America's Cup
"Wir sehen das sehr, sehr positiv"
Mehrere Wochen war er in Verhandlungen mit dem bayerischen Automobil-Hersteller. Am Ende platzte der Traum eines gemeinsamen Syndikats. Doch Mike Illbruck, der vergeblich auf Unterstützung aus München gehofft hatte und seine Cup-Pläne für dieses Jahr abschreiben musste, sieht den Einstieg von BMW beim US-Team von Oracle-Gründer Larry Ellison dennoch als Gewinn. "Das ist ein ganz wichtiger Schritt für die deutsche Segelei", sagte er im Gespräch mit YACHT online.
Illbruck betonte, dass das Engagement der Autobauer eine Trendwende im Sportsponsoring der deutschen Industrie einleiten könne. "Wenn BMW Segeln als strategische Sportart begreift und zweistellige Millionenbeträge zur Verfügung stellt, ist das ein Signal."
Während die Nachricht vom Einstieg bei "Team Oracle" in Teilen der deutschen Presse kritisch kommentiert wurde, weil BMW wenig Kompetenz und zu diesem späten Zeitpunkt auch nur begrenzte Vermarktungschancen habe, spricht Illbruck von einer mutigen und richtigen Entscheidung. "Wir sehen das sehr, sehr positiv."
Auf das Scheitern seiner eigenen Verhandlungen mit den Münchner angesprochen, sagte er: "Das ist gelaufen. Wir hatten ein anderes Konzept und waren nicht annähernd so weit wie Oracle heute. Aber wir sind nach wie vor in gutem Kontakt und wünschen dem Team viel Erfolg."
Zum Stand seiner derzeitigen Sponsorensuche mochte sich der Unternehmer und Regattasegler (Farr 40) nicht äußern. Aus Wirtschaftskreisen verlautet allerdings, dass das Klima noch nie günstiger für den Segelsport gewesen sei als gerade jetzt.
Ein halbes Dutzend internationaler Großunternehmen mit Sitz in Deutschland prüft nach Informationen der YACHT derzeit Einstiegsmöglichkeiten, darunter mindestens ein weiterer Automobilhersteller. Für das Team "Pinta Challenge" muss der Einstieg von BMW bei Oracle deshalb kein Nachteil sein. Im Gegenteil.
Das Syndikat um Gründer und Chef Mike Illbruck plant nach dem sensationellen Sieg im Volvo Ocean Race jetzt eine Teilnahme am America's Cup 2006. Schon im Herbst, beim bevorstehenden Louis Vuitton Cup, werden Skipper John Kostecki und weitere Experten in Auckland vor Ort sein, um Erfahrungen zu sammeln und "Aufklärung" zu betreiben.










