America's Cup

Schuldig! Luna Rossa muss zahlen

02.07.2006 Carsten Kemmling, Fotos: Carlo Borlenghi ACM 2006 - BMW hat das kleine Finale am grünen Tisch gewonnen. Beide Teams können wegen der schweren Schäden nach ihrer Kollision heute nicht segeln. Luna Rossa Skipper de Angelis nimmt Stellung.

Fotograf: © Carlo Borlenghi ACM 2006
Der abgeknickte Bugspriet von BMW Oracle

Um 23 Uhr gestern Abend fiel die Entscheidung der America´s Cup Jury bezüglich der schweren Kollision zwischen BMW Oracle und Luna Rossa im ersten Rennen des kleinen Finals. Demnach bleibt die Bestrafung der Italiener bestehen.

Und da BMW Oracle wegen des Schadens am Bugspriet heute nicht starten könnte, bekommt das Team als Wiedergutmachung den noch fehlenden Punkt zugesprochen. Damit sind die Amerikaner Sieger des kleinen Finals. Heute wird der Geamtsieg zwischen Alinghi und Team New Zealand entschieden. Es steht 0:1.

Folgende Fakten hat die Jury gefunden:

- beide Boote befanden sich mit dem Wind von verschiedenen Seiten auf einem Kollisionskurs.

- ITA 86 mit Wind von Steuerbord hatte Wegerecht

- In einem Abstand von etwa fünf Bootslängen fiel USA 87 ab, um hinter ITA 86 zu passieren

- in einem Abstand von etwa 1,5 Bootslängen luvte ITA 86 an, um eine Wende einzuleiten

- USA 87 versuchte weiter abzufallen und luvte dann scharf an
dabei erfolgte die Kollision

- Es war für USA 87 nicht möglich, eine Kollision zu vermeiden

- Luna Rossa luvte und wendete in eine Position in der ein Kontakt zwischen den Booten sehr wahrscheinlich war

- Luna Rossa hat Regel 14 gebrochen (Vermeidung von Kollisionen)

- BMW Oracle muss eine Wiedergutmachung bekommen
- Beide Boote sind zu sehr beschädigt, um am Sonntag zu segeln

- BMW Oracle erhält einen Punkt als Widergutmachung, weil es ihnen nicht möglich ist zu segeln, ohne dafür die Verantwortung zu haben

- Diese Entscheidung bedeutet, dass BMW Oracle Racing das kleine Finale gewonnen hat und damit Dritter ist.

Das Luna Rossa Team hat heute zu einer offiziellen Pressekonferenz geladen, um ein Statement abzugeben. Dabei stellte Skippe Franceso de Angelis fest:

„Es war eine typische Match Race Situation, von der wir gestern viele gesehen haben, und von der wir noch viele sehen werden. Es war schwierig für die Schiedsrichter. Sie haben auf dem Wasser entschieden, dass wir zu spät gewendet haben. Das akzeptieren wir.

Allerdings glaube ich, dass diese Kollision von unserem Gegner hätte vermieden werden können. Die Statistiken zeigen, dass es erstmalig in so einem Fall zu einer Kollision zwischen Cupyachten gekommen ist. Das spricht für sich. Für mich ist das aber nur eine Rennepisode, zu der ich meine eigene Meinung habe.“

Auf die Frage, ob er sauer auf Chris Dickson ist, sagt de Angelis, dass er ungerne sein Innerstes vor der Presse ausbreitet. Aber seine Körpersprache drückt aus, dass er im Moment nicht sehr gut auf den BMW Oracle Skipper zu sprechen ist. Im umgekehrten Fall kann man wohl dasselbe vermuten. Insbesondere weil die Schuld klar den Italienern zugesprochen wurde.

Der Schaden an ITA 86 ist so groß, dass die Reparatur etwa eine Woche dauert. Aber auch BMW Oracle wird einige Zeit in der Werft verbringen müssen. Es läuft zur Zeit noch ein weiteres Hearing, bei dem entschieden wird, wer für die Schäden aufkommt. Dabei wird erwartet, dass die Italiener 80 Prozent der Summe tragen müssen.

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