Segeln olympisch

WM-Aus für "Wonder Kids" nach Crash

13.02.2016 Tatjana Pokorny, Fotos: Sailing/Energy/Pedro Martinez, privat, Laurens Morel/WM2016 Clearwater - Paul Kohlhoff und Carolina Werner müssen bei der WM vorzeitig die Segel streichen. Nach einem "T-Bone-Crash" ist ihr Kat schwer beschädigt

Testregatta Rio 2015
Fotograf: © Sailing/Energy/Pedro Martinez

Starker Auftritt: Bei der olympischen Testregatta im vergangenen Jahr mischten die Jüngsten im Feld das Establishment auf. Paul Kohlhoff und Carolina Werner segelten bei der Generalprobe vor Rio auf einen vielbeachteten vierten Platz. Bei der laufenden WM vor Clearwater aber lief unter Ausscheidungsdruck von Beginn an wenig nach Plan. Das vorzeitige Aus kam mit dem Crash am Samstag

Das Ende kam so abrupt wie die Situation, die dazu führte: Paul Kohlhoff und Carolina Werner müssen bei der Weltmeisterschaft der neuen olympischen Mixed-Katamarnklasse Nacra 17 vorzeitig die Segel streichen. In der Startphase des 13. Rennens kam es zwischen den auf Steuerbord segelnden Kielern und einem bulgarischen Team zum klassischen "T-Bone-Crash", bei dem sich einer der Rümpfe des bulgarischen Katamarans in Steuerbordrumpf des deutsches Bootes bohrte. Während das bulgarische Boot mit geringem Schaden davonkam, versuchten Kohlhoff/Werner zwar noch die Luvmarke zu erreichen, stellten doch aber fest, dass ihr einmal oben nach unten gespaltener Rumpf zuviel Wasser machte. "Wir wären wohl gesunken, wenn wir noch weitergesegelt wären", sagte der enttäuschte Steuermann Paul Kohlhoff. Die Mannschaft hatte in der Startphase durch eine Lücke durchschießen wollen, doch, so Kohlhoff, "da fehlte uns leider ein Meter, als wir über eine Welle schossen".

WM Nacra 17
Fotograf: © privat

Der Nacra 17 von Paul Kohlhoff und Carolina Werner nach dem Crash am Start von WM-Rennen 13

Die Crew hat ihren Fehler mit einem Penalty bereinigt. Doch das Boot ist bis zum Ende der WM am Samstag nicht mehr zu reparieren. Ohnehin hätten Kohlhoff/Werner nach mehren verpassten Rennen am Samstag keine Chance mehr, am Sonntag noch in die Top 20 vorzustoßen und im Kampf um die Olympia-Fahrkarte zu punkten. Nach Aufsehen erregenden Ergebnissen bei großen Regatten im vergangenen Jahr – so etwa Platz fünf bei der Weltmeisterschaft 2015, mit dem Kohlhoff/Werner den deutschen Startplatz für die olympische Regatta vor Rio sicherten, und Platz vier bei der olympischen Testregatta – müssen die zu "Deutschlands Segel-Aufsteigern des Jahres 2015" gewählten Kieler nun erstmals einen schweren Rückschlag verkraften. Für sie war die WM von Beginn an nicht optimal gelaufen. Der Druck der laufenden nationalen Olympia-Ausscheidung hatte ihnen die bekannte Leichtigkeit geraubt, die Angst vor Frühstarts zu extrem konservativen Starts ohne Chance auf vordere Plätze verleitet.

WM 2016 Nacra 17
Fotograf: © Laurens Morel/WM2016 Clearwater

Die WM der neuen olympischen Mixed-Katamaran-Klasse Nacra 17 endet ohne dieses Boot: Paul Kohlhoff und Carolina Werner sind mit beschädigtem Boot ausgeschieden

In Abwesenheit der Kieler von den letzten WM-Wettfahrten haben nun die Flensburger Rivalen im Kampf um die Olympia-Fahrkate, Jan Hauke Erichsen und Lea Spitzmann, die unverhoffte Chance, einen Teil ihres Neun-Punkte-Rückstandes auf Kohlhoff/Werner gutzumachen. Dafür muss die Crew vom Flensburger Segel-Club bis Sonntag in die Top 20 segeln. Für WM-Platz 20 gibt es einen Punkt. Für jeden besseren Platz einen Punkt mehr. Paul Kohlhoff und Carolina Werner können dabei nur noch zusehen und auf eine bessere Regatta beim Ausscheidungsfinale im Rahmen des Sailing World Cups vor Hyères vom 25. April bis zum 1. Mai hoffen. "An das Revier haben wir gute Erinnerungen", sagte der erst 20 Jahre alte Paul Kohlhoff und konnte schon wieder ein wenig lächeln, "da haben wir im vergangenen Jahr unser erstes Medaillenrennen gesegelt."

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