America's Cup
Unglaubliche Szenen
Der heutige Finaltag beim Act 12 wird als einer der denkwürdigsten in die Cup-Historie eingehen. So viele enge und spektakuläre Rennen an einem Tag wird es selten gegeben haben. Das lag zum einen daran, dass die etwa gleichstarken Teams heute aufeinander trafen, und zum anderen am Wind, der erstmals bei dieser Regatta die 16 Knoten Marke überschritt.
Der Höhepunkt war die Kollision zwischen BMW Oracle und Luna Rossa. Chris Dickson hatte zuvor in einem extrem engen Entscheidungsmatch nach spektakulären Luvkämpfen, Scheinmanövern und unter Ausnutzung aller möglichen Regelfinessen mit elf Sekunden Rückstand gegen Team New Zealand verloren und den Finaleinzug verpasst.
Deshalb musste er im kleinen Finale gegen Luna Rossa antreten, das Team, das gestern gegen Alinghi 0:2 verloren hatte. Dickson stand wohl noch unter Adrenalin vom Halbfinal-Match, jedenfalls holte er sich in der Vorstartphase schnell einen Penalty ab, als er zu eng vor den Italienern halste.
Dann verlor er auch noch den Start relativ klar gegen seinen australischen Widersacher James Spithill, gab sich aber noch lange nicht geschlagen. Wende um Wende kämpften sich die Amerikaner an Luna Rossa heran, aber sie schafften es nicht, vor dem Schiff zu passieren und auf die rechte Seite zu kommen. Immer wieder wendete Spithill vor dem Bug und segelte nach rechts.
Dann das entscheidende Manöver. Anstatt erneut vor der mit Wegerecht von rechts anstürmenden Luna Rossa zu wenden, fiel Dickson hart ab, um hinter deren Heck zu passieren. Die Italiener konterten aber ihrerseits mit einer Wende. Da sie dabei extrem Fahrt verloren stand sie den Amerikanern im Weg.
Das dürfen sie so lange die Wende abgeschlossen ist. So aber entschieden die Schiedsrichter, dass Luna Rossa noch nicht auf einen Amwindkurs abgefallen war, als Dickson krachte mit seinem Bugspriet in die Backbordseite der Italiener krachte. Dabei knickte das Teil ab und hinterließ eine hässliche Spur im Schiff des Gegners.
Da sich der Schaden im Bereich des Backstag-Beschlags befand beschlossen, die Italiener, das Rennen aufzugeben. Die Gefahr, dass der Mast von oben gekommen wäre, erschien ihnen zu groß. So bekamen sie von den Schiedsrichtern nicht nur die Schuld zugesprochen, sie haben in der Nacht auch noch einen ernsthaften Schaden zu reparieren. Deshalb legten sie Protest gegen die Strafe ein, was in diesem Fall erlaubt ist. Die Entscheidung wird morgen früh erwartet.
Das Deutsche Team konnte heute die erhofften zwei Siege gegen China einfahren. Das erste Rennen entschied Jesper Bank nach einem spektakulären Startmanöver, bei dem er in lezter Sekunde vor dem Gegner abtauchte und am Startschiff mit einer Länge Vorsprung startete, früh für sich.
Beim zweiten Rennen gingen beide Schiffe gleichzeitig über die Linie, aber im Verlauf der Kreuz setzte sich United Internet Team Germany deteulich ab. Als bei den Chinesen das Genuafall brach, war das Rennen gelaufen.
Bei den heftigeren Bedingunen heute zeigte sich, die verbesserte Crewarbeit auf dem deutschen Schiff. Team Germany kam ohne große Problem über den holprigen Parcours. „Das gibt uns ein einigermaßen gutes Gefühlt“, sagt Jesper Bank. Mit Rang 11. Könne man zwar nicht zufrieden sein, aber mit dem alten Schiff sei einfach nicht mehr drin gewesen. „Unser Ziel ist weiterhin Platz vier im nächsten Jahr. Und wir hoffen, das mit dem neuen Boote erreichen zu können.“
Areva Challenge aus Frankreich sicherte sich Platz neun mit einem 2:0 gegen das italienische Team +39 Challenge, das Platz zehn belegt. Das letzte Rennen gewannen die Franzosen mit einer Sekunde Vorsprung. Über die übrigen Plätze wird erst am Sonntag entschieden.
Im Finale führt Emirates Team New Zealand gegen Alinghi mit 1:0 nach einem 17-Sekunden-Sieg. Das spanische Team Desafio Español 2007 gewann das erste Rennen um Platz fünf gegen Mascalzone Latino Capitalia aus Italien trotz eines gebrochenen Fockfalls.
Eine der positiven Überraschungen bleibt weiter Shosholoza. Die Südafrikaner führen nach einem überzeugenden 33 Sekunden Sieg gegen die bei diesen Bedingungen stark eingeschätzten Schweden mit 1:0
Ergebnisse: www.americascup.com










