Olympia-Ausscheidung
Vier Teams in den Top Fünf
Strömender Regen hielt die DSV-Asse nicht davon ab, vor Perth und Fremantle in Winden zwischen 14 und 20 Knoten von Erfolg zu Erfolg zu eilen. „Da fühlt man sich doch gleich wie zu Hause“, scherzte der 49er-Steuermann Tobias Schadewaldt aus Kiel nach gelungenem Einsatz. Nach der flauen ersten WM-Hälfte herrscht neuer Optimismus in der deutschen Mannschaft.
Der Lübecker Lasersegler Simon Grotelüschen und die 49er-Segler Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann trugen mit ihren Tagessiegen zum super Ergebnis der DSV-Flotte bei. Schadewaldt/Baumann sind nach zwei Rennen Gesamt-Dritte. Schadewaldt: „Wir sind vorsichtig in das erste Rennen gestartet, haben dann aber gemerkt, dass mit unserem Speed mehr drin ist. Nach der Mittagspause sind wir mit etwas mehr Risiko gestartet und dann auf und davon. Rennen drei war einfach super!“
Der in der nationalen Olympia-Ausscheidung im Laser mit sechs Punkten vor Philipp Buhl führende Simon Grotelüschen liegt nach zwei Wettfahrten auf Platz vier. „Es waren keine einfachen Rennen heute“, sagte er, „weil doch die eine oder andere Gewitterfront durchzog. Aber am Ende war es ein sehr guter erster Tag. Ich weiß ja, dass ich meine Leistung abrufen kann“
Im Starboot bauten Robert Stanjek und Frithjof Kleen ihre Führung in der nationalen Olympia-Ausscheidung aus und trugen als Gesamt-Dritte nach vier Wettfahrten zum Wendepunkt in der plötzlich steil nach oben zeigenden Leistungskurve der deutschen Nationalmannschaft bei. Flankiert wurden Stanjek/Kleen dabei von den Lübeckern Johannes Babendererde und Timo Jacobs, die mit Platz sechs im Zwischenklassement glänzen. RS:X-Surfer Toni Wilhelm (Dobern) stand seinen Teamkollegen kaum nach und beendete seinen ersten WM-Tag nach zwei Rennen auf Platz fünf.
„Wir wussten, dass unsere Disziplinen mit den heißen Eisen im Feuer erst in der zweiten WM-Hälfte liegen“, sagte DSV-Vizepräsident Torsten Haverland in Perth. „Dass wir aber einen so guten Start erwischen, überrascht uns doch.“
Bei den 470er-Frauen verpatzten Kathrin Kadelbach und Friederike Belcher ihren WM-Auftakt mit einem Frühstart. Nach zwei Rennen liegen ihre Rivalinnen im Kampf um die Olympiafahrkarte vorn: Tina Lutz und Susann Beucke sind 17., Kadelbach und Belcher liegen nur auf Platz 38. Die beiden Teams trennen in der laufenden Olympia-Ausscheidung nur zwei Punkte.
Im Matchrace sind Silke Hahlbrocks Hoffnungen auf eine frühzeitige Qualifikation für die Olympischen Spiele vorerst geplatzt: Das Hamburger Matchrace-Team kann den Sprung unter die Top Acht nach schwacher Zwischenrunde kaum mehr schaffen und muss auf ein Last-Minute-Olympiaticket bei einer Regatta im Februar vor Miami hoffen. Dort werden die letzten drei der insgesamt nur zwölf zur Verfügung stehenden olympischen Startplätze im Matchrace vergeben.
Bundestrainer Diederik Bakker zollte seinem Matchrace-Team trotz der mäßigen Ergebnisse in der Zwischenrunde Respekt: „Ich bin sehr stolz auf die Mädels. Sie segeln erst seit sechs Wochen in neuer Konstellation mit Ersatzfrau. Das ist natürlich keine optimale Voraussetzung für eine Weltmeisterschaft mit Olympiaqualifikation. Ich bin ganz sicher: Sie haben die Chance und die Nerven, im Februar einen der drei dann noch übrigen Startplätze zu sichern, wenn es hier nicht klappt."










