Volvo Ocean Race

Ein Heimsieg für den Falken

13.01.2012 Dieter Loibner, Fotos: Ian Roman/Volvo Ocean Race - Abu Dhabi wollte, ja musste gewinnen, um sich vor eigener Kulisse zu rehabilitieren. Mit ein bisschen Glück und viel Risiko gelang das auch

Zusammenfassung In-Port Race Abu Dhabi

Die Gladiatoren ritten auf Kamelen ein, ganz im traditionellen Stil des Landes. Doch dann wurde ernsthaft gesegelt beim In-Port Race in Abu Dhabi, und das bei leichten, drehenden Winden, bei denen Bootsgeschwindigkeit allein nichts entscheidet. Das Gedränge an Zuschauerbooten war groß, und besonders am Start bot das Gelegenheit, die Konkurrenz zu düpieren. Jedes Team war zumindest einmal kurz vorn, doch am Ende war das Glück des Tüchtigen auf der Seite von Ian Walker und Abu Dhabi, die sich gegen die stark segelnden Franzosen von Groupama durchsetzen konnten.

Volvo Ocean Race 2011/12
Fotograf: © Ian Roman/Volvo Ocean Race
Helden des Volkes: Abu-Dhabi-Skipper Ian Walker (l.) und Emirats-Segler Adil Khalid lassen sich nach dem Sieg beim In-Port Race feiern

Nach Alicante war's der zweite Sieg bei einem In-Port Race für Abu Dhabi, aber auch das erste wirkliche Erfolgserlebnis, nachdem der Mast schon wenige Stunden nach dem Start der ersten Etappe von oben gekommen war. Vielleicht lag der Heimsieg ja auch ein bisschen an den königlichen Gästen, wie Prinz Andrew, dem Duke of York und Scheich Shakhboot bin Nahyan bin Mubarak Al Nahyan, die auf „Azzam” (der Falke) mitsegelten und wohl nicht so gern Zweite werden.

Volvo Ocean Race 2011/12
Fotograf: © Ian Roman/Volvo Ocean Race
Schampus und Flagge: Abu Dhabi gewinnt nach Alicante (im Bild) zum zweiten Mal ein In-Port Race

„Wir wollten hier gewinnen und waren bereit, dafür Risiken in Kauf zu nehmen”, erzählte der glückliche Walker hinterher vor der Kulisse fahnenschwenkender Fans. „Wir wussten, dass ein Sieg hier etwas Besonderes für alle sein würde.” Dritte war die neuseeländische Camper, die damit ihre Tradition der Podiumsplätze aufrechterhalten konnte, vor Puma, die bald nach dem Start einen Strafkringel drehen musste, und Telefonica, die zwar den besten Start erwischte, dann aber zu viele Fehler beging und am Schluss auf den fünften und letzten Platz zurückfiel.

Samstag um 11 Uhr MEZ gibt’s den Start zum ersten Teil der dritten Etappe, die über mehr als 4.000 Seemeilen nach Sanya in China führt. Die Boote werden wieder nur bis Sharjah an der Nordostküste des Emirats segeln, bevor sie per Frachter durch die Straße von Hormus und das Piratengebiet im Indischen Ozean gebracht werden. An einem geheimen Ort werden sie dann gewassert, um das Rennen nach China fortzusetzen. Die Vorhersage prophezeit NW-Wind zwischen 13 und 16 Knoten, der später bis 22 Knoten auffrischen soll.

Ergebnis In-Port Race

  1. Abu Dhabi Ocean Racing 6 Punkte
  2. Groupama 5
  3. Camper with Emirates Team New Zealand 4
  4. Puma Ocean Racing powered by Berg 3
  5. Team Telefonica 2
  6. Team Sanya DNS*

Zwischenstand Gesamtwertung

  1. Team Telefonica 68
  2. Camper with Emirates Team New Zealand 62
  3. Groupama sailing team 47
  4. Puma Ocean Racing powered by Berg 31
  5. Abu Dhabi Ocean Racing 25
  6. Team Sanya 4 (ist in Abu Dhabi nicht am Start)

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