Kieler-Woche
Vier Medaillen für die deutsche Nationalmannschaft
Zum Finale der olympischen Disziplinen setzten sich die deutschen Crews gut in Szene, schoben sich in den Gesamtwertungen nach vorn. Zu einem Gesamtsieg reichte es allerdings lediglich für Titelverteidiger Heiko Kröger, der sich in der Paralympics-Klasse 2.4mR erneut Gold holte.
Silber gab es aber überraschend für Franziska Goltz (Kiel) im Laser Radial sowie die Starboot-Shooting-Stars Johannes Babendererde/Timo Jacobs (Lübeck/Kiel). Und der EM-Vierte Philipp Buhl (Kiel) ergatterte als Dritter im Laser noch eine weitere deutsche Kieler-Woche-Medaille.
Schnelles Handeln war zum Abschluss der Regatten in den olympischen Disziplinen gefragt, denn der schwache Wind aus westlichen Richtungen drohte im Laufe des Tages wieder von der Thermik-Brise aufgehoben zu werden. Daher hatte Wettfahrtleiter Jobst Richter gleich drei statt der üblichen zwei Bahnen auslegen lassen, um in schneller Folge die Klassen über die Bahn zu bringen. Die Eile zahlte sich aus, denn nach dem ersten Start um 11 Uhr waren alle neun Flotten-Klassen bereits vor 13 Uhr wieder im Hafen - mit einigen Top-Platzierungen für die deutschen Mannschaften. „Das war wirklich ein versöhnlicher Abschluss“, sagte Richter. „Heute morgen hatte ich echte Sorgen, dass der Wind nicht durchstehen würde. So ein Wetter wie heute wünsche ich mir auch für die kommenden Tage. Insgesamt sind wir in den ersten Tagen allerdings zu wenig gesegelt."
Heiko Kröger setzte am letzten Tag seine ansteigende Form fort und beendete das Geschehen mit einem Tagessieg und einem dritten Rang. „Das waren heute zwei Super-Rennen", freute sich Kröger über seinen fünften Erfolg vor Kiel.
Völlig überrascht von ihrem Erfolg war Laser-Seglerin Franziska Goltz: „Das ist mein bestes Ergebnis überhaupt. Zur Europameisterschaft kam ich noch überhaupt nicht zurecht, habe immer wieder falsche Entscheidungen getroffen, jetzt hat alles geklappt." Goltz musste sich auf ihrem Heimatrevier nur der US-Amerikanerin Paige Railey geschlagen geben.
Für die deutsche Starbootcrew Babendererde/Jacobs kam der zweite Platz fast ebenso überraschend. Nach einem verbogenen Mast am ersten Tag musste sie ein Rennen aufgeben und später auf ein anderes Rigg umsteigen. „Der Mast lief aber auch ganz gut, und auf den kurzen Kursen war der Speed nicht so entscheidend", sagte Jacobs. Zum Finale rückten sie sogar noch den Superstars Robert Scheidt/Bruno Prada (Brasilien) auf den Pelz. „Wir hatten einen Nullstart und haben bis zum Schluss geführt, dann ist uns aber noch eine Crew durchgerutscht. Ein bisschen schade, denn mit einem Tagessieg hätten wir Scheidt noch geholt", berichtete Babendererde.
Durchatmen konnte Philipp Buhl, der mit Platz fünf zum Abschluss auf den Bronzerang fuhr. „Es hat gereicht, um eine Medaille abzustauben, mehr wollte ich nicht", sagte Buhl. Den Kieler-Woche-Sieg holte sich der zweimalige Weltmeister Tom Slingsby (Australien).
Bei den Surfern belegte der Wahl-Schweizer Toni Wilhelm (Kiel) im Finale den dritten Platz und landet damit in der Gesamtwertung auf Rang fünf. Der Kieler-Woche-Sieg ging an Franzosen Julien Bontemps. Der Silbermedaillengewinner von Qingdao beherrschte das RS:X-Feld. Sieben Wettfahrten inklusive des Finalrennens entschied der Franzose für sich.
