Travemünder Woche
Segeln auf Biegen und Brechen
Schauerböen mit bis zu 30 Knoten ließen gestern bei der 122, Travemünder Woche nur die Seesegler in Aktion treten, die auf der Mittelstrecke von Travemünde nach Grömitz mit den Elementen ebensosehr zu kämpfen hatten, wie mit der Konkurrenz. Passend zur Windrichtung lief dann auch „Westwind“ mit Kai von Berg am Steuer als erste Yacht ins Ziel. Für die Skiffs, Jollen und offenen Kielboote, die um die Bojen hätten segeln sollen, war's schlicht zu viel. Die blieben an Land, genauso wie die sehr schnellen und sehr zerbrechlichen Foilermotten, die in der Segelarena Trave für Unterhaltung hätten sorgen sollen.
Draußen am Meer, fernab vom Publikum, gab's auch Dramatik. Zum Beispiel auf „Sisqua“, einer Dehler 34, auf der sich vor dem Wind der Mast verabschiedete. „Eigentlich waren die Verhältnisse mit 24 bis 26 Knoten Wind nicht zu heftig in dem Moment und alles gut segelbar,” sagte Skipper Armin Balser nachher. „Aber wir wurden von einer Welle rumgerissen, legten eine Patenthalse hin und lagen auf der Seite – mit Baum und Spinnakerbaum im Wasser. Dem Druck hat der Mast nicht standgehalten und ist auf Höhe des Spibaum-Beschlages gebrochen“. Zur Schadensbegrenzung mussten die Reste des Riggs gekappt werden und gingen samt Großsegel auf Grund. Das mastlose Boot lief dann unter Maschine nach Großenbrode ab.
Schnellstes Schiff auf dem kürzeren Kurs war „Na und“, die damit in der OSC-II-Wertung an der Spitze lag. Die anderen Sieger nach Handicap waren „Picaro“ in der OSC I und „Scylla“ in der OSC III Klasse. Heute wird’s wohl wieder rauh, wobei laut offiziellem Programm die Seesegler ihre Rückregatta segeln sollen. Ob die kleineren Boote wie J/22 (EM), 14-Fuß Skiffs, Musto Skiffs, Dyas, Finn, Kielzugvögel (jeweils ab 11 Uhr) und die 18-Footer (ab 13 Uhr) auch segeln dürfen, wird kurzfristig entschieden.
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