Little America's Cup

Zwischen Hochspannung und Desaster

26.08.2010 Andreas Fritsch, Fotos: C. Launay, C.Launay - Packende Rennen der C-Class Kats vor New York doch die Kenterung von Mitfavorit "Aethon" endet mit einem Mastbruch

Fotograf: © C. Launay
Enges Match: Australiens "Alpha" und Titelverteidiger "Canaan"

Die Kleinen zeigen den Großen wie es geht: War das America's Cup Match zwischen Alinghi und BMW-Oracle ein kurze und recht einseitige Veranstaltung, geht es bei den kleinen C-Kats spannend zu. Sieben Crew starteten diesmal zur Jagd nach dem Little America's Cup, die ersten Rennen endeten mit spektakulären Zieleinläufen mit 2 Sekunden Vorsprung.

Der Little Americas Cup war schon immer der Hort der Multihulls. Die filigranen Boote mit festen Profilflügeln gelten als technisch nicht weniger ausgefeilt als BMW-Oracles Wunderwaffe beim letzten Cup — nur eben in klein. Dafür spricht auch, das der Sieger-Steuermann des "großen" Cups mit am Start ist: James Spithill segelt zusammen mit Glenn Ashby für Australien deren Kat "Alpha".

Beim Little AC ist das kanadische Team um Fred Eaton Titelverteidiger, der dem US-Team von Steve Clark, die Trophäe 2007 abnahm. Gerade die Revanche dieser beiden Kontrahenten wurde mit Spannung erwartet. Sowohl Clark ("Aethon") als auch Eaton ("Canaan") haben für diesen Cup neue Boote gebaut und gingen mit großen Hoffnungen in das Event, das vor den Gewässern des New York Yacht Clubs gesegelt wird. Weiterhin am Start sind ein britisches Team ("Invictus"), ein französisches ("Patient Lady VI"), sowie ein weiteres kanadisches ("Orion").


Doch zum Re-Match kam es nicht: Im ersten Fleet-Race sorgte ein dicht passierender Frachter für Turbulenzen, die Steve Clarks Vorschoter offenbar unvorbereitet erwischten, so dass er das Gleichgewicht verlor und aus dem Trapez über Bord ging. Für das ans Limit überpowerte Boot natürlich ein Desaster. Sofort begann "Aethon" zu kentern und obwohl Steve Clark alles versuchte dies zu verhindern, nahm die Katastrophe ihren Lauf. Das Boot kenterte komplett durch und das filigrane Rigg wurde zerstört. Das Aus für Clarks Team, das kein Ersatzrigg dabei hat.

Doch das Rennen wurde dennoch ein Krimi. James Spithill und Glenn Ashby, (letzterer ist A-Kat Weltmeister), lieferten dem Favorit "Canaan" ein enges Rennen und siegten in drei Wettfahrten zweimal, erst das dritte Rennen ging an die Kanadier. Auf Platz drei liegen die Briten, gefolgt von Frankreich und Kanadas zweitem Team.

Zurzeit wird noch im Fleet-Race Modus gesegelt, zum Wochenende folgen dann die Match Race Durchgänge bis zum Finale.

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