Auch bei den Surferinnen durften die Deutschen zum Abschluss noch einen dritten Rang feiern. Moana Delle lag bis kurz vor dem Ziel sogar auf Rang zwei musste dann aber die polnische Gesamtsiegerin Agata Brygota passieren lassen. „Es war ein tolles Rennen, aber zum Schluss hatte ich kaum noch die Kraft, um mich am Gabelbaum zu halten", berichtete die 21-jährige Kielerin, die insgesamt auf Rang vier kam.
Top waren zum Abschluss auch die deutschen 470er-Frauen. Kathrin Kadelbach/Friederike Belcher (Berlin) wurden im Finale Zweite, verpassten eine Medaille als Vierte aber knapp. An der Spitze dominierte die US-Amerikanerin Sarah Ayton das Geschehen.
Mit Platz zwei im Medal-Race der 49er präsentierten auch die Titelverteidiger Lennart Briesenick-Pudenz/Morten Massmann (Flensburg) ihre Klasse. Insgesamt reichte es für sie zum siebten Platz beim Triumph des Briten John Pink.
Bei den 470er-Männern konnte die gesamte internationale Konkurrenz nur staunend auf die Australier Matthew Belcher/Malcom Page schauen, die alle vier Fleetraces gewonnen hatten und nur im Finalrennen die Schweden Anton Dahlberg/Sebastian Östling (Gesamt-Zweiter) den Vortritt lassen mussten. Doch der Vorsprung der Australier war zu groß, um den Kieler-Woche-Titel der Australier noch zu gefährden. „Normalerweise bevorzugen wir Starkwind, daher ist es schön zu sehen, dass wir auch bei Leichtwind gut sind", freute sich Page über den Sieg.
Im Finn-Dinghy gewann der Kroate Ivan Kljakovic Gaspic. Der amtierende Europameister verdrängte den Silbermedaillengewinner von Athen, Rafael Trujillo (Spanien), der als Führender ins Finalrennen gestartet war. „2004 habe ich hier gewonnen, 2008 knapp verloren. Jetzt möchte ich gern wieder ganz nach vorn fahren", hatte Trujillo noch am Morgen gehofft. Doch der Spanier musste sich mit dem dritten Gesamtrang begnügen. Zweiter wurde der Ukrainer Oleksiy Borysov.
Beim Match-Racing der Damen endete die Medaillenjagd der Hamburger Crew um Silke Hahlbrock (Hamburg) im Viertelfinale. Sie kam schließlich auf Rang sechs, während sich die Russin Ekatarina Skudina das Kieler-Woche-Gold sicherte.
Ergebnisse Kieler Woche vom 23.6.2010
Olympische Klassen:
470er M (5): 1. Mathew Belcher / Malcolm Page (AUS) 1,1,1,1,4,8; 2. Anton Dahlberg / Sebastian Östling (SWE) 5,3,3,4,2,17; 3. Sime Fantela / Igor Marenic (CRO) 4,2,2,1,12,21; 4. Mantis Panagiotis / Paul Kagialis (GRE) 1,3,2,11,8,25; 5. Matsunaga Tetsuya / Imamura Kimihiko (JPN) 2,5,5,10,14,36; 6. Staurt McNay / Graham Biehl (USA) 5,4,18,4,6,37; 7. Pablo Santurde / Alejandro Ramos (ESP) 6,6,8,8,10,38; 8. Vladimir Chaus / Denis Gribanov (RUS) 8,12,7,2,18,47; 9. Adam Roberts / Nick Martin (USA) 9,4,11,9,16,49; 10. Ben Saxton / David Kohler (GBR) 3,11,4,15,20,53;
