Segeln olympisch

"Am Start war die Hölle los"

17.11.2015 Tatjana Pokorny, Fotos: Matias Capizzano/49er & 49erFX Worlds - Solider Auftakt für Erik Heil und Thomas Plößel, Fehlstart für Justus Schmidt und Max Boehme – die Stimmung im Team ist laut Trainer gut

49er & 49erFX Weltmeisterschaft 2015
Fotograf: © Matias Capizzano/49er & 49erFX Worlds

Aggressive Blitzstarts überraschten Schmidt/Boehme am ersten WM-Tag

Unterschiedlicher hätten die beiden deutschen Top-Crews nicht in die 49er-Weltmeisterschaft starten können: Erik Heil und Thomas Plößel, Europameister von 2014, eröffneten die Welttitelkämpfe mit einem soliden neunten Platz nach den ersten drei Wettfahrten. Justus Schmidt und Max Boehme dagegen, amtierende Europameister, fanden sich am Abend des ersten Regattatages auf dem 32. Platz wieder. Steuermann Schmidt wusste auch um die Gründe für den verpatzten Auftakt: "Wir hatten einen eher zurückhaltenden Start der Flotte in die WM erwartet. Doch das Gegenteil war der Fall: Am Start war die Hölle los! Und wir haben keinen Fuß in die Tür bekommen."

Die Zusammenfassung zeigt, wie anspruchsvoll die ersten Rennen im Revier vor Buenos Aires in Argentinien waren.
49er & 49erFX Weltmeisterschaft 2015
Fotograf: © Matias Capizzano/49er & 49erFX Worlds

Auch bei den 49erFX-WM-Starts ging es zur Sache

Trainer Thomas Rein hat es im WM-Revier vor Buenos Aires ganz ähnlich gesehen: "Justus und Max haben leider bei zwei Starts zu sehr auf Sicherheit gesetzt und mussten sich bei beiden Rennen nach vorn kämpfen." Das gelang jedoch nur begrenzt. Dennoch ist der Coach überzeugt: ""Da ist nach wie vor alles drin – auf die Goldfleet sind es nur vier Punkte Rückstand, und insgesamt sind noch 16 Rennen zu segeln." Heil und Plößel dagegen, so Thomas Rein, hätten "einen sehr soliden Tag ausgepackt". Darauf ließe sich jetzt aufbauen. Die Bedingungen seien bei sechs bis acht Knoten Wind und ohne stabiles Muster schwierig gewesen. Die Stimmung im Team sei trotz der angespannten Situation bestens.

49er & 49erFX Weltmeisterschaft 2015
Fotograf: © Matias Capizzano/49er & 49erFX Worlds

Einige Crews wie diese Däninnen segeln inzwischen mit Helm

Auch der Trainer hatte am Montag die aggressiven Starts der gesamten Flotte der 61 Boote aus 27 Nationen beobachten können. Entsprechend neu eingestellt werden die deutschen Herren heute ihre vier geplanten Rennen bestreiten. Für sie geht es nicht nur um Medaillen und gute WM-Platzierungen, sondern im zweiten Teil der dreiteiligen nationalen Olympia-Ausscheidung auch um die persönliche Fahrkarte nach Rio. Voraussetzung zum Olympiastart in der Disziplin ist allerdings die Sicherung des Nationenstartplatzes durch eines der Teams. Drei Nationenstartplätze werden bei dieser WM vergeben.

Leichter haben es die deutschen 49erFX-Seglerinnen – ihre zweite Ausscheidungsregatta findet erst bei der WM 2016 im amerikanischen Revier vor Clearwater statt. Befreit von olympischen Notwendigkeiten, können sich die fünf DSV-Crews ganz auf die WM konzentrieren. Erfolgreichste Starterinnen der Segelnationalmannschaft waren am ersten Tag die beiden Berlinerinnen, die auch schon den olympischen Nationenstartplatz im 49erFX gesichert hatten: Victoria Jurczok und Anika Lorenz lagen nach den ersten vier WM-Wettfahrten auf Platz elf. Die WM endet am 21. November.

 

 

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