America's Cup
Team New Zealand verklagt Alinghi
Während die Klage des US-Segelrennstalls BMW Oracle Racing gegen Cup-Verteidiger Alinghi auch einen Monat nach der letzten Anhörung nicht entschieden ist, verklagt nun auch noch der zweimalige Cup-Sieger Team New Zealand das Schweizer Team von Pharma-Milliardär Ernesto Bertarelli vor demselben Obersten Gerichtshof in New York.
Weil die Cup-Giganten Alinghi und BMW Oracle vor Gericht um Macht und Einfluss auf die Zukunft der bekanntesten Segelregatta der Welt streiten und ein Ende des Disputs nicht absehbar ist, sind die Herausforderer-Teams zum Zuschauen verdammt, können ihre Sponsoren nur noch mit Mühe oder gar nicht mehr halten und stehen vor dem Aus.
Team New Zealand reagierte nun als erste Mannschaft mit einer Klage auf das Dilemma. Deren Teamchef Grant Dalton sagte: "Es ist nur weise, dass wir uns um Kompensation bemühen, um unsere zusätzlichen Kosten und den Schaden für unseren Markennamen und unseren Ruf zu decken."
Die Neuseeländer pochen auf ihren als Herausforderer mit den Schweizer Verteidigern geschlossenen Vertrag über eine Teilnahme an der ursprünglich für 2009 geplanten 33. Cup-Auflage. Sie werfen den Schweizern Missbrauch ihrer Pflichten als amtierende Treuhänder des America´s Cup und schwere Versäumnisse bei der Organisation des 33. America´s Cup vor.
Laut Insidern geht es um Schadenersatz in Höhe von mehr als zwölf Millionen US-Dollar.
"Das ist nicht gerade eine Nachricht, die hilft", so Team Germanys Sportchef Jochen Schümann, "doch im großen Kampf der Egos konzentrieren wir uns darauf, wie es bei uns weitergeht. Wir müssen die Wartezeit weiter optimal nutzen, wenn wir zum Niveau der Top-Teams aufschließen wollen." Schümanns Mannschaft aber kämpft mit dem Rücken zur Wand.
Am Montag treffen sich alle Sponsoren der deutschen America's-Cup-Mannschaft zur Lagebesprechung bei Hauptsponsor Audi in Ingolstadt. Auf der Tagesordnung steht die zentrale Frage: Geht es weiter oder nicht? Vorsorglich hatte die Teamleitung ihren Angestellten bereits vor Monaten zum 31. März 2008 gekündigt.
Teamsprecher Michael Mronz: "Wir werden die Situation gemeinsam evaluieren und voraussichtlich in der kommenden Woche entscheiden, ob wir noch eine Basis zum Weitermachen bis Ende März oder darüber hinaus sehen oder das Team auflösen, bis die rechtliche Situation klarer ist." Ob auch Team Germany in Zukunft eine Schadensersatzklage gegen Alinghi erwägt, ließ Mronz zunächst offen: "Das ist für uns zur Zeit nachrangig."
Das Team Alinghi reagierte noch in der Nacht zum Freitag auf die Klagen. Alinghis Anwalt Lucien Masmejan sagte: "Diese Aktionen entbehren jeder Grundlage und werden von uns rigoros bekämpft. Wir teilen die Frustration der Segelgemeinde bezüglich der Verzögerungen des America's Cup (...) und möchten den Cup schnellstmöglich aufs Wasser zurückbringen."










