Nord Stream Race

"Spirit of Europe" führt zum Auftakt

20.09.2015 Tatjana Pokorny, Fotos: Sven Jürgensen/NSR - Das Nord Stream Race hat begonnen. Zunächst rangen Spitzenreiterin "Spirit of Europe" und Titelverteidigerin "Bronenosec" um die Führung

Nord Stream Race 2015
Fotograf: © Sven Jürgensen/NSR

Der Startschuss ins Nord Stream Race 2015 fiel vor Flensburg

Das Nord Stream Race 2015 hat mit einem spannenden Spitzenduell begonnen: Sechs Stunden nach dem Startschuss zur Langstrecke von Flensburg nach St. Petersburg hatte die europäische "Spirit of Europe" mit Skipper Tim Kröger am frühen Sonntagabend knapp die Führung der Swan-60-Flotte vor der russischen Titelverteidigerin und Top-Favoritin "Bronenosec" mit Skipper Igor Frolov, dem italienischen America's-Cup-Veteran Tommaso Chieffi und einer internationalen Proficrew übernommen. Zu Krögers 14-köpfiger Crew gehört neben Volvo-Ocean-Race-Navigator Wouter Verbraak, America's-Cup-Segler Christian Scherrer und Match-Race-Germany-Organisator Eberhard Magg auch die Berliner Olympia-Vierte und VSaW-Vizepräsidentin Ulrike Schümann. "Ich genieße das Segeln mit diesem Team sehr, und wir freuen uns auf ein interessantes Rennen", sagte Kröger vor dem Start.

Nord Stream Race 2015
Fotograf: © Sven Jürgensen/NSR

Die "Spirit of Europe"-Crew mit Skipper Tim Kröger vor dem Start

Die insgesamt sieben teilnehmenden Teams, darunter fünf Swan-60-Crews und zwei deutsche ORC-Mannschaften, rechnen mit einem schnellen Ritt über die Ostsee. Das gemeinsam vom St. Petersburg Yacht Club und dem Norddeutschen Regatta Verein ausgerichtete Rennen begann bei besten Segelbedingungen im Traumrevier der Flensburger Förde und führt die Teilnehmer nonstop über 800 Seemeilen in den russischen Zielhafen Port Hercules am Nordufer des Golfs von Finnland.

Nord Stream Race 2015
Fotograf: © Sven Jürgensen/NSR

Die russische Crew auf "Tsaar Peter" freute sich über einen gelungenen Start ins Nord Stream Race

Pünktlich um 12 Uhr hatte Wettfahrtleiter Stefan Kunstmann das Startsignal gegeben. Bei Sonnenschein und satten fünf, in Böen auch sechs Windstärken rauschte die Flotte in Richtung Horizont davon. Die besten Starts gelangen den Teams der russischen "Tsaar Peter" und "Spirit of Europe". Der international erfahrene Kieler-Woche-Wettfahrtleiter und Principal Race Officer Stefan Kunstmann sagte: "Wir haben heute sehr zuverlässige Vorhersagen, die das Wetter für zwei bis drei Tage relativ genau berechnen können. In der letzten Nacht hat sich die Vorhersage noch einmal zu unseren Gunsten verändert, sodass wir nun einen zügigen Rennverlauf erwarten. Das erste Boot könnte schon nach drei Tagen und 18 Stunden im Ziel sein. Das entspricht zwar noch nicht dem Geschwindigkeitsrekord aus dem Jahr 2013, aber wer weiß: Falls der Luftdruck noch etwas zunehmen sollte, will ich auch das nicht ganz ausschließen." Den Rekord hatte Tilmar Hansens "Outsider"-Crew mit drei Tagen, 38 Minuten und 23 Sekunden vor zwei Jahren aufgestellt.

Die Teilnehmer haben sich seit Wochen intensiv auf die Herausforderungen des Nord Stream Race vorbereitet. "Wir haben das Gebiet mithilfe eines digitalen Wetterroutings genau angesehen und verschiedene Karten studiert", berichtete ein Crewmitglied der "SGM", deren Besatzung vom Hamburgischen Verein Seefahrt kommt. "SGM"-Skipper Joachim Brünner und seine Mannschaft sind erstmals im Nord Stream Race im Einsatz. "Wir haben beschlossen, der Überraschungssieger zu werden", scherzte Brünner vor dem Start. Auch die spanische Crew auf der Swan 60 "Petite Flamme" hat sich ehrgeizige Ziele gesteckt: "Wir erwarten ein schnelles Rennen und wollen in vier Tagen in Sankt Petersburg sein", sagte Skipper Juan Carlos Boronat.

Nord Stream Race 2015
Fotograf: © Sven Jürgensen/NSR

Schöne "Schwäne" auf der Flensburger Förde

Georg Christiansen, der als Skipper der Andrews 56 "Broader View Hamburg" mit seiner Crew vom Hamburgischen Verein Seefahrt in der ORC-Wertung im Duell mit der J/V 53 "Bank von Bremen" mit Skipper Carol Smolawa und einer Mannschaft der Segelkameradschaft Das Wappen von Bremen antritt, sagte: "In unserem Team kennen wir uns alle gut, sind schon viele Meilen miteinander gesegelt. Alle sind stolz teilnehmen zu dürfen, aber natürlich auch ein bisschen aufgeregt." Sowohl Christiansen als auch Smolawa sind erfahrene Hochseesegler, haben bereits mehrere Atlantiküberquerungen absolviert. Am Abend des ersten Tages hatte die "Broader View Hamburg" die Bugspitze zunächst vorne. Aber nur knapp.

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