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Volvo-Ocean-Race-Chef tritt zurück

19.12.2007 Carsten Kemmling, Fotos: Volvo Ocean Race - Glenn Bourke legt sein Amt aus „familiären Gründen“ nieder und erschwert dadurch die Situation für das Weltrennen 2008

Fotograf: © Volvo Ocean Race
Glenn Bourke

Was ist los in der Segelwelt? Der America´s Cup liegt danieder. Die Olympia-Szene muss sich nach dem Rauswurf des Tornados mit massiver Kritik auseinandersetzen. Beim Barcelona World Race segeln nur noch zwei von neun Booten auf Augenhöhe, seit die Masten wie Streichhölzer knicken. Und nun stürzt der Abgang von Mr. Volvo Ocean Race Glenn Bourke das wichtigste Ozeanrennen in eine Krise.

Der dreimalige Laser-Weltmeister aus Australien hat seinen Job als Geschäftsführer des Volvo Ocean Races gekündigt. Bourke (47) begründete den Schritt mit seiner Familie. „Meine Kinder sind in einem Alter, wo ich glaube mehr Zeit mit ihnen verbringen zu müssen. Schließlich stehen sie auf meiner Prioritätenliste ganz weit oben.“

Dennoch kommt der Schritt zu diesem Zeitpunkt überraschend. Denn das Volvo Ocean Race, das von Oktober 2008 bis Juli 2009 in elf Etappen um die Welt führen soll, ist sein Baby. Und es steht ohnehin unter Druck. Bisher haben nur sieben 70-Fuß-Yachten gemeldet. Und das sind vermutlich zu wenig für ein spannendes Rennen.

Durch Bourkes Rücktritt leidet das Vertrauen in das Volvo Projekt weiter. Zumal sich die Organisatoren zuletzt Hoffnung gemacht hatten, von der America´s Cup Schwäche profitieren und weitere Meldungen bekannt geben zu können.

Der Australier führt seit November 2002 die Geschäfte des Volvo Ocean Races und wollte die Veranstaltung mit radikalen Maßnahmen zu einem effektiven Marketing-Werkzeug aufbauen. Unter anderem führte er die spektakulären 70 Fuß Schwenkkieler für die 2005/2006 Regatta ein.

Sie garantierten spektakuläre Bilder. Leider war die Überlegenheit der „ABN Amro I“ zu groß, um echte Spannung aufkommen zu lassen. Das sollte im nächsten Jahr anders werden. Besonders die Erschließung des asiatischen Marktes mit Etappenzielen in Indien, Singapur und China sollte die Attraktivität für Sponsoren steigern. Der große Effekt lässt aber bisher auf sich warten.

Vor dem Engagement beim Volvo Race war Glenn Bourke Geschäftsführer des Cruising Yacht Club of Australia in Sydney wohin er nach der erfolgreichen Organisation der Olympischen Segelspiele in Sydney gewechselt war. Danach führte er in gleicher Position die siegreiche Volvo Ocean Race Kampagne von Michael Illbruck.

Zweimal vertrat er sein Heimatland als Aktiver unter den fünf Ringen, in der Flying-Dutchman-Klasse (1980) und im Finn Dinghy (1992). Von 1988 bis 90 gewann er die Laser-WM. Beim America’s Cup war Glenn Bourke als Cup-Verteidiger 1987 mit der "Kokaburra" sowie als Taktiker des Herausforderers "OneAustralia" 1995 dabei.

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