Speedsailing
SpeedDream-Miniatur-Prototyp gewassert
Merkwürdige Dinge geschehen im U.S.-Bundesstaat Maine. Aus den Toren der Lyman Morse Boatbuilding Co. schwebt in luftiger Höhe von mehr als drei Metern ein keilförmiges schwarzes Etwas in den Gurten des Travellifts auf dem Weg zum Wasser.
Es ist die neue SpeedDream 27 des Konstrukteurs Vlad Murnikov, der angetreten ist, den schnellsten Monohull der Welt zu entwickeln. Das ehrgeizige Projekt um den russischen Yachtdesigner, der bereits während des Whitbread Round The World Race 89/90 mit dem unkonventionellen Design der sowjetischen Yacht "Fazisi" von sich reden machte, hat mit der SpeedDream 27 einen verkleinerten Prototyp der ersonnenen Rekordyacht SpeedDream 100 zu Wasser gelassen. Dieser soll unter kombinierter Anwendung mehrerer Konstruktionsansätze schneller sein als ein vergleichbarer Multihull.
Der Grundgedanke des Konzepts besagt, dass die SpeedDream 100 mit einem oberhalb der Wasseroberfläche fliegenden Kiel dasselbe aufrichtende Moment erreicht wie ein vergleichbarer Multihull, dabei jedoch auf den Windwiderstand der Luvschwimmer verzichtet und folglich schneller wird. Anders als die derzeit am Gardasee segelnde "Stravaganza", soll dieser Effekt nicht über einen Rotationskiel erwirkt werden, sondern über eine Kombination aus Krängungswinkel des Rumpfes und Anstellwinkel des Kiels. Dieses Konzept soll sich nun zunächst in der SpeedDream 27 beweisen.
Bereits ein Blick auf die technischen Daten der kleinen Yacht lässt das Interesse an den ersten Probeschlägen wachsen: Das Boot ist 8,5 Meter lang und dabei mit einer Breite von 2,1 Meter verhältnismäßig schmal. In einer Tiefe von 3,1 Metern hängt an einer 80 Grad kippbaren Finne eine 180 Kilo schwere Bombe. Segelfertig wiegt die SpeedDream 27 690 Kilo, etwa halb so viel wie die etwas kürzere J/80.










