Vendée Globe

"Safran" verliert den Kiel

12.11.2012 Andreas Fritsch, Fotos: M. Lloyd/DPPI, M.Lloyd, DPPI - Das härteste Rennen um die Welt hat den ersten Ausfall zu vermelden: Favorit Marc Guillemot havariert keine 100 Meilen nach dem Start

Vendee Start
Fotograf: © M. Lloyd/DPPI

Das Feld der Open 60s beim Start

"Ich hörte zweimal einen lauten Knall, dann fiel das Boot blitzschnell auf die Seite. Zum Glück war ich sowieso gerade an den Schoten, so konnte ich schnell alles loswerfen, und 'Safran' blieb halbwegs stabil", erzählte der Franzose. Da der Open 60 volle Ballasttanks hatte, kenterte er nicht und kehrte mit eigener Kraft nach Les Sables zurück. Nachdem Taucher das Boot untersucht hatten, war klar, was der Skipper schon wusste: Der Kiel ist etwa 30 Zentimeter unter dem Rumpf abgerissen. Ein bitterer Moment für Guillemot, der so gut gestartet war, das Feld angeführt hatte und als einer der Top-Favoriten galt. Es ist noch nicht klar, ob "Safran" mit Treibgut kollidiert ist, allerdings berichtete der Skipper von keinem plötzlichen Abbremsen des Bootes. Es könnte sich also auch um Materialversagen handeln. "Safran" ist der einzige Open 60 im Feld mit einer Kielfinne aus reinem Titan. Guillemot versprach volle Aufklärung der Ursachen nach einer Untersuchung der Bruchstelle. 

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Fotograf: © M.Lloyd, DPPI

Marc Guillemot nach der Rückkehr

Mittlerweile ist der bedauerliche Ausfall aber schon vergessen, denn das Rennen geht in eine erste taktisch spannende Phase. Vor der Nordküste Portugals zieht von Norden ein Gebiet von schwachem Wind auf, das das Feld teilen könnte. Während eine Führungsgruppe von vier, fünf Yachten noch in guten Bedingungen von fast 20 Knoten Wind segelt, werden die Boote etwas weiter hinten im Laufe des Tages von dem schwächeren Wind eingeholt und werden langsamer werden. Die führenden "Macif" (François Gabart), "PRB" (Vincent Riou) und "Banque Populaire" (Armel Le Cléac’h), die von Anfang an stark Tempo gemacht haben und schon im Vorfeld als die wohl schnellsten Boote gehandelt wurden, haben sich bei dem Amwind-Kurs durch die Biskaya die entscheidenen 20, 30 Meilen Vorsprung herausgesegelt, die den Unterschied ausmachen könnten für einen ersten soliden Vorsprung. 

Zurzeit sieht es so aus, als ob noch der Schweizer Bernard Stamm ("Cheminées Poujoulat") und Jean-Pierre Dick ("Paprec-Virbac 3") den möglichen Cut vor dem nächsten Wettersysteme schaffen könnten, der Brite Alex Thomson auf Platz 6 liegt mittlerweile schon rund 60 Meilen zurück. Vom Start und dem Ausfall von "Safran" sowie der Rückkehr für kurze Reparaturen von Bernhard de Broc und seiner  "Votre Nom Autour du Monde avec EDM Projets" gibt es mittlerweile erste Videobilder (siehe unten) 

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Fotograf: © M.Lloyd, DPPI

Der Stand des Rennens heute um 9:00 Uhr

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