Volvo Ocean Race

Geradeaus, immer nach Osten

15.12.2011 Dieter Loibner, Fotos: Andres Soriano/Team Sanya/Volvo Ocean Race, Nick Dana/Abu Dhabi Ocean Racing, Diego Fructoso/Team Telefonica - Aufgefächert zu einer breiten Phalanx, entfernt sich die Flotte mit gut 20 Knoten Schnitt von Afrika. Telefónica ist auf ihrem Stammplatz

Volvo Ocean Race 2011/12
Fotograf: © Andres Soriano/Team Sanya/Volvo Ocean Race
In der Spülung: Team Sanya schlägt sich gut mit repariertem Bug. Gegen die neueren Boote wird es im besten Falle aber nur zu Teilerfolgen reichen

Ungemütlich war’s, ganz wie prophezeit. Finster, nass und rau. Nach den ständigen Manövern und unzähligen Segelwechseln der flauen ersten Tage war für die sechs Boote gestern ein deutlicher Taktwechsel angesagt.  Aber jetzt, da alle den Agulhas-Strom durchquert haben, wurde der Turbo zugeschaltet. Dabei tat sich Telefónica hervor und liegt laut Positionsreport von 02:25 Uhr als nördlichstes Boot wieder an der Spitze. Diesen Trick hatte Navigator Andrew Cape schon beim letzten Volvo Ocean Race, damals noch mit Puma, im Repertoire.

Volvo Ocean Race 2011/12
Fotograf: © Nick Dana/Abu Dhabi Ocean Racing
Fast forward: Nach dem Ausfall bei der ersten Etappe will sich Abu Dhabi rehabilitieren. Bisher sind sie gut im Rennen

Aber das könnte im Moment auch besser aussehen, als es tatsächlich ist, denn die beiden Tiefdruckgebiete von gestern hatten sich noch nicht zusammengeschlossen, deshalb gib es dazwischen eine Flautenzone, die es zu durchqueren gilt, bevor es mit strammen Winden aus Norden weitergehen kann. „Das ist die Schlüsselstelle dieser Etappe”, sagt Ian Walker, der mit Abu Dhabi derzeit an zweiter Stelle liegt. „Wenn wir hier gut durchkommen, erwischen wir den Nordwind, der uns schnell zum Hochdruckgebiet im Indischen Ozeans bringt. Wenn nicht, bleiben wir hier tagelang hängen und müssen hart gegenan.”

Volvo Ocean Race 2011/12
Fotograf: © Diego Fructoso/Team Telefonica
Magier am Pult: Andrew Cape hatte bisher eine sehr gute Hand bei der Navigation von Telefónica

Ganz unten, ganz hinten segelt im Moment das Team von Groupama, das aus Erfahrung klug geworden ist und sich auf keine Extremschläge einlässt. „Wenn man sich am Atlantik nicht auskennt, muss man nach Westen”, scherzte Charles Caudrelier an Bord des französischen Boots. „Wennn man sich im Southern Ocean nicht auskennt, soll man nach Süden.” Und das hat Franck Cammas nach dem taktischen Debakel bei den Kapverden auf der ersten Etappe beherzigt.

Auf der Suche nach Wind

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