470er W (5): 1. Sarah Ayton / Saskia Clark (GBR) 2,1,7,10,8,28; 2. Lisa Ericson / Astrid Gabrielsson (SWE) 4,7,13,2,6,32; 3. Henriette Koch / Lene Sommer (DEN) 1,5,8,21,2,37; 4. Kathrin Kadelbach / Friederike Belcher (Berlin) 10,4,5,20,4,43; 5. Marina Gallego / Julia Rita (ESP) 8,3,14,9,12,46; 6. Tara Pacheco / Berta Betanzos (ESP) 39,2,1,3,10,55; 7. Agnieszka Skrzypulec / Jolanta Ogar (POL) 20,6,4,18,14,62; 8. Annina Wagner / Marlene Steinherr (Kiel) 3,10,6,27,16,62; 9. Tina Lutz / Susann Beucke (Bergen) 5,39,3,1,18,66; 10. Ingrid Söderström / Linnéa Wennergren (SWE) 7,8,9,25,22,71;
Laser (5): 1. Tom Slingsby (AUS) 1,1,1,3,6,12; 2. Clay Johnson (USA) 4,9,5,1,2,21; 3. Philipp Buhl (Sonthofen) 5,4,2,2,10,23; 4. Pavlos Kontides (CYP) 4,5,3,7,8,27; 5. Simon Grotelüschen (Kiel) 1,2,5,8,12,28; 6. Thomas Ryan (AUS) 10,3,6,6,4,29; 7. Michael Leigh (CAN) 4,3,2,1,20,30; 8. Wannes van Laer (BEL) 3,13,2,3,14,35; 9. Mike Bullot (NZL) 5,11,1,4,16,37; 10. Karol Porozynski (POL) 3,11,4,7,18,43;
Finn (6): 1. Ivan Kljakovic Gaspic (CRO) 3,4,3,5,(17),8,23; 2. Oleksiy Borysov (UKR) 9,3,2,6,(25),4,24; 3. Rafael Trujillo (ESP) 8,1,1,1,(19),18,29; 4. Zach Railey (USA) 2,8,16,(22),2,2,30; 5. Jonathan Lobert (FRA) 4,2,10,(36),4,11,31; 6. Deniss Karpak (EST) 5,9,4,(10),1,14,33; 7. Björn Allansson (SWE) 10,(13),6,7,10,6,39; 8. Michael Maier (CZE) 8,7,(23),4,12,11,42; 9. Giorgio Poggi (ITA) 4,6,5,12,(24),20,47; 10. Florian Raudaschl (AUT) 15,5,(41),19,5,16,60;
Star (6): 1. Robert Scheidt / Bruno Prada (BRA) 1,4,2,1,(8),14,22; 2. Johannes Babendererde / Timo Jacobs (Lübeck) 2,(23),3,5,9,4,23; 3. Mark Mendelblatt / Magnus Liljedahl (USA) (12),7,5,3,1,12,28; 4. Robert Stanjek / Philipp Stanjek (Berlin) 7,8,(16),4,4,8,31; 5. Diego Negri / Enrico Voltolini (ITA) 4,5,4,2,(15),18,33; 6. Matthias Miller / Benedikt Wenk (Laupheim) 6,2,7,13,(16),6,34; 7. Johannes Polgar / Koy Markus (Hamburg) 5,3,6,10,(23),10,34; 8. Kunio Suzuki / Daichi Wada (JPN) 23,(23),1,11,3,2,40; 9. Andy Horton / James Lyne (USA) 3,9,(9),8,2,22,44; 10. Eivind Melleby / Petter Mørland Pedersen (NOR) (13),1,10,9,11,16,47;
