Portimão Global Ocean Race
Vertraute Verfolgerrolle für "Beluga Racer"
Wie viele Tage, wie viele Wochen in diesem Rennen war es schon so? Die Chilenen auf "Desafio" segeln vorneweg, Boris Herrmann und Felix Oehme folgen dahinter. Das reicht den Deutschen zum Gesamtsieg. Aber sie wollen mehr. Nur: Ist mehr wirklich drin?
Derzeit vergrößert sich der Abstand auf die Chilenen mit jeder Positionsmeldung. Und die Wetterentwicklung favorisiert auch weiterhin das rote Boot.
Der Wind dreht auf West bis Nordwest und wird an Stärke zunehmen. Derzeit gilt es, gut durch eine Zone mit flauen Bedingungen zu kommen und sich rechtzeitig in den Ausläufer eines Tiefdrucksystems östlich von Neufundland einzuklinken.
Dafür sind die Chilenen etwas besser positioniert als Boris Herrmann und Felix Oehme, denn sie sollten als Erste frischen Wind bekommen und könnten bis zum Wertungstor von dann nahezu idealen Bedingungen profitieren.
"Der Abstand ist riesig", kommentiert Felix Oehme die Situation. "Aber diese Etappe sollte für alle Gelegenheiten für Meilen-Gewinne und Verluste bieten. Wir werden ein Auge auf die Chilenen haben und mit der gleichen Geduld und dem gleichen Selbstbewusstsein, die sie uns in diesem langen Rennen gelehrt haben, auf Chancen warten, den Spieß umzudrehen.”
Zumindest einen kleinen Vorteil haben die Deutschen. Auf "Desafio Cabo de Hornos" ist wieder einmal der Windmesser ausgefallen. Das heißt: Steuern nach Gefühl, nach Verklicker, Spionfäden und unter Autopilot Steuern nach Kompasskurs statt nach Windeinfallswinkel. Bisher hat das Felipe Cunillos und José Munoz allerdings nicht gebremst.
Da sind die Bastelarbeiten auf den beiden anderen Booten, "Team Mowgli" und "Roaring Forty", deutlich umfangreicher. Sie hängen entsprechend weit zurück, haben mit dem Ausgang des Rennens aber ohnehin nichts mehr zu tun. Kaum vorstellbar, dass sie in den Kampf um den Etappensieg noch einsteigen können — umso mehr, wenn "Beluga Racer" und "Desafio" in den kommenden 24 Stunden auf den Express zum Wertungstor aufspringen. Dann könnte sich die Lücke von derzeit rund 200 Seemeilen noch weiter vergrößern.










