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Starboot- und Tornado-Wettfahrten vertagt
Erst siegten die Favoriten, dann kam die Flaute: Während Großbritanniens Lasersegler Paul Goodison und US-Steuerfrau Anna Tunnicliffe direkt vor Qingdaos Olympiahafen zu Gold segelten, ließen die Winde weiter draußen in der Fushan Bucht die Starboot- und Tornadoflotte im Stich.
Die Tornadosegler Johannes Polgar (Dänisch-Nienhof) und Florian Spalteholz (Kiel) haben als Gesamt-Sechste drei Wettfahrten vor dem Finale nur zwei Punkte Rückstand auf den Bronzeplatz. Die Starboot-Crew Marc Pickel/Ingo Borkowski (Kiel/Babelsberg) müssen vier Punkte auf Platz drei gutmachen. Für beide Crews kam der Abbruch während der laufenden achten Wettfahrt am Dienstag aber eher ungelegen: Pickel/Borkowski hatten sich kurz zuvor mit einem radikalen Schlag auf die linke Seite an die Spitze der Starboot-Flotte vorgekämpft, Polgar/Spalteholz lagen in aussichtsreicher vierter Position. Angesichts von Winddrehern bis zu 180 Grad jedoch blieb der Wettfahrtleitung keine andere Möglichkeit als das Rennen abzubrechen.
Während tausende chinesische Fans auf der Mole des Olympiahafens erstmals ihren Emotionen freien Lauf ließen und der chinesischen Bronzemedaillengewinnerin Lijia Xu zujubelten, wollte der Protestwirbel um die Medaillenvergabe in der 49er-Klasse nicht abebben. Sowohl Spanien als auch Italien hatten nach der Medaillenzeremonie noch einmal einen Antrag auf Wiedergutmachung bei der Internationalen Jury gestellt und damit die Medaillenvergabe in Frage gestellt. Die Anträge sind zwar inzwischen abgelehnt worden, doch immer noch erwägen die Nationalen Olympischen Komitees beider Länder vor die Adhoc-Kommission des Internationalen Sportgerichtshofes zu ziehen. Ein entsprechender Eilantrag könnte binnen 24 Stunden entschieden werden.
Im Mittelpunkt des Tauziehens um die bereits vergebenen Medaillen steht ein ungewöhnliches Tauschmanöver der inzwischen zu Olympiasiegern gekürten Dänen Jonas Warrer und Martin Ibsen. Auf dem dänischen Boot war am Sonntag kurz vor dem Finalrennen der Mast gebrochen. In einer Blitzaktion hatten sich der 29-jährige Steuermann und sein 26-jähriger Vorschoter aus Århus den 49er der Kroaten ausgeliehen, waren mit 3:50 Minuten Verspätung zehn Sekunden vor Ablauf der Startzeit in das Sturmrennen gestartet und hatten sich nach großem Kampf den Olympiasieg gesichert. Die deutsche Mannschaft hält sich aus den Streitigkeiten heraus und bewertet den Spruch der Jury zugunsten der Dänen als Fairplay-Entscheidung positiv.
Enttäuscht, aber nicht am Boden zerstört beendete Laser Radial-Steuerfrau Petra Niemann am Dienstag ihren dritten Olympiaeinsatz. Die Vize-Weltmeisterin von 2006, die in ihrer Vorbereitung fast ein Jahr lang Starts bei großen Regatten vermieden hatte, um sich ganz auf die Olympischen Spiele konzentrieren zu können, konnte in China zu keiner Zeit ihr volles Leistungsvermögen abrufen. Als Gesamt-Fünfzehnte hatte sie den Einzug in das Medaillenfinale klar verpasst und konnte nur als Zuschauerin dabei sein. Die 30-Jährige Pharmazeutin sagte: "An meiner Vorbereitung hat es nicht gelegen. Eher an der Summe vieler Kleinigkeiten. Das Revier und ich passten einfach nicht zusammen."