Laser Radial W (5): 1. Raily Paige (USA) 2,3,6,2,(30),8,21; 2. Franziska Goltz (Kiel) 6,6,7,1,(31),4,24; 3. Maiken Foght Schütt (DEN) 7,10,5,1,(30),2,25; 4. Alberte Holm Lindberg (DEN) 5,1,2,4,(31),16,28; 5. Tatiana Drozdovskaya (BLR) 2,1,3,5,(30),18,29; 6. Krystal Weir (AUS) 7,2,5,11,(31),6,31; 7. Sarah Lihan (USA) 3,7,6,6,(30),12,34; 8. Nathalie Brugger (SUI) 4,5,3,8,(31),14,34; 9. Alicia Cebrián (ESP) 3,15,1,7,(31),10,36; 10. Sarah Gunni (DEN) 5,3,1,13,(31),20,42;
RS:X M (8): 1. Julien Bontemps (FRA) (2),1,1,1,1,1,1,2,8; 2. Ivan Pastor (ESP) 1,1,1,2,5,2,(5),8,20; 3. Grodzicki Lukasz (POL) (8),5,6,1,1,3,2,4,22; 4. Micha Majewski (POL) 1,2,2,2,2,10,(13),10,29; 5. Toni Wilhelm (Dogern) 6,3,7,3,2,(8),4,6,31; 6. Maksym Oberemko (UKR) 2,4,4,4,4,(7),6,12,36; 7. Michal Przybytek (POL) 3,3,4,3,3,6,(12),18,40; 8. Hyung Kwon Kim (KOR) 6,4,3,6,5,(12),8,14,46; 9. King Yin Chan (HKG) 11,(11),9,5,3,4,3,16,51; 10. Ho Tsun Leung (HKG) 5,6,5,5,6,9,(11),20,56;
RS:X W (7): 1. Agata Brygo (POL) 2,4,(9),7,2,1,4,20; 2. Blanca Manchon (ESP) 4,2,4,(24),1,4,8,23; 3. Jessica Crisp (AUS) 6,6,7,2,4,(7),2,27; 4. Moana Delle (Soest) 8,(9),6,3,3,5,6,31; 5. Olga Maslivets (UKR) 1,1,1,4,(7),6,18,31; 6. Jannicke Stalstrom (NOR) 5,8,(10),1,5,2,14,35; 7. Bryony Shaw (GBR) (9),3,2,6,6,3,16,36; 8. Maja Dziarnowska (POL) 3,5,3,10,(11),10,12,43; 9. Demita Vega de Lille (MEX) 11,10,8,8,12,(14),10,59; 10. Hei Man Chan (HKG) 10,7,5,11,(13),8,20,61;
49er (10): 1. John Pink / Rick Peacock (GBR) 6,2,3,1,9,9,(10),4,6,7,47; 2. Allan Norregaard / Peter Lang (DEN) 4,7,6,5,1,10,5,(11),2,7,47; 3. Nico Luca Marc Delle Karth / Nikolaus Leopold Resch (AUT) 9,3,7,2,5,5,11,6,(11),2,50; 4. Chris Draper / Peter Greenhalgh (GBR) 1,1,12,3,2,11,2,(13),8,10,50; 5. Dylan Fletcher / Alain Sign (GBR) 6,6,9,1,1,4,(14),3,7,18,55; 6. Emil Toft Nielsen / Simon Toft Nielsen (DEN) 7,7,4,2,5,1,4,7,(9),20,57; 7. Lennart Briesenick-Pudenz / Morten Massmann (Flensburg) 4,3,7,6,17,(25),1,8,10,4,60; 8. Yann Rocherieux / Morgan Lagraviere (FRA) 3,2,4,15,4,12,6,(26),1,14,61; 9. Peter Krüger Andersen / Nicolai Thorsell (DEN) 15,4,1,10,(21),8,8,5,5,12,68; 10. Erik Storck / Trevor Moore (USA) 10,1,(18),8,6,3,15,2,16,16,77;
Damen Match Race: 1 Ekatarina Skudina (RUS); 2 Claire Leroy (FRA); 3 Anna Tunnicliffe (USA); 4 Genny Tulloch (USA); 5 Katie Spithill (AUS); 6 Silke Hahlbrock (GER);
Paralympische Klasse
2.4mR (12x): 1. Heiko Kröger (Timmerhorn) 1,3,9,12,4,4,6,6,3,4,5,(14),1,3,61; 2. Helena Lucas (GBR) 17,6,6,1,8,8,7,1,1,1,4,(35),6,8,74; 3. Thierry Schmitter (NED) 7,1,1,14,5,7,14,12,8,(14),3,3,7,1,83; 4. Barend Kol (NED) 16,4,2,3,2,9,5,3,11,(18),10,6,2,12,85; 5. Jens Als Andersen (DEN) 6,8,3,4,6,12,4,10,(13),6,6,2,11,10,88; 6. Bjørnar Erikstad (NOR) 5,5,11,6,10,5,1,(35),7,7,9,12,4,7,89










