Vendée Globe

Weihnachts-Duell am West Pacific Gate

25.12.2012 Tatjana Pokorny, Fotos: JPD/Vendée Globe, DLM/Vendée Globe, Wavre/Vendée Globe - Armel Le Cléac'h und François Gabart ringen um die Führung, Stamm vor Reparatur-Stopp. Alex Thomson feiert sein erstes Vendée-Weihnachten

Jean-Pierre Dick
Fotograf: © JPD/Vendée Globe

Jean-Pierre Dick in Weihnachtslaune im Vendée Globe 2012/2013

Nach fast 45 Tagen auf See ringen die Franzosen Armel Le Cléac'h und der junge François Gabart immer noch um die Führung im Solorennen um die Welt. Heiligabend schob sich im Vendée Globe wieder der Ältere vor den Jüngeren: Le Cléac'h stahl "Golden Boy" Gabart die Weihnachtsshow und hatte am westlichen Ende des West Pacific Gate etwa 1800 Seemeilen östlich von Dunedin und 2800 Seemeilen vor Kap Hoorn die Bugspitze rund zweieinhalb Seemeilen vorne. Pünktlich zum Fest hatte sich auch der Querabstand zwischen den beiden auf wenige Seemeilen reduziert. Zum gemeinsamen Feiern aber hatten die Rivalen bei ihrer Hatz um den Globus trotzdem keine Zeit. Ihr schönstes Geschenk: 25 Knoten Wind! Die letzten 10000 Seemeilen bis ins Ziel laufen und es gibt keine Anzeichen dafür, dass einer der beiden im Duell um den Sieg bei der siebten Auflage des Klassikers nachgeben wird.

Tanguy De La Motte
Fotograf: © DLM/Vendée Globe

Tanguy de Lamotte feiert Weihnachten im Südpolarmeer

Der Schweizer Bernhard Stamm hat zur selben Zeit ganz andere Probleme. Er muss den Hafen von Dunedin anlaufen, um seinen Hydrogenerator zu reparieren. Er ist inzwischen auf Platz sechs zurückgefallen und wird weitere Verfolger passieren lassen müssen.

D. Wavre
Fotograf: © Wavre/Vendée Globe

Dominique Wavre kuschelt an Bord mit dem Weihnachtsmann

Glücklichere Tage erlebt Alex Thomson auf "Hugo Boss". Der Zweite im Barcelona World Race 2008, der sein Boot in der Vendée Globe 2004 mit Strukturschäden aufgeben, im Velux 5 Oceans Race 2006 in einer dramatischen Rettungsaktion von See geborgen werden musste und in die letzte Vendée-Auflage erst gar nicht starten konnte, weil er wenige Wochen vor dem Start von einem Fischerboot gerammt worden war, erlebt sein erstes Vendée-Weihnachtsfest auf See und muss es wie ein Bergfest empfinden. In seinem Video von Bord präsentierte sich der Brite in bester Feiertagslaune: "Wir segeln mit 25 Knoten Bootsgeschwindigkeit. Es ist etwas feucht hier. Ich warte gerade auf den Weihnachtsmann. Aber falls er nicht kommt - ich habe schon angefangen, mir einen Bart wachsen zu lassen..."

Jean-Pierre Dick feiert bereits sein fünftes Vendée-Globe-Weihnachtsfest auf See. Mit Express-Geschwindigkeit arbeitet der Skipper der "Virbac-Paprec 3" daran, den Rückstand auf das dynamische Duo an der Spitze der Flotte zu verkleinern. Knapp 500 Seemeilen betrug die Differenz am Weihnachtsmorgen. Dick vermeldete von Bord: "Bei mir ist alles bereit für Weihnachten. Mein Team hat einen Weihnachtsbaum aus Holz versteckt. Dazu eine Weihnachtsmütze und eine rote Oakley-Sonnenbrille. Also habe ich mich als Weihnachtsmann verkleidet. Ich habe aber leider keine Zeit, Weihnachten in der Küche zu verbringen..."

Am Mittag ab 12.30 Uhr werden sich die Skipper in der täglichen Radiosendung live von Bord melden (www.vendeeglobe.org). 13 sind noch im Rennen. Die Rote Laterne des Schlusslichts hängt weiter im Heck der "Team Palstique" von Alessandro di Benedetto. Den Franko-Italiener trennen rund 4600 Seemeilen von Führungsduo.

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