102. Fördewoche

Zweite Halbzeit in Flensburg

13.09.2012 Bendix Hügelmann, Fotos: Hajo Andresen - Wechselhafte Winde, enge Zweikämpfe und ein neuer Deutscher Meister – eine Bilanz der ersten Hälfte der Traditionsveranstaltung

J80 German Open
Fotograf: © Hajo Andresen

German Open der J80 auf der Flensburger Förde

Gleich mehrere Events werden in diesem Jahr unter dem Titel der 102. Flensburger Fördewoche ausgetragen. So finden neben den traditionellen Dickschiff-Regatten zeitgleich die German Open der J/80- Klasse statt; die Swan- Yachten, welche im Rahmen der Fördewoche ihre Swan Baltic Sea Challenge aussegeln, gehören mit der nunmehr 18. Auflage ihres sportlichen Klassentreffens inzwischen fast zum Inventar. 

Für die J/80 ging es am vergangenen, ersten Wochenende bereits ums Ganze. Die schnellen Rüsselboote ermittelten an drei Wettfahrttagen im Rahmen der inoffiziellen, deutschen Meisterschaft „German Open“ ihren Meister. 19 Teams hatten den Weg nach Flensburg gefunden, darunter mit einer polnischen und einer dänischen Meldung erneut vorsichtige Beteiligung aus den umliegenden Nachbarländern. 

Nach acht Wettfahrten bei teils sehr wechselhaften Bedingungen auf der anspruchsvoll zu segelnden Flensburger Förde stand mit dem Team "Pike" (GER 614) mit Martin Menzner an der Pinne ein überlegener Sieger fest. Nachdem das Team um Menzner bereits zur Kieler Woche hatte glänzen können, schloss die Crew aus Kiel ihre Saison mit einer fast tadellosen Serie erfolgreich ab. 

„Die Jungs sind wirklich klasse gesegelt, waren immer schnell unterwegs und über weite Strecken einfach überlegen", sagte Torsten Viebrock, Mastmann auf der sechstplatzierten "Anegada".

Erste Halbzeit für die Dickschiffe

Auch für die Dickschiffe ging es am vergangenen Wochenende bereits um die Fässer und Fahrwassertonnen von Flensburg. Im Rahmen des NOSPA-Cups, welcher von Samstag bis Sonntag ausgesegelt wurde, konnten in den Vermessungsklassen ORC International und ORC Club jeweils sechs Wettfahrten gesegelt werden.

Vor allem bei den größeren Yachten der anspruchsvollen ORC-International-Klassen herrschte im Vorfeld der Fördewoche noch unruhiges Abwarten: Wie bereits so häufig in dieser Saison, blieben bis unmittelbar vor Schluss die Meldungen aus. Nur zehn Eigner gingen letztlich an die Startlinie. Für den harten Kern der ORCi-Szene war mit der Weltmeisterschaft in Helsinki Anfang August das Highlight der Saison offenbar bereits gelaufen, und es fehlte bei vielen Teams die Zeit, um vor Flensburg nachhaltig zu segeln.

Dass die Rennen trotzdem spannend und hochkarätig waren, verrät ein Blick auf die Ergebnisliste: So trennt in Klasse ORCi 1 die ersten drei Yachten nur jeweils ein Punkt. Überraschend war der Sieg der TP 52 "Stevewonder" mit Steuermann Tim Kröger. Durch tatkräftige Unterstützung der Damencrew der "Tutima", die ihre Yacht bei der WM durch eine Grundberührung beschädigte, gelang Kröger ein knapper Sieg vor der "Veolia", einer Serienyacht vom Typ Xp38 der Eignergemeinschaft Torsten Bastiansen/Sven Christensen. Auf Rang drei tummelten sich die Jungs von der "Silva Hispaniola", welche nach ihrer guten Leistung vor Helsinki zeitlich bedingte Crewprobleme kompensieren mussten.

Der Skipper des erfolgreichen Jugendteams, der BWL-Student Dennis Gehrlein, sagte: „Wenn kurzfristig wichtige Positionen neu besetzt werden müssen, läuft nicht alles optimal – wir sind mit unserer Stammcrew eine super Saison gesegelt. Als die Zusage für die Fördewoche bei vielen von uns wegen Uni-Stress oder sonstigem ausblieben, hatten wir die Wahl – Event ganz absagen oder Ersatz suchen und trotzdem starten. Und dann ist die Entscheidung doch eigentlich klar, oder?“

Bei den kleineren ORCi-vermessenen Booten siegte in der Sammelklasse ORCi 2-4 Altmeister Jens Tschentscher am Rohr der X-332 Sport "Patent 3" von Eigner Jürgen Klinghardt. Zweiter dieser Klasse wurde die dänische X-37 Hansen von Michael Möllmann vor dem deutschen Doppelmeister des Hamburger Segel- Clubs Max Gurgel (RubiX). 

Die "Patent 3"-Crew ersegelte zudem mit einem berechneten Sieg über alle ORCi-Klassen den NOSPA-Cup für die beste ORCi-vermessene Yacht. 

Der zweite Teil der Fördewoche beginnt heute.

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