Berlin Match Race

Schümann geärgert, aber nicht gewonnen

05.11.2012 Tatjana Pokorny, Fotos: STG - Olympia meets Berlin Match Race: STG feierte Saisonabschied auf dem Wannsee. Ferdinand Gerz rüttelte an Jochen Schümanns Thron – vergeblich

Olympia meets Berlin Match Race
Fotograf: © STG

Olympia meets Berlin Match Race: Die Crew um Ferdinand Gerz forderte Jochen Schümanns Crew im Finale über die volle Distanz

Ein Wochenende nach der Kultregatta YACHT Meisterschaft der Meister auf der Hamburger Außenalster trafen sich Deutschlands Olympioniken zur zweiten Saisonabschlussfeier auf dem Wannsee. Gemeinsam hatten das Sailing Team Germany und der Verein Seglerhaus am Wannsee zu zwei Tagen Segel- und Partyspaß in Berlin geladen.

Mit "Teamgeist, Teamschweiß und Teamschwof" fasst Rolf-Otto Bähr die heitere Wochenend-Gala des deutschen Segelsports zusammen. Der Präsident des Deutschen Segler-Verbandes sagte: "Hier saßen insgesamt 48 Spitzensportler mit 23 Olympioniken des Segelsports in einem Boot, darunter Medaillengewinner aus Sportarten wie Rudern, Moderner Fünfkampf oder Judo. Sie haben zusammen gekämpft, geschwitzt und bei der Sailor's Night geschwoft. Es war ein gelungener Saisonabschluss vor der langen Segeldurststrecke namens Winter."

Olympia meets Berlin Match Race
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Schümanns Champagner-Dusche: Die jungen Wilden rüttelten vergeblich an seinem Thron. Schümanns Team gewann auf dem Wannsee im Finale gegen Ferdinand Gerz. Im Kleinen Finale siegte Kathrin Kadelbach

Nach dem verpassten Sieg in Hamburg, wo sich Jochen Schümanns Team im Triple-Race-Finale noch den Crews Markus Wieser und auch der Lasermannschaft um Philipp Buhl beugen musste, segelte der dreimalige Olympiasieger Jochen Schümann auf dem Wannsee im Match-Race-Finale wieder in seinem Element und setzte sich mit viel Erfahrung durch. In den leichten drehenden Winden musste der Routinier sein ganzes Können in die Waagschale werfen, um sich im Finale der Attacken von Ferdinand Gerz zu erwehren.

470er-Olympiateilnehmer Gerz rüttelte mächtig am Thron des America's-Cup-Siegers, obwohl es für ihn das erste Matchrace seiner Karriere war. Gerz knöpfte Schümann nach kurzer Einweisung durch die im Duellsegeln erfahrene Kathrin Kadelbach den erste Siegpunkt ab, verlor das zweite Rennen und ging im dritten wieder in Führung, konnte die aber nicht halten und musste sich schließlich 1:2 geschlagen geben. "Die Rennen haben sich immer schon vor dem Start entschieden", zollte Jochen Schümann seinem 23 Jahre jungen Münchner Herausforderer Respekt. "Wenn Ferdi am Start vorn lag, war er schwer einzuholen. Man musste einfach auf einen Fehler warten, und der kam dann – für uns zum Glück – nach der letzten Tonnenrundung." Ferdinand Gerz war trotzdem zufrieden: "Es ist unser erstes Matchrace gewesen, und wir sind stolz, so weit gekommen zu sein und Jochen Schümann ein wenig geärgert zu haben." Das kleine Finale gewann Lokalmatadorin Kathrin Kadelbach. Die Olympiaachte setzte sich gegen das Laser-Trio um Steuermann Simon Grotelüschen durch.

SAP und Audi bleiben an Bord

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STG-Initiator Oliver Schwall hat das Ziel für die Olympischen Spiele und die Paralympics 2016 vorgegeben: Vier Medaillen sollen her

Für die Mitveranstalter vom Sailing Team Germany markierte das Saisonfinale einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2016. STG-Steuermann Oliver Schwall sagte: "Noch hat die Erntezeit nicht begonnen, aber wir haben nun die Aufbauphase abgeschlossen und die Anwendungsphase erreicht. Audi und SAP haben uns mit der Vertragsverlängerung bis 2016 ihr Vertrauen ausgesprochen. Die Partnerschaften funktionieren hervorragend." STG hat laut Schwall die Start-Up-Phase verlassen und will ab 2013 einige Weichen neu stellen. So wird die Nationalmannschaftsstruktur umgebaut. Top- und Eliteteams sollen künftig noch stärker in den Förderfokus rücken, ohne den Nachwuchs zu vernachlässigen. "Wir wollen uns zeitig auf die Mannschaften konzentrieren, die mit Blick auf 2016 ernsthafte Medaillenaussichten haben. Diese Mannschaften können mehr von uns erwarten. Gleichzeitig erwarten wir von den Sportlern, dass sie sich unserem Team und ihren Sparringspartnern verbunden fühlen."

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Start-Up-Phase verlassen: 2013 beginnt die "Anwendungsphase"

Angestrebt ist in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele auch ein intensiver Klassenaustausch. Disziplinenwechsel sollen im Training den Horizont der Besten nach dem Vorbild anderer Nationen wie Großbritannien erweitern. Auf dieser Grundlage gibt Oliver Schwall ein ehrgeiziges Ziel für die kommenden Olympischen Spiele und Paralympics vor. "Vier Medaillen müssten für unsere Seglerinnen und Segler 2016 drin sein."

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