Matchracing

Williams mit Willenskraft zum WM-Titel

30.01.2016 Tatjana Pokorny, Fotos: Robert Hajduk/WMRT - Weder Psychospielchen des Gegners noch die anspruchsvollen Bedingungen konnten das Team um Ian Williams vom Triumph in Malaysia abhalten

Monsoon Cup 2016
Fotograf: © Robert Hajduk/WMRT

World Match Racing Tour 2015: Ian Williams ist zum sechsten Mal Weltmeister der Duellsegler und hat damit drei Titel mehr aufzuweisen als "Mr. America's Cup" Russell Coutts, der die Matchrace-WMs 1992, 1993 und 1996 gewann

Der britische Matchrace-Steuermann Ian Wiliams hat beim Monsoon Cup zum sechsten Mal die Weltmeisterschaft der Duellsegler gewonnen. In Malaysia setzten sich die Engländer im spannenden Finale gegen das Team von Taylor Canfield von den amerikanischen Jungferninseln mit 3:0 durch. Das klare Ergebnis täuscht über die tatsächlich packende Begegnung hinweg.

Monsoon Cup 2016
Fotograf: © Robert Hajduk/WMRT

Der sechste Triumph für Ian Williams, der mit seinem GAC-Pindar-Team bei der Siegerehrung in Malaysia jubelt

Canfields Crew hatte alle drei Starts der Finalrennen gewonnen und Williams Mannschaft in den letzten zwei Duellen sogar Penalties aufzwingen können. Doch alle Attacken reichten nicht, um den smarten britischen Anwalt aus der Ruhe zu bringen und vom Thron zu schubsen. Williams ließ sich auch nicht davon aus der Ruhe bringen, dass Canfield am Vorabend der Finalläufe offiziell verkündete, dass er in der kommenden Saison mit Williams Stamm-Taktiker Chris Main segeln wolle.

Monsoon Cup 2016
Fotograf: © Robert Hajduk/WMRT

Im Halbfinale war der Traum von Titel ausgeträumt. Routinier Björn Hansen (r.) und seine Mannschaft wurden Dritte

Williams sagte nach dem Finale, dass es genau dieses Verbalmanöver an Land gewesen sei, das ihn erst richtig angefeuert habe. "Und es hat die Irritationen zwischen Chris und mir bereinigt. Es hat das Team noch besser miteinander verschmelzen lassen, sodass wir heute auf einem noch höheren Level agieren konnten. Also, vielen Dank, Taylor!" Williams setzte sich mit überragender Bootsgeschwindigkeit und herausragender Leistung seines Taktikers durch. Vom Tour-Gesamtpreisgeld in Höhe von 440.000 US-Dollar sicherte sich Williams mit seiner Crew 80.000 US-Dollar. Für den Sieg beim Monsoon Cup kassierten die Briten noch einmal rund 75.000 US-Dollar zusätzlich.

Monsoon Cup 2016
Fotograf: © Robert Hajduk/WMRT

Versuchte alles, scheiterte aber im Finale am großen Rivalen Williams: Steuermann Taylor Canfield von den amerikanischen Jungferninseln

Canfields Team beendete auch die Saison auf Platz zwei der Tour-Wertung vor Björn Hansens schwedischem Team, das diesen Platz auch beim Monsoon Cup erkämpfte. Im kleinen Finale setzten sich die skandinavischen Routiniers mit 3:0 gegen das Schweizer Team von Eric Monnin durch. 

Die Tour wird 2016 teilweise auf Katamaranen und teilweise noch auf Einrumpfern mit einem verkürzten Programm fortgesetzt und beginnt im Revier des australischen Küstenortes Fremantle.

Gesamtergebnis World Match Racing Tour 2015

(nach dem Finale in Malaysia, Monsoon Cup 2016)

1. Ian Williams (GBR), GAC Pindar, 142 Punkte

2. Taylor Canfield (ISV), US One, 132 Punkte

3. Björn Hansen (SWE), Nautiska Racing, 130 Punkte

4. Phil Robertson (NZL), WAKA Racing, 100 Punkte

5. Eric Monnin (SUI), Team SailBox, 96 Punkte

6. Keith Swinton (AUS), Black Swan Racing, 96 Punkte

7. Joachim Aschenbrenner (DEN), Aschenbrenner Racing, 92 Punkte

8. Johnie Berntsson (SWE), Berntsson Sailing Team, 76 Punkte

9. Reuben Corbett (NZL), Corbett Racing, 76 Punkte

10. Nicolai Sehested (DEN), Trefor Match Racing, 65 Punkte

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