ist immer sehr stressig: Das Boot wird vom Seegang extrem belastet, weil du schnell unterwegs sein musst, obwohl der üble, pyramidenförmige Seegang etwas anderes verlangen würde. Das Resultat davon sind ziemlich heftiges Eintauchen in Wellen zusammen mit starken Böen, was bedeutet, dass du ständig in einem Ungleichgewicht der Kräfte bist. Man fragt sich schon, wie das wohl alles enden mag. Es ist mit Sicherheit eine Angst weniger nach dem Runden dieses Kaps, ganz zu schweigen von der Kälte, die wir endlich los sind", so Skipper Franck Cammas.
Leider sieht es so aus, als ob er und sein Team weiter vom Pech verfolgt bleiben: Nach Kap Hoorn warten nun sehr leichte Winde auf sie (siehe Wetterkarte) aus nördlicher Richtung. Ein schneller "Aufstieg" gen Norden ist nicht in Sicht, und es ist damit zu rechnen, dass wieder viel wertvolle Zeit auf den Rekord von 2005 verloren geht. Heute Morgen war der Vorsprung auf magere 96 Seemeilen gefallen und wird weiter sinken. Bruno Peyrons Kat "Orange II" hatte 2005 nach der Passage von Kap Hoorn gute Bedingungen vorgefunden und war bis kurz vor den Äquator in nur etwa acht Tagen gesegelt